Grundsätzlich habe ich zur Zeit keine Befürchtungen. Ich sehe weder Demokratie noch den sie sichernden Rechtsstaat in Gefahr. Zumindest nicht in Deutschland. Dennoch hat mich der Vorstoß einiger Bundestagsabgeordnete (Männer und Frauen, parteiübergreifend) unangenehm überrascht, die im Anschluss an die Corona-Einschränkungen ein generelles Sex-Kaufverbot fordern. Sexarbeit ist zur Zeit wie andere Gewerbe stark eingeschränkt. Drastischer jedoch als in anderen Gewerben scheint die Zahl der Übertretungen zu sein.
Ich bin kein Fan von Prostitution. Aber ich sehe, wie mühsam eine halbwegs sichere soziale und vor allem gesundheitliche Versorgung für die Menschen geschaffen wurde, die in diesem und angrenzenden Metiers arbeiten. Das so genannte „nordische Modell“, auf das sich die an dem Brief beteiligten Abgeordneten beziehen, gilt u.a. in Schweden. Dass die Prostitution dort seitdem verschwunden sei – naja, kann man sich denken: sie ist an die Grenzen des Landes gerutscht, ansonsten sind Sexarbeiter/innen in die Illegalität getaucht.
Das Thema wird spätestens 2022 wieder eins, da werden die aktuellen Maßnamen auf den Prüfstand kommen. Es ist eine Angelegenheit, die polarisiert. Was denkt Ihr zu dem Thema?






