Paradox

Während ich mehr arbeite als sonst, sind die schönen Momente noch intensiver. Ich merke zwar, dass bald eine Grenze erreicht wird. Aber diesen Effekt hatte ich nicht erwartet. Überraschend schön.

Ein ganz und gar untypischer Montag

Der auch noch mit Migräne anfing. Aber das Licht und der Wind waren fantastisch. Fast wie in Kalifornien. Und als die Tabletten endlich wirkten, war ich schon wieder raus aus der Bibliothek und konnte die Heimfahrt auf dem Rad genießen. Am schönsten aber war, dass ich meinen neuen Nachbarn Michael zufällig im Hof traf, mit ihm seine renovierte Wohnung anschaute und dann gleich noch mit unserem gemeinsamen Freund Carsten (und ebenfalls Nachbar) in die Pizzeria nach nebenan ging, um die neue Nachbarschaft zu feiern. Über den Tischen wiegten sich die knallgrünen Baumkronen im  Wind, die Sonne glitzerte regelrecht und das Essen schmeckte schön italienisch, dass ich mich weit weg im Urlaub fühlte. Und das gerade mal 10 Meter von meiner Wohnung entfernt. Ist das nicht einfach toll? An einem schnöden Montag…

Die Reste vom Fest

oder noch ein Nachtrag zu Artikel von Gestern. Denn was sind Nachbarinnen und Nachbarn anders, als ein Netz – oder meinetwegen auch Nest – anderer Art. Unser Haus verjüngt sich übrigens gerade durch viele neue Mieter/innen, die tatsächlich noch studieren. Und einen Mega-Grill haben wir jetzt auch. Der Sommer kann gerne noch für ein paar Wochen bleiben.

Alltag im Netz

Wie immer, herzliche Grüße an Ulli die die regelmäßigen Alltags-Betrachtungen angestoßen hat: https://cafeweltenall.wordpress.com/2019/08/13/alltag-10/

„Netzwerken“ – huuu, habe ich mich früher davor gefürchtet! Als junge Journalistin wusste ich noch nicht, wie wichtig es ist, Leute zu kennen, die einem helfen. Ich sah mich als Einzelkämpferin und glaubte, alles alleine stemmen zu können. Was teilweise auch gelang. Allerdings unter erheblichen Anstrengungen. Und irgendwo gab es immer eine Grenze, gegen die ich rannte. Ich bin – und das erkannte ich gleichzeitig auch im Privatleben – auf andere Menschen angewiesen. Alleine komme ich durch. Aber mit anderen komme ich weiter. Und vor allem ist es schöner: geteiltes Leid, aber auch geteilte Anstrengung oder Freude verbinden. Das musste ich lernen.

Auf eine andere Weise fühle ich mich immer getragen. Auch wenn Menschen, die mich unterstützten, fehlten. Es gehört wahrscheinlich zum Glauben, sich nicht alleine zu fühlen. Nicht, dass ich dauernd den lieben Gott auf einer Wolke über mir sehe. Aber ich fühle mich als Teil dieser Welt. Ganz egal, was passiert. Ich habe im Frühjahr eine ungeheure Herzenskälte durchgestanden. Da ist offensichtlich das Netz gerissen. Oder besser: mein Vertrauen in das Netz. Zum Glück ist dieser Zustand vorbei. Und mir wird klar: Entweder es gibt das Netz, oder eben nicht. Ein bisschen Netz scheint zumindest für mich nicht möglich.

Ein Netz ist eigentlich auch mehr als nur eine Stütze. Ich empfinde es eher als Kreislauf, in dem Dinge in Bewegung sind. Gerade neulich war ich in einem Papierladen, und bekam einen sehr schönen Druck geschenkt. Nicht, dass ich dieses Geschenk als „Belohnung“ dafür empfand, Tage zuvor ebenfalls ein paar Dinge verschenkt zu haben. Es schien vielmehr das Echo einer Offenheit, die ich mir in den letzten Jahren sorgfältig antrainiert habe. Sorry, klingt komisch, aber ich komme aus einer eher misstrauischen Sippe. Vertrauen ist mir auch nach wie vor nicht geheuer. Aber Offenheit, das habe ich gemerkt, Offenheit geht. Und ist für mich eine Grundvoraussetzung für tragende Netze.

Und das digitale Netz? Ohne kann ich mir mein Leben kaum noch vorstellen. Nicht, dass es nicht ginge. Aber es wäre endlos mühsamer. Insofern schätze ich Computer immer mehr. Allein für den Moment im letzten Frühjahr, als ich nachts um drei eine Zecke in meinem linken Bein verbissen fand. Ohne Anleitung, wie so ein Tierchen mit bloßen Fingern zu entfernen ist, wäre ich wahnsinnig geworden. Also. Auch hier: Es lebe das Netz. Aber bloß nicht zu lange. Und deshalb klappe ich den Rechner auch jetzt für heute zu…