Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Fragen Sie Frau Doktor Jaeckel

Wo andere Glückspillen schlucken, würde ich Tabletten verschreiben, die ein Gefühl des Fremdseins erzeugen.   Das fantastische Foto ist ein Screenshot des ebenso fantastischen Animationsfilms: Star Trek – The Paradise Makers (Juli 2017)

Die Zukunft hat längst begonnen

Eine Erkenntnis rauscht manchmal von gleich mehreren Seiten an. Eben habe ich im Radio einen Beitrag über robotergenerierte Inhalte im Zusammenhang mit den Medientagen in München gehört. Und ja. Der menschgemachte Journalismus bekommt Konkurrenz von den menschgemachten Maschinen. Mittlerweile gelingt es Computern, aus Informationen in den Bereichen Sport, Börse und Polizeimitteilungen les- und hörbare Beiträge […]

Frauen und Männer

Ich war neulich kurz davor, mich dem #metoo anzuschließen. Doch etwas hielt mich ab. Vielleicht, weil es zu einfach ist. Als die Frauen in den 1970er Jahren eine ähnliche Kampagne starteten („Auch ich habe abgetrieben“), war der Einsatz höher. Denn sagt dieses „Ich auch“ am Ende nicht nur in etwa: Auch ich bin in meinem […]

Neulich im Wald

Dass Pilze gerne kuscheln, ist mittlerweile – zumindest fotografisch – zu Genüge dokumentiert. Ob sie dabei abends auch Fernsehen gucken?…

Glück als Schnörkel

zumindest war das bei meinen Eltern so und bei meinen Großeltern. Sie waren froh, wenn sie zufrieden sein konnten. Glück spielte keine besondere Rolle in ihrem Leben. Es war eher die Ausnahme. Das Goldkörnchen auf der langen Piste des Alltags. Das, was nur manchmal zum Zuge kam, und vor allem nicht belästigt sein durfte. „Was […]

Nein.

In letzter Zeit lese ich besonders häufig in Artikeln zur Selbstoptimierung, man solle doch mal wieder – wahlweise: endlich mal – „Nein“ sagen. An sich eine gute Idee. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass einer und einem erst das „Nein“ Respekt – oder sagen wir, überhaupt erst Aufmerksamkeit – verschafft. Ungemütlich, aber extrem effizient. […]

Letzter Ausgang Sonntag Abend

So eine Drachentür wünsche ich mir schon lange. Eine, durch die man am Sonntag Abend verschwinden kann. Um dem Montag ein Schnippchen zu schlagen. Und diese ist gar nicht weit von meinem Zuhause, im Berliner Gleisdreieckpark. Allerdings muss ich jetzt schon die Taschenlampe mitnehmen. Denn es ist längst dunkel. Mal sehen, wer sich dort alles […]

Europa

Ich habe heute mit meiner französischen Freundin telefoniert. Sie ist gerade von Marseille nach Paris gezogen, präziser, in die Banlieue von Paris. Dort unterrichtet sie Deutsch. Man möchte sich an den Kopf fassen. Welche Kinder aus der Banlieue wollen denn…? Meine Freundin lacht. „Nein, nicht die französischen Kinder. Es sind die mit – wie sagt […]

Nur noch bis zum Wochenende

Wer an langen Bilderreihen entlang flanieren will, ist dieses Mal im 2. OG. des Berliner Martin-Gropius-Baus an der falschen Adresse: Die Lucian Freud-Ausstellung, die nur noch bis zum Wochenende dort Station macht, ist klein, aber gewaltig. Der 1922 in Berlin geborene Maler Lucian Freud war mit seiner Familie während der Nazi-Diktatur nach England emigriert und […]