Jetzt aber!

Mittlerweile hat es sich im Netz rumgesprochen: Frau Jaeckel ist über 50. Die Werbeplattformen stellen sich auf Dauerbeschuss: Treppenlifte, Hörgeräte, Brillen, Augenlaser und seit neustem eine Datingplattform für Menschen 50+. Was suchen Sie, werde ich gefragt: einen Partner, Freunde zum Ausgehen, Nähe und Geborgenheit? Ja, frage ich mich: Was will ich denn? Und (einmal mehr): Ist es klug, dem nachzugehen, was man will (die berühmte „persuit of happyness“), oder wäre es nicht besser, die Dinge laufen zu lassen?

 

P.S. Gerade kam auch noch „Frische für die Haut“…

Nachtwanderung

Mit kaltem Herz fühle ich mich wie im Wald ohne Kompass. Aber wer genau hinschaut, kann einen Stern am Himmel sehen. – Für alle, die gerade im Dunkeln tappen.

Auf den Frühling warten

Mitte März kann es noch einmal ungemütlich werden. Und dann scheint kurz vor dem Frühlingsbeginn alles noch sehr weit weg. Mir geht das gerade so: draußen friere ich schlimmer als den ganzen Winter über und ich habe ein Grau in mir, das eher in den Januar oder Februar passt. Sogar mein Herz schlägt lustlos, als hätte alles, was ich liebe, plötzlich seinen Glanz verloren.

„Ihm fällt immer noch etwas ein, womit ich nicht rechne“ – Sieglinde Geisel im Gespräch mit Peter Bichsel

Ein Interview zwischen zwei Buchdeckel zu packen, ist ein Wagnis: Gibt der oder die Interviewte genug her – genug überraschende Momente oder Einsichten, genug Blick über den eigenen Tellerrand? Und was ist mit dem Gegenüber? Sind die Fragen spannend, der Blick klar? Kommt es zu einem Gespräch oder bleibt es bei einem bloßen Abfragen und damit Abhaken von biografischen Details?

Der im letzten Jahr neu gegründete Kampa-Verlag in Zürich traut sich gleich an eine ganze Reihe von Interview-Bänden, die unter dem Titel „Kampa-Salon“ erscheinen: zehn Bände gibt es bereits. Für einen davon hat sich die Journalistin Sieglinde Geisel mit ihrem Landsmann, dem Schriftsteller Peter Bichsel getroffen. Gleich mehrere Gespräche führten die beiden in Solothurn, Bichsels Heimatstadt. Herausgekommen ist ein intellektuelles Vermächtnis des 83jährigen Autors – und ganz nebenbei eine Art „Gebrauchsanweisung“ für die Schweiz, die in Deutschland als Reise- und Auswanderungsland hoch im Kurs steht, aber gesellschaftlich und politisch meist als so fern wie hinter den sieben Bergen wahrgenommen wird. Darauf angesprochen, antwortet Sieglinde Geisel, mit der ich mich meinerseits zum Interview getroffen habe:

S.G.: Peter Bichsel ist ein politischer Mensch. Man kann mit ihm kein unpolitisches Buch machen. Er ist Schweizer durch und durch – und er ist sich dessen bewusst, wenn er sagt, „Ich habe meine Heimat dort, wo ich meinen Ärger habe“. Er ist dennoch gerne Schweizer, und äußert sich wohlwollend, wo andere lieber schimpfen. Das Schweizerische im Konjunktiv reden, treibt mich zum Beispiel in den Wahnsinn. In Berlin kann ich sagen, was ich denke, und ich weiß auch, was mein Gegenüber denkt. In der Schweiz bleibt es oft eher im Ungefähren und gerade da sagt Bichsel, das ist eben das Literarische an der Schweiz. Für ihn geht es beim Konjunktiv auch um das Erfinden, das Dichten, das „Was wäre wenn“ – den Satz den wir schließlich als Titel für das Buch gewählt haben.

