Sorgen ziehen Sorgen nach

Keine Frage: Aktuell ist keine Zeit, mit leichtem Herzen durch die Welt zu laufen. Wer Pläne für dieses Jahr hatte, sieht sie wahrscheinlich durchkreuzt, wer neue Pläne macht, steht auf wackelndem Boden. Andererseits gibt es auch dies: wer sich – wie Gemeinden oder Museen – erst sorgte, dass keine Tourist/innen, Besucher/innen kommen, sieht sich jetzt mit einem Ansturm derselben konfrontiert und – ja, wer sich sorgt, sorgt sich halt.

Ansonsten ist Berlin in den Nebenstraßen nach wie vor ruhig und grün. Ich habe gestern einen Spaziergang von der Museumsinsel zurück nach Kreuzberg gemacht und die Stadt war so friedlich wie kaum sonst – allerdings mit der Einschränkung, dass meist nicht mal 20 Meter entfernt der olle Bär schon wieder tobte.

Awesome Blogger Award

Und gleich vorab: Die hinreißende Zeichnung stammt von Jette von Bodecker!

Als ich mit dem Bloggen anfing, wurden gerade „Stöckchen“ geworfen. Jede/r der oder die eins bekam, gab ebenfalls fünf weiter, so dass Blogleser/innen von ihren Lieblingsblogger/innen Anregung bekamen, auch mal woanders zu stöbern. Eine tolle Idee, die natürlich auch Zeit kostet, und irgendwann möglicherweise auszuufern droht. Der Awesome Blogger Award funktioniert nach dem gleichen Prinzip, ich habe ihn von Juliane alias „Carlie“ https://waskannmanmachen.wordpress.com bekommen und freue mich. Einmal, weil ich so gerne Fragen beantworte (und auch stelle), zum anderen, weil ich gerne noch mal auf meine Blog-Weggefährt/innen hinweisen möchte, die mir im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen sind. Natürlich sind es weit mehr als fünf. 

Bevor ich sie nenne, noch einen herzlichen Gruß an „Carlie“: Ihr Blog ist sehr erfrischend, gerade auch sprachlich, was mir mehr als gut gefällt. Die Idee von der „Inneren Erwachsenen“ hat mich laut lachen lassen, Ihr Lieblingsgegenüber (stimmt das?) als „Du“ zu benennen, macht die Texte auf eine Art luftig, und damit größer, dass es ein bester Kniff ist, vielleicht auch für sich selbst Situationen mit dem/der Liebsten zu klären oder einfach mal zu beschreiben. Liebe „Carlie“, auch wenn Dich das möglicherweise überrascht, aber ich denke, Du bist schon längst „groß“, sogar „sehr groß“… 

Über den Award:

Der Awsome Blogger Award ist „eine Auszeichnung für die absolut wundervollen Schriftsteller auf der ganzen Welt des Bloggens. Sie haben hinreißende und wunderschöne Blogs, sind bezaubernd und liebenswürdig und finden immer einen Weg, dem Leben ihrer Leser Glück und Lachen zu verleihen. Das ist es, was einen großartigen Blogger wirklich ausmacht.“

Dazu noch eine Anmerkung von Carlie, die ich so weitergebe: „Ich habe versucht herauszufinden, wer den Award ins Leben gerufen hat. Auf einem anderen Blog wurde ein*e Blogger*in (?) namens Dreaming of Guatemala als Urheber*in genannt – ich konnte aber kein Blog dazu finden. Weiß jemand was?“

Regeln, um Teil des „Awesome Blogger Award“ zu sein:

– Danke der Person, die Dich nominiert hat.
– Kennzeichne den Beitrag mit #awesomebloggeraward.
– Beantworte die Fragen, die Dir gestellt wurden.
– Nominiere mindestens 5 Blogger und informiere diese über ihre Nominierung.
– Gib ihnen 10 neue Fragen zur Beantwortung.

  1. In welchem Moment warst du zuletzt abartig stolz auf dich?

Ich bin katholisch erzogen, dass Stolz zu meiden ist wie der Teufel, ist mir in Fleisch und Blut übergegangen… – „abartig stolz“ gehört also nicht wirklich in mein Repertoire. Davon abgesehen bin ich natürlich auch immer wieder unangemessen stolz auf mich. Zum Beispiel, als ich mir einen Kalender mit Collagen gebastelt habe. Der Kalender hängt jetzt für alle Besucher/innen sichtbar in meinem Zimmer. Bemerkungen dazu gab es noch keine. Ich nehme also an, dass mein Stolz und die Qualität der Collagen nicht wirklich in Balance sind… – ach, und gerade neulich, als mir das Foto vom Fuchs gelungen ist. Nicht „abartig“, aber doch sehr stolz bin ich, dass ich eine Kündigung Anfang des Jahres mit viel mehr Auftraggebern auffangen konnte. Da spielte Glück eine große Rolle, aber auch meine Hartnäckigkeit, etwas Besseres zu finden. 

