Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Gesundheit

Längst tobt auch auf dem Gesundheits-Sektor ein Glaubenskrieg. Hier steht die so genannte „Schul-Medizin“, dort die der „ganzheitlichen“ Heilung, auch „Alternativ-Medizin“ genannt. Dazwischen ein tiefer Graben. Es gibt Gründe, weshalb es zu dieser Polarisierung kam. Die allmähliche Industrialisierung der Medizin, die Bevölkerungsexplosion im 20. Jahrhundert und die über Jahrzehnte daraus resultierende Marginalisierung von traditionellem Heilwissen […]

Sehschwäche

Beim Altwerden kommt fast nix plötzlich. Dass ich nicht mehr alles sehen kann, kündigte sich lange an. Ich trage seit mindestens 30 Jahren eine Brille, weil ich – wie so viele Geisteswissenschaftler/innen – kurzsichtig bin. Ich war lange sorglos, die Sehschwäche blieb relativ konstant. Seit zwei Jahren nun habe ich beim Lesen Probleme. Die ihrerseits […]

Die Umgebung macht's

Gestern habe ich einen langen Spaziergang durch Berlin Mitte gemacht und dabei Gegenden besucht, in denen ich vor 20 Jahren ( – zwanzig Jahren!!!) häufig unterwegs war. Andere Freundinnen und Freunde (natürlich nicht alle), andere Lieben, andere Hoffnungen, viel mehr Unsicherheiten, auch Ängste. Ich hatte das Wort „Revier“ vor Augen. Vor allem dieses Abschreiten des […]

Trotzdem

Was habe ich an dem Morgen gelacht! Die Nacht war unheimlich gewesen in einem abgelegenen Motel am Rand des Joshua-Tree-Nationalparks. Wüste, ein von Alkohol und Drogen vernebelter Motel-Besitzer, viel Dunkelheit und noch mehr Schatten. Man muss nicht an Gott glauben, um dieses farbenfrohe Haus mitten im Nichts als Erinnerung in grauen Tagen zu nutzen, trotzdem […]

Glamourös aufschlagen

Wenn schon ins Loch fallen, dann doch bitte im KaDeWe. So ging es mir heute. Das, was auf dem Foto wie finstere Nacht aussieht, war fünf Uhr nachmittags. Aber ich fühlte mich so allein auf der Welt, als sei es gerade morgens um Eins an einem Wochentag in einem kleinen Kaff am Ende der Welt. […]

Spieglein, Spieglein an der Wand…

Wo ich schon dabei bin, in den Spiegel zu schauen + wer mich kennt (ich komme aus dem Rheinland): so viele Aspekte, die eigene Person zu zeigen – Bald ist wieder Karneval! Und einmal mehr werde ich in Berlin bleiben müssen, Mitfeiern wird also mal wieder aufs nächste Jahr verschoben. Und kaum etwas macht mir […]

Der Blinde Fleck

Man selbst sieht sich nicht. Denn der Spiegel ist nicht viel mehr als eine Art Selbstinszenierung, trotz aller scheinbaren Unbestechlichkeit. Vor dem Spiegel verhalten wir uns meist wie vor einem Publikum. Also Vorsicht! Ich habe von Kind an einen gewissen Mut zur Hässlichkeit. Ich war nie ein artiges Mädchen (obwohl von einer an Dusseligkeit grenzenden […]