Klunker:Wie hast du dich auf dieses lange Interview vorbereitet? Hattest du einen Plan, ein Drehbuch sozusagen?

S.G.: Ich habe erst mal alle seine Texte gelesen. Ich bin seit 1988 raus aus der Schweiz und kannte vor allem die Zeitungskolumnen nicht mehr, die er damals regelmäßig geschrieben hat. Mir fiel sofort auf, wie aktuell das ist, dass seine Texte aus den 1980er, ja selbst manches aus den 1960er Jahren heute noch Geltung hat. Das hat mich interessiert. Ich habe mir natürlich Fragen notiert, aber dann hat er mich bei unserem ersten Gespräch in einer Solothurner Kneipe gleich selbst mit einer Frage überrascht, ob ich wisse, dass er einmal fromm gewesen sei. Damit waren wir gleich mittendrin im Gespräch, ohne Small-Talk. Ich habe nicht einmal mein Aufnahmegerät aus der Tasche genommen, sondern nur mitgeschrieben. Dieses erste Gespräch haben wir übrigens auf Schweizerdeutsch geführt. Das heißt, ich musste es später ins Hochdeutsche übertragen. Bei den anderen Interviews haben wir dann auf Peters Wunsch hin Hochdeutsch gesprochen, er meinte, er könne in dieser – für die Schweizer – „Kunstsprache“ präziser formulieren. Das würde ich allerdings nicht so sagen, Bichsel formuliert auch auf Schweizerdeutsch messerscharf.

Peter Bichsel, Jahrgang 1935, ist als Autor vor allem für seine Kurzgeschichten und Kolumnen bekannt. Er arbeitet zunächst als Lehrer, der nebenher schreibt. Zwischen 1974 und 1981 ist er Redenschreiber für den Bundesrat Willi Ritschard der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, der auch Bichsel angehört. Erste Texte von Bichsel erscheinen 1960 in Zeitungen und als Privatdruck. Er ist Teil der Gruppe 47, veröffentlicht ab 1968 regelmäßig Kolumnen, Kurzgeschichten und gelegentlich auch Hörspiele. Er ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt.

Klunker: Mir drängt sich die Frage auf, wie ein derart langes und intensiv geführtes Interview auf dich gewirkt hat. Oder anders formuliert: Gibt es etwas, was du aus den Gesprächen für dich persönlich mitgenommen hast?

S.G.: Oh ja. Peter Bichsel nimmt sich Zeit für die Antworten. Ich frage und dann denkt er erst einmal nach, bevor er etwas sagt. Daran musste ich mich gewöhnen. Aber das habe ich extrem schätzen gelernt. Peter sagt nie das Gleiche. Natürlich werden Bichsel-Leser in diesem Buch vieles schon kennen. Er erfindet sich ja nicht einfach neu, aber oft ist es anders formuliert und damit auch anders gedacht. Bichsel ist ein sehr lebendiger Geist. Vieles was er sagt, ist ein Denken in Paradoxa. Manchmal habe ich ihn richtig gequält, ich wollte ihn auf Definitionen bringen. Aber er denkt nicht in Definitionen. Nicht alles hat sein Gegenteil, so formuliert er das und damit hat er mich – ohne dass er das ausdrücklich meinte – auf eine Limitierung meines eigenen Denkens aufmerksam gemacht. Das war für mich eine echte Selbsterkenntnis, dass ich vieles ordnen möchte, dass das aber eine Limitierung ist.

Klunker: Meine letzte Frage bezieht sich auf Dein Vorwort. Du schreibst dort ausdrücklich, dass Peter Bichsel ein Autor ist, der keinen Roman geschrieben hat. Das habe ich nicht ganz verstanden. Ist die Gattung Roman der eigentliche Ausweis für einen Autor oder eine Autorin?

