Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Zeigen

ist etwas elementar Menschliches. Vielleicht verbindet sogar nichts verlässlicher, als gemeinsam Gesehenes. Oder warum gehen wir so gerne zu mehreren ins Kino, in Ausstellungen oder in den Urlaub? Wahrscheinlich war das Zeigen die entscheidende Geste vor dem Sprechen. Gleichzeitig ist es etwas, über das wir selten nachdenken. Über Präsentationen oder über Werbung zerbrechen wir uns […]

Die Rückkehr der Popmusik

Älterwerden birgt echte Überraschungen. Oder wie sagt man, wenn Jahre vergehen und man Dinge völlig aufgegeben hat, um dann doch wieder darauf zurück zu kommen? Ich habe mindestens 10 Jahre lang zu Hause keine, bzw. kaum noch Musik gehört. Im Radio laufen ausschließlich Wortsendungen, der CD-Player war ewig kaputt und blieb noch länger unersetzt. Keine […]

Herbstanfang

Fast ist mir das Datum in der Aufregung um die Bundestagswahl verloren gegangen. Hier noch mal der Reminder: Wir haben Herbst. Und das – haha. Ja, ist gut.

Sich die Welt neu buchstabieren

Wenn mir eins klar ist nach dieser Wahl: nichts ist selbstverständlich. Egal, wer jetzt „schuld“ ist an dem Ergebnis, ich bin es ebenso, weil mir nicht klar war, dass ich meine Stimme auch habe, um sie zu benutzen. Ich war schweigend einverstanden oder gegen etwas, aber eben: Ohne den Mund aufzumachen. Es wird Zeit, mit […]

Momente

großer Schönheit passieren auch mitten im Alltag. Oder: Manchmal sind es nur Bruchteile von Sekunden, durch die man in die Ewigkeit schaut.

Köln

als ich gestern mit dem Zug in den Kölner Bahnhof einfuhr, dachte ich: Das heilige Köln: Viel hat sich seit dem Mittelalter geändert, andererseits, die Schiffe auf dem Rhein, die Bahnen auf den Brücken, eben Verkehr und Handel und trübes Wetter… – das hätten die Männer und Frauen von damals sicher wiedererkannt. Aber dieser Anblick: […]

Was wiegt ein Menschenleben?

Ich sitze im Zug nach Köln. Jedes Jahr um diese Zeit fahre ich nach Hause, mein Vater hat heute Geburtstag. Ich habe in den letzten Monaten wenig an meine Eltern gedacht – zu viel kam (wie sagt man?) von vorne (?) – viel Arbeit, Termine, das übliche Alltagszeugs halt. Ich erinnere mich an viele Reisen […]