  • Was sind die schönsten Dinge, die dir jemals gesagt wurden?

Kommt noch.

  • Was ist dein stärkstes Körperteil und warum?

Im wörtlichen Sinn stark ist an meinem Körper nix. Ich bin zäh und ausdauernd, aber nicht wirklich stark. Ich mag meine Hände besonders gerne, vielleicht, weil ich mit denen am meisten realisieren kann, (Füße dito, ich bin eine große Läuferin).

  • Wenn du unter Wasser leben würdest, welche Temperatur hätte das Wasser?

Ach, das müsste warm sein. Ich friere ja selbst im Schwimmbad manchmal beim Schwimmen. Das heißt, ich wäre eher im lichten Teil der Unterwasserwelt unterwegs, da wo die Sonne noch Wärme abgibt. Weiter runter, in die geheimnisvollen Tiefen käme ich nie. Dafür hätte ich viel zu gucken, denn da, wo es warm ist, ist auch mehr los…

  • Was für ein Gebäude wärst du, mit welcher Funktion und mit welchen Eigenschaften (groß, klein, einstöckig, turmhoch, prunkvoll, modern, schlicht, große Fenster, verwinkelt, weitläufig, unterirdisch, trutzig…)?

Ich wäre eine Haus am Meer. Oder genauer: ein Haus am Pazifik. Größe und Luxus sind eigentlich egal. Es müsste ein Haus sein mit großen Fenstern, am besten an einem Hügel gelegen, wo der Blick frei über den Ozean schweifen kann – und mit Garten. Meine Bewohner/innen müssten sich geborgen und ganz bei sich selbst fühlen, alle Besucher/innen willkommen und mit dem Gefühl, hier ganz ohne Wenn und Aber glücklich sein zu dürfen.

  • Wenn noch nichts auf der Welt entdeckt worden wäre, was würdest du gerne entdecken – und wie?

Das große Alter der Erde. Wie Darwin: Durch Beobachten und scharfes Kombinieren.

  • Was würde dein Teenager-Ich an deinem heutigen Ich bewundern – und umgekehrt?

Dass ich in Berlin ein gutes Leben führe – das hätte ich mir als Teenager nicht träumen lassen. Und dass ich mit Schreiben mein Geld verdiene. Umgekehrt? Dass ich die Schule so unbeschadet überstanden habe.

  • Was ist dein liebster Gegenstand und warum?

Einen liebsten Gegenstand habe ich nicht, besonders lieb sind mir Erinnerungsstücke, die ich von Reisen mitbringe und ein Ölbild, das ich völlig überraschend von einem Freund geschenkt bekommen habe.

  • Ein außerirdisches Wesen materialisiert sich in deinem Zimmer. Reagierst du mit einem Frontalangriff, einem Friedensgeschenk oder ganz anders?

Im Fall von Mister Spock reagiere ich mit hysterischer Begeisterung. Im Fall unbekannter Lebensformen sicher eher mit gebotener Vorsicht und großer Neugier: ich würde versuchen, mit dem Wesen Kontakt aufzunehmen. Unbedingt friedlich, auch wenn das mein Ende wäre. Ich wäre irre aufgeregt und auch ängstlich, würde die Begegnung aber auch als großes Erlebnis schätzen.

  1. Was löst dieses Bild in dir aus? https://artsandculture.google.com/asset/while-you-are-sleeping/-gG-5sCY0gbDZg

Im Moment träume ich viel und vor allem heftig. In der Figur sehe ich diesen Augenblick sich nach dem Hinlegen gleich schon wieder in eine Traumwelt aufzumachen. Schlafen als eine Tätigkeit, nicht so sehr als Pause, auch wenn wir meistens sehr erholt aus dem Schlaf zurückkehren. Die Skulptur löst also in mir das Gefühl aus, dass ich verstanden werde in meinen nächtlichen Exkursionen. Dass es mindestens einem Menschen genauso geht. Schön!

Die von mir Nominierten:

„Manni“, von https://mannigfaltiges.wordpress.com, der mir vor allem als „Knipser“, wie er sich selbst nennt, große Freude macht – In wirklicher Wahrheit heißt er übrigens Erich… 

Maren von https://orteundmenschen.wordpress.com  zeigt mir seit Jahren, wie groß die Welt ist, vor der eigenen Tür und gaaaanz weit weg…

https://hicemusic.wordpress.com ist für mich die tollste und vor allem abwechslungsreichste Musik-Plattform.

