Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Danke sagen

Doch, so weit würde ich schon gehen: Danken ist eine Kulturtechnik. Und damit weit mehr als gute Erziehung. Ich erinnere mich gut daran, wie bockig ich als Kind wurde, wenn es ans Bedanken ging. Ich habe es regelrecht gehasst, ich weiß allerdings nicht mehr genau, warum. Nur so viel: Es war mir ungeheuer peinlich. Ich […]

Ein Monster bergen

Ich denke, ich bin klein. Dabei bin ich bloß brav. Ich verliere mich in meinen Pflichten. Statt mein Leben zu führen. Ich bin vom Weg abgekommen. Ich muss den Kompass wieder hervorholen. (Einmal darüber geschlafen:) Statt morgens gleich mit der Pflicht anfangen, erst ein eigene Angelegenheit auf den Tisch bringen. Vielleicht ist es so einfach.

Die Welt ohne mich

Das scheint mir eine wichtige Blickrichtung. Klar. Es sind immer meine Augen, die sehen. Und mein Gehirn (oder eben der Darm), das/der daraus Ansichten macht. Aber die Welt hat lange ohne mich existiert. Sie läuft nach anderen Taktgebern als meinen Befindlichkeiten. Es ist eine tatsächlich uralte Klage, dass die Menschen zu sehr auf den eigenen […]

Mein Nikolaus-Geschenk

passte dieses Jahr weder in Schuh noch Stiefel. Das Schwimmbad bei mir und die Ecke hat wieder auf! Ein kleines Bad, für echte Schwimmer/innen eher ein Witz. Aber gleich neben meinem Büro und damit geradezu unbezahlbar. Den ganzen Sommer über und dann noch bis Anfang Dezember hatte das Haus wegen Renovierung geschlossen. Ich muss gestehen, […]

„Keinen Widerspruchsgeist hegen…“

„… denn er ist dumm und widerlich; man rufe seine ganze Klugheit dagegen auf.“ So lese ich im „Handorakel“ von Balthasar Grazián, einem Buch, das schon über 450 Jahre alt ist. Wenn ich ehrlich bin, halte ich mich daran gerade auch ein bisschen fest. Denn egal, wo ich unterwegs bin, worüber ich nachdenke, ich bin […]

Handwerkliche Fähigkeiten

Im Zusammenhang mit der neuerlichen Pisa-Studie habe ich gelesen, dass Jugendliche nicht mehr nur nicht gerne lesen, sondern es auch nicht mehr besonders gut können. Der Befund: ein großer Teil der Schüler/innen bleiben, was ihre Lesefähigkeit angeht, auf dem Niveau von Grundschüler/innen. Hm. Bevor ich mich aufregen wollte, dachte ich erst mal, ob man die […]

Likes als Währung

„Qualität spielt keine Rolle mehr. Warum sonst bekommt ein Foto von einer Giraffe, die ein Blatt frisst, vier Millionen Likes?“ So war es neulich in einem Spiegel-Online-Interview mit dem Fotografen Albert Watson zu lesen. Watson ist seit den 1970er Jahren im Geschäft, hat eine klassische Karriere mit Mode- und Porträtfotos hingelegt, um – wie viele […]