S.G.: Nein, das gehört eindeutig in die Lektionen zur Schweiz, wenn du so willst. Es gibt bei uns den Topos, dass Schweizer Autoren keine umfangreichen Romane schreiben. Selbst ein so produktiver Romanschreiber wie Peter Stamm schreibt eher kurze Romane. Wir haben halt keinen Dostojewski oder Tolstoi. Natürlich ist das auch augenzwinkernd gemeint. Peter Bichsel sagt dazu im Buch einige interessante Sachen, das hat auch mit dem Dialekt zu tun. Da wir Schweizer in einer „Kunstsprache“ schreiben, müssen wir jeden Satz bewusst formulieren. Das ist eine Arbeit, die man nicht unbedingt 400 Seiten lang durchhält.

PETER BICHSEL Was wäre, wenn? Ein Gespräch mit Sieglinde Geisel, 224 Seiten | € (D) 22,– | CHF 30,– | Auch als E-Booklieferbar

Das Foto stammt von Sven B. Schnyder

Miteinander reden

„Hast Du schon gehört?“ – das kann natürlich auch der Start in eine üble Klatschgeschichte werden. Dennoch. Selbst Klatsch und Tratsch haben das Zeug dazu, Menschen näher zu bringen. Ich bin – das mag Leute, die mich kennen fürs Erste verwundern – eher jemand, die nicht so gerne redet. Ich kann lange Zeiten ohne Gesprächspartner/innen auskommen. Gerade vor Wochenenden gibt es schon mal Momente, in denen ich vor Freude seufze: „mal nicht mehr reden müssen.“ Aber spätestens Montag Mittag quassele ich wie ein Wasserfall auf die erste Person ein, die mir begegnet. Haha.

Gestern war dagegen so ein Tag, an dem ich von einem Gespräch in das andere geraten bin. Ich hatte ein Interview, danach habe ich erst mit meiner Interviewpartnerin zu Mittag gegessen, um im Büro erst länger mit der einen Kollegin und dann richtig lange mit den Kolleg/innen (samt putzigem, klugen kleinen Gästehund) aus dem Architekturbüro. Geplant war das nicht. Dennoch hatte ich das Gefühl, jetzt vor allem mal nicht auf die Uhr schauen zu müssen. Tatsächlich hatte ich gestern nicht ganz so viel zu tun und genug Zeit. Dass der Zeitteufel mir dennoch im Nacken sitzt, muss ich sicher nicht extra schreiben. Und dann bin ich bin mit enorm vielen Eindrücken und Ideen nach Hause gekommen. Ganz so, als hätte ich eine Reise gemacht.

Von wem dieses Bild ist, weiß ich nicht. Es hing in den Workshop-Räumen des Sprengel-Museums in Hannover. Ich entferne es selbstverständlich auf Wunsch. Es ist hinreißend!

Gebrauchsanweisung fürs Ungerade

Biografien sind und bleiben für mich die großen Anreger in der Literatur. Romane versetzen mich in andere Zeiten oder Gegenden, und es ist ein Spass, mich unter fremden Sonnen oder Monden wiederzufinden. Sachbücher erweitern meinen Horizont (soweit ich sie verstehe), Biografien lese ich seltener, aber auch mit dem Wunsch, einzutauchen, mich in andere Zeiten oder Gegenden hinein zu versetzen.

Ende letzten Jahres ist die Biografie von David Lynch mit dem Titel „Traum Welten“ erschienen. Bislang habe ich noch keinen einzigen Film von Lynch gesehen. Gerade mal ein Interview, das es insofern in sich hatte, als ich Lynch sofort „interessant“ fand (offensichtlich etwas – wie ich in dem Buch lesen kann – was sehr häufig passiert). Das Buch an sich: Papier, Format (vor allem die Fotos) und die Überschriften begeisterten mich ebenfalls, kurz, ich habe es mir besorgt und (nein, noch nicht zu Ende) gelesen.

