Berlin, ick liebe Dir

Ja. Zeit für eine weitere Liebeserklärung. Ich bin 1989 nach Berlin gezogen. Gar nicht mal ganz freiwillig. Aber weder München noch Hamburg waren für mich Alternativen. Und dann dieses Wetter: Kontinentalklima, was damals bedeutete: eisige Winter. Nee, war das nix für mich! Schnell wollte ich wieder weg.

Aber die Stadt hat sich in mein Herz geschlichen. Erst, weil es hier an vielen Stellen noch so viel altmodischer war, als im Westen – und weil gleichzeitig viel los war. Berlin ist eben immer direkt vor der Tür (oder fällt mit derselben auch schon mal ins Leben): Menschen aus allen Himmelsrichtungen, schöne und auch sehr häßliche Relikte aus der Vergangenheit, tolle Himmel und eine so weite Umgebung, mit allem, was mein Flachland-Herzi sich wünschen konnte. Heute will ich – wen wundert’s – nicht mehr weg. Und gerade, wo ich – eher unfreiwillig – so viele Spaziergänge durch die nächste Umgebung unternehme, bin ich immer noch und immer wieder überrascht über die vielen Gesichter der Stadt. Was für ein Fest!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 11

  1. LP 14. Mai 2020

    Und genau das ist mein Problem, wenn immer ich in Berlin bin: „Berlin ist eben immer direkt vor der Tür“.
    Es kommt mir zu nah und man kann der Stadt nirgends wirklich entfliehen. Es sei denn, man sitzt im ICE.
    Zumindest geht mir das so.
    Aber schön, wenn Du die Stadt liebst, in der Du lebst.
    So soll es sein.

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    • Stephanie Jaeckel 19. Mai 2020

      Ich beschäftige mich gerade viel mit der Frage, wie ich meiner eigenen Komfortzone immer wieder entkommen kann. Es ist ja schon irre, wie viel Puffer zur Wirklichkeit im Laufe der Jahre wie Jahresringe um viele von uns (mich unbedingt eingeschlossen) wachsen. Berlin macht es mir zumindest oft schwer, mich so völlig einzukapseln. Das gehört zu den – wenn auch nervigen Dingen – die ich an der Stadt liebe, naja, zumindest schätze.

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  2. flowerywallpaper 14. Mai 2020

    Liebe Stephanie. Ich war nur einmal fünf Tage in Berlin und habe mir die Frage gestellt was ich hier finden soll. Ausgenommen der vielen Museumssammlungen, die es wo anders auch irgendwie anders gibt, finde ich diese Stadt besonders öde. Schön, wenn es dir und so vielen anderen Menschen dort so gut gefällt. Ich gratuliere allen alten und neuen Bürgern von Berlin die sich dort wunderbar wohlfühlen.

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    • Stephanie Jaeckel 19. Mai 2020

      Ja, Berlin polarisiert. Es gibt ja viele, die die Stadt einfach nur fürchterlich finden. Ging mir eben von Anfang an nicht so. Obwohl das Wetter wirklich gruselig war. Ich liebe das viele Grün, und die wilden Tiere, wie den süßen Fuxi, den ich gestern endlich mal getroffen habe.

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