Kategorie: Rezension

„Ihm fällt immer noch etwas ein, womit ich nicht rechne“ – Sieglinde Geisel im Gespräch mit Peter Bichsel

Ein Interview zwischen zwei Buchdeckel zu packen, ist ein Wagnis: Gibt der oder die Interviewte genug her – genug überraschende Momente oder Einsichten, genug Blick über den eigenen Tellerrand? Und was ist mit dem Gegenüber? Sind die Fragen spannend, der Blick klar? Kommt es zu einem Gespräch oder bleibt es bei einem bloßen Abfragen und […]

Gebrauchsanweisung fürs Ungerade

Biografien sind und bleiben für mich die großen Anreger in der Literatur. Romane versetzen mich in andere Zeiten oder Gegenden, und es ist ein Spass, mich unter fremden Sonnen oder Monden wiederzufinden. Sachbücher erweitern meinen Horizont (soweit ich sie verstehe), Biografien lese ich seltener, aber auch mit dem Wunsch, einzutauchen, mich in andere Zeiten oder […]

Blonde Poison: Das Leben der Stella Goldschlag

Die Aufregung um das Buch „Stella“ von Takis Würger ist noch gar nicht so lange her. Im Kern ging es um die Frage, wie man über den Holocaust einen Roman schreiben kann. Fiktion und historische Gegebenheiten miteinander zu mischen, ist heikel. Weil die Frage nach dem Warum laut dröhnend im Raum steht: Warum hält ein […]

Abschied nehmen

Frauen altern anders als Männer. Schneller, möchte man vorschnell rufen, aber die Sache verhält sich anders. Was wir Wechseljahre nennen, ist tatsächlich eine Art Kippschalter, mit dem Frauen von jung zu alt wechseln, allein wegen der Möglichkeit und darauf folgenden Unmöglichkeit, Kinder zu bekommen. Die Wechseljahre sind ein gefürchtetes Alter. Sie beenden einen Zustand, den […]

Beethoven, stupid!

Antwort auf die Frage, welches Stück denn nun das Zeitgenössische war. – Nein, so ist es natürlich nicht zu verstehen, und wenn ich ehrlich bin: Heute kriege ich das auch nicht mehr wirklich nachvollziehbar auf die Reihe. Dafür habe ich jedoch gesehen, dass Albrecht Selge gestern auch im Berliner Kammermusiksaal war, um das sensationelle Konzert, […]

Klimt sehen

Gustav Klimt gehört für mich zu den schwierigen Künstlern. Nicht, weil seine Werke rätselhaft sind oder unzugänglich. Ganz im Gegenteil. Die Bilder strahlen Schönheit, Vollkommenheit, Zartheit aus, sie beweisen Können, den Sinn für Nuancen, für alles, was unsere Augen erfreut, und sie sind voller Liebe für Menschen (meist in Gestalt schöner Frauen) und die Natur. […]

Science-Fiction-Kunst

Wer gerne ins All reist, ist bei der aktuellen Ausstellung „Crash“ der südkoreanischen Künstlerin Lee Bul im Berliner Martin-Gropius-Bau gut aufgehoben. Ihre allesamt futuristisch anmutenden Gebilde (Aliens und Cyborgs sind für sie noch die einfachste Übung), scheinen aus ihren Träumen direkt in die Wirklichkeit verwandelt, sehr genau, sehr kühl, sehr schlüssig. Und auch unvollkommen, hier […]