Die Idee zu dem Buch ist grandios einfach und auf eine Art auch filmisch gedacht: Denn erzählt wird aus zwei Perspektiven. Kristine McKenna, eine Journalistin und Freundin von Lynch, und David Lynch selbst wechseln sich beim Schreiben ab: Zunächst recherchiert McKenna, spricht mit Freund/innen, Verwandten, später mit Mitarbeiter/innen, Nachbar/innen, was-nicht-alles, und liefert ein spannendes, gut lesbares Kapitel über eine bestimmte Zeit in Lynchs Leben. Danach ist David Lynch dran. Er liest McKennas Text und kommentiert ihn. Nicht „flächendeckend“, sondern spontan: Er nimmt eine Bemerkung auf, ein Zitat, und erzählt noch einmal neu, aus der eigenen Perspektive. So entsteht ein leicht verschobenes Bild, wie bei einer stereoskopischen Fotografie oder einem 3D-Film.

Was mich bei der Lebensgeschichte an sich fasziniert, ist dieser Ehrgeiz von Lynch, etwas zu machen, und zwar genauso, wie er es sich vorstellt, und gleichzeitig seine Fähigkeit, Dinge auf sich zukommen zu lassen. Traurigkeit, Melancholie, Verzweiflung spielen eine wichtige Rolle und scheinen tatsächlich auch ein Motor für Lynchs Arbeit zu sein, dennoch bekommen sie keinen zusätzlichen Raum in seinem Leben: Sie sind da, kommen und gehen, werden aber nicht analysiert oder als Erklärungen bzw. Entschuldigungen instrumentalisiert. Mich begeistern seine handwerklichen Fähigkeiten und sein Wille, die Filme in allen Aspekten genau so zu machen, wie er sie haben will – Gleichzeitig jedoch den Mitarbeiter/innen, seien sie vor oder hinter der Kamera, viel Raum zu lassen, ihr eigenes Ding zu entwickeln.

Irre ist auch, wie leicht es in den 1970ern noch war, in Hollywood ein Haus oder ein Auto zu kaufen. Es war nicht leicht, im Filmbusiness Fuß zu fassen, und Lynch hat lange und hartnäckig an seiner Vision (man mag es tatsächlich nicht Karriere nennen) gearbeitet. Heute erscheint vieles nicht mehr so offen, viel enger, mit weniger Durchlässen, hierarchischer, abgeschottet regelrecht. Geordnet im Vergleich zu damals, was aus heutiger Sicht tatsächlich noch wie der „Wilde Westen“ erscheint. Dennoch würde ich die Erinnerungen nicht an die einer „guten, alten Zeit“ missverstehen wollen, sondern als Ansporn für ein eigenes, unkonventionelles Leben, auch – und gerade – heute.

Vergnüglich an Biografien von Stars oder anderen Berühmtheiten ist – zumindest für mich – aus jenen Zeiten zu lesen, in denen sie noch keine Stars oder Berühmtheiten waren. Wie sie ihr Leben sahen, lebten, wie sie nach und nach andere Berühmtheiten kennenlernten, ganz so, wie ich meine Freund/innen kennenlerne und manchmal eben doch ganz anders. Immer wieder zeigt sich, wie Familie, Herkunft, Zufälle ihre Lebenswege prägen, wie sie aus ihren Erfahrungen Schlüsse ziehen, sich verändern, etwas Neues probieren und unentwegt – übrigens natürlich genauso wie alle anderen auch – ihre Lebensgeschichte spinnen. Bei Lynch ist es zum Beispiel dieser genaue Blick, diese irren Fantasien, die ihn zunächst zur Malerei, aber dann sehr schnell zur Inszenierung und eben zum Film bringen. Er lässt sich nicht beirren, arbeitet dauernd, wenn nicht an den Filmen, dann anderswo, um Geld zu verdienen, und hat sehr früh schon eine eigene Familie, die er jedoch gelegentlich erneuert oder austauscht (je nach Blickwinkel).