Auf https://karotinasblog.wordpress.com  werde ich mit Einsichten aus dem Schrebergarten-Universum versorgt – gibt es bitte irgendwo ein Wurmloch?

Bei https://bloghuettenalm.wordpress.com von Mallibeau Mauswohn und dem schreibenden Kollektiv von der Alm kann ich einfach hemmungslos lachen: Wie schön!

Meine Fragen: 

  1. Ein Leben ohne Blog: Vorstellbar? Beziehungsweise, was würde Dir fehlen?
  2. Wie unterscheidet sich Dein zu Hause von dem Deiner Freund/innen?
  3. Hast Du während des Lockdowns neue Seiten an Dir entdeckt?
  4. Was würdest Du sofort lernen, wenn Du genug Zeit oder Geld hättest?
  5. Welcher Mensch hat Dich am meisten geprägt – oder waren es mehrere?
  6. Was siehst Du als erstes, wenn Du zu Hause aus dem Fenster schaust?
  7. Hast Du oft Fernweh? Und wenn ja, wohin?
  8. Worauf freust Du Dich im Sommer?
  9. Wofür gibst Du gerne Geld aus?
  10. Hättest Du gerne (noch) ein Kunstwerk in Deiner Wohnung oder in Deinem Garten? Und wann ja, welches?

Die Nominierten werde ich im Laufe der nächsten Tage benachrichtigen – Jetzt muss ich nämlich schnell, schnell ins Büro. Keine/r muss antworten – aber natürlich wäre ich riesig gespannt…

Ende der legalen Sexarbeit

Grundsätzlich habe ich zur Zeit keine Befürchtungen. Ich sehe weder Demokratie noch den sie sichernden Rechtsstaat in Gefahr. Zumindest nicht in Deutschland. Dennoch hat mich der Vorstoß einiger Bundestagsabgeordnete (Männer und Frauen, parteiübergreifend) unangenehm überrascht, die im Anschluss an die Corona-Einschränkungen ein generelles Sex-Kaufverbot fordern. Sexarbeit ist zur Zeit wie andere Gewerbe stark eingeschränkt. Drastischer jedoch als in anderen Gewerben scheint die Zahl der Übertretungen zu sein.

Ich bin kein Fan von Prostitution. Aber ich sehe, wie mühsam eine halbwegs sichere soziale und vor allem gesundheitliche Versorgung für die Menschen geschaffen wurde, die in diesem und angrenzenden Metiers arbeiten. Das so genannte „nordische Modell“, auf das sich die an dem Brief beteiligten Abgeordneten beziehen, gilt u.a. in Schweden. Dass die Prostitution dort seitdem verschwunden sei – naja, kann man sich denken: sie ist an die Grenzen des Landes gerutscht, ansonsten sind Sexarbeiter/innen in die Illegalität getaucht.

Das Thema wird spätestens 2022 wieder eins, da werden die aktuellen Maßnamen auf den Prüfstand kommen. Es ist eine Angelegenheit, die polarisiert. Was denkt Ihr zu dem Thema?

Dornröschenschlaf

Tatsächlich bin ich in diesem Jahr steckengeblieben. Gefühlt ist gerade erst Ende März. Die Zeit des Lockdowns scheine ich mental verschlafen zu haben – leider schleichen sich hartnäckig Alpträume ein, einer davon wiederholt sich in endlosen Variationen: ich bin fast blind, und versuche mit größter Anstrengung die Augen zu öffnen in eine meist fantastische Umgebung. Eine ähnliche Traumfolge, die mich seit Jahren begleitet: Ich versuche Fotos zu machen, doch die Kamera funktioniert nicht und liefert nur schwarze Bilder.

Wach und mit offenen Augen muss ich feststellen, dass nächste Woche schon das halbe Jahr 2020 vorbei ist. Hmpf. Was mache ich denn damit? Vielleicht sind meine Vorhaben zu groß – oder zu viele. Oder ich hänge zu tief im Alltag und verpasse es, gelegentlich auf einen kleinen Berg (zum Beispiel einen freien Sonntag) zu steigen, um die Übersicht zu gewinnen. Das Glas, soviel ist klar, ist gerade halb leer und halb voll. Eine gute Gelegenheit, für das, was geht, ein paar Gedanken zu investieren…

Da isser!

Seit zweieinhalb Wochen gehe ich abends spazieren. Um diesen süssen Mr. Foxy zu treffen. Heute hat er mir endlich eine Audienz gegeben. Im Rosengarten. War das schön!