Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Das studierte Arbeiterkind

Damals habe ich es nicht geahnt. Aber am eigenen Leib gespürt. Als Kind aus einer Arbeiterfamilie zu studieren, ist ein harter Weg. Komischerweise in beide Richtungen. Das heißt: Nichts wird unbedingt besser, je näher man seinem Ziel kommt. Denn die Entfremdung mit den Menschen aus der eigenen Familie ist ja erst in dem Moment – […]

Stehauffragen

Es gibt Fragen, die klopfen immer wieder an die Tür. Auch wenn man gedacht hat, sie längst verabschiedet zu haben. So kam mir heute wieder eine entgegen: Gibt es ein weibliches Schreiben? Anlass war das aktuelle Interview mit der französischen Schriftstellerin Hélène Cixous auf „Zeit online“. In dem Gespräch deutet sich an, dass Frau Cixous […]

Partyvorbereitungen…

und wehe, das sieht nachher nicht GENAU SO aus… Um ehrlich zu sein? Ich habe ewig keine Party mehr vorbereitet, und bin ziemlich außer Puste. Erst mal wimmelt es vor lauter To-Do’s in meinem Kopf, das Gehirn scheint sich in einen kleinen Ameisenhaufen verwandelt zu haben. Also Listen schreiben. Rezepte raussuchen, Adressen. Quittungen sammeln, Wein […]

Wenn das rote Monster schreibt, oder…

der ultimative Leitfaden für wissenschaftliche Hausarbeiten. Hätte es dieses Buch schon 20 Jahre früher gegeben, hätte ich keine Skrupel gekannt, universitäre Seminararbeiten zu schreiben und wäre nach 8 Semestern Regelstudienzeit mit einer gold prämierten Magisterarbeit nach Hause gegangen. Anne Carson liebt schlafende Figuren in der Literatur. Das ist sehr aufregend, weil den Schläfer/innen oft nicht […]

Ghosting

Ich habe keine Angst vor Gespenstern. Im Gegenteil. Schon als Kind habe ich Orte, nun, vielleicht nicht gesucht, aber zumindest auch nicht gemieden, wo ich das Erscheinen von Geistern für möglich hielt. Seit ich die japanische Kultur – wenn auch nur aus der Ferne – besser kennengelernt habe, sind mir Geister zumindest plausibel. Aber dass […]

„Ich mach das total gern“…

Hausaufgaben statt Ferienlektüre, so könnte ich mein Leseerlebnis in David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ zusammenfassen. Denn was als fluffige Lektüre für den Flug nach Kalifornien geplant war, entpuppte sich für mich als nach Seite 175 nicht weiter lesbar. Zum Glück hatte ich das Buch im letzten Moment wieder aus dem Rucksack genommen. […]

Den Klunkern gehen die Fotos aus

Was ich im Privaten durchaus akzeptiere – dass durch Rechnerausfälle Daten verloren gehen – ist im Berufsleben, aber auch für diesen Blog mehr als lästig. Aber durch das plötzliche Ende meines alten Rechners habe ich tausende von Fotos verloren – und jetzt stehe ich tatsächlich mit leeren Händen da. Ich bin mir noch nicht im […]

Grauer Herbst?

von wegen! Allen einen schönen Feiertag. Feiert man eigentlich nur im Rückblick oder auch in Richtung Zukunft? Ich hoffe, letzteres…

Putzen (Fortsetzung)

Neulich habe ich einen Artikel leider nicht gelesen, sondern nur überflogen, in dem es darum ging, sich das Putzen doch lieber zu sparen und sich dafür eine Reinigungshilfe zu leisten – schließlich gehe es um die eigene Zeit, und die ist bekanntlich knapp. Seitdem liegt meine Stirn in Falten. Im Büro putzt eine kleine, effiziente […]