Ein großer Spass des Buches ist die gute Aufteilung in Kapitel. Vor der Hand geht es chronologisch vor sich, die Biografie wird „ordentlich“, d.h. von der Kindheit bis heute erzählt, dennoch ergeben sich Schwerpunkte, Perspektiven, die – je weiter man liest, desto mehr Raum schaffen, wie ein Kaleidoskop, das man so oder so halten kann, um verschiedene Bilder zu erhalten. Deutlich wird das bei Themen, die mir suspekt sind: Lynchs Engagement für die Transzendentale Meditation zum Beispiel. Er schreibt darüber, er ist begeistert, er glaubt daran, aber dennoch bleibt für mich genug Platz, ihm dort nicht zu folgen, skeptisch zu bleiben, manchmal sogar fassungslos. Auch die Leichtigkeit, mit der es sich von seiner ersten Frau samt Kind trennt (wobei hier natürlich nur eine Leichtigkeit sichtbar ist, tatsächliche Krisen, Kämpfe oder andere Dramen werden nicht thematisiert – dankbarerweise…), verstören mich. Hier scheint ein Motiv auf in seinem Leben: Menschen kommen und gehen. Und Lynch bleibt merkwürdig unbeeindruckt oder eher: er erzählt von den guten Seiten, während die nicht so guten verschwinden. Das ist an sich eine durchaus positive Haltung. Warum sollte man nicht die guten Erinnerungen halten und über die schlechten den Mantel des Vergessens breiten? Ich sehe darin eine Haltung und einen verdammt guten Willen. Komischerweise kommt es für mich nicht hin. Nicht, dass ich gerne schmutzige Wäsche ausgebreitet sehen würde. Nicht, dass ich es nicht bewundere, wie jemand bei den guten Erinnerungen bleibt. Aber irgendwas an der Sache steht für mich schief.

Ich bin, wie ich oben erwähnt habe, noch nicht am Ende des – immerhin 760 Seiten starken – Buches angekommen. Nicht aus erlahmenden Interesse, sondern weil so viel passiert und ich gelegentlich eine Pause machen muss, um wieder in mein eigenes Leben einzusteigen. David Lynch ist ein fantastischer Erzähler, auch, wenn er schreibt. Und obwohl sich viele Dinge ob der doppelten Erzählung von McKenna und Lynch wiederholen, ist die Biografie an keiner Stelle langweilig (vielleicht, wenn es um filmische Details geht, etwas kleinteilig, aber da kann man ja auch mal weiterspringen). Ein Interesse am Leben im Amerika der 1950er Jahre bis heute sollte vielleicht da sein, um Freude an der Lektüre zu haben. Wer Lynch mag, wird die Biografie sicher lieben. Aber auch für Menschen, die den Regisseur nicht besonders kennen, fällt vieles ab, vor allem, wenn man Lebenswege mag, die nicht besonders gradlinig daherkommen. Mich beeindruckt, dass Lynch an keiner Stelle versucht, sich zu rechtfertigen. Oder mich als Leserin in seine Welt oder die des Transzendentalen Meditierens herein zu ziehen. Insofern kann ich das Buch nur empfehlen. Genug Regentage für einen dicken Schmöker haben wir ja Mitte März noch vor uns.

 

David Lynch/Kristine McKenna: Traumwelten. Heyne-Encore München 2018. Gebundenes Buch 25,00 €. Ich danke Random House für das Rezensionsexemplar.

 

 

Nach Hause schwimmen

Jedesmal staune ich wieder: kaum bin ich zwei, drei Tage weg, sieht meine Wohnung anders aus – oder fühlt sich anders an. Oder: ich fühle mich anders an in meinem zu Hause. Der Kopf ist weiter. Ich packe Dinge an, die lange liegen geblieben sind, Routinen verschwinden wenigstens für ein, zwei Tage, ich spüre mehr Raum um mich, um Pläne zu machen oder weiter auszuholen. Als käme ich mit einem neu justierten Kompass im Kopf nach Hause und würde die eigenen vier Wände aus anderen Himmelsrichtungen sehen.