Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Einsamkeit und Liebe

Wann begreife und akzeptiere ich, dass diese beiden Begriffe zusammengehören wie die beiden Seiten einer Medaille? Partnerschaften sind das Eine. Und eine höchste Kunst. Liebe gehört in Partnerschaften. Liebe teilen auch. Aber. Am Ende bleibe ich damit alleine. Partnerschaft braucht Kommunikation, Offenheit in guten wie in schlechten Zeiten. Meine Liebe jedoch steht außerhalb der Zeit. […]

„Im August fallen die Sterne“

Diese Gedichtzeile von Sarah Kirsch bringt meine August-Stimmung auf den Punkt. Denn jetzt ist der Sommer da in seiner ganzen Pracht, er neigt sich aber auch schon wieder, die Nächte werden länger. Die Sterne fallen und damit wird ein Ende eingeleitet: der melancholische Teil des Jahres beginnt für mich immer schon jetzt, nicht erst im […]

Löcher der Erinnerung

Ich war letztes Wochenende in meiner Heimatstadt. Wie schon das Mal davor, ist ein Faden gerissen. Klar, ich kenne die Stadt nach wie vor, fühle mich sogar auf eine Art und Weise dort immer noch zu Hause. Aber die Selbstverständlichkeit, dort zu sein, die sich über Jahrzehnte noch erhalten hatte, ist futsch. Dieses Mal gab […]

Sightseeing in Kassel

Es war anders als die letzten Male. Nicht mal schlecht. Das Sommerwetter spielte mit: schauen, essen abhängen. Selbst die Häßlichkeit Kassels hatte ihre Momente. Vielleicht spielte es auch eine Rolle, dass ich nicht alleine dorthin gereist war. Ich hatte zumindest nicht diese plötzlichen Momente der Verwirrung mit der immer gleichen Frage: „Was mache ich eigentlich […]

Und wenn er kommt, dann laufen wir

Das Thema Flucht geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es ist, als wenn ich einen Schlüssel in der Hand halte. Ich kenne ihn, weiß aber beim besten Willen nicht, wo das passende Schloss ist. Es ist komisch zu denken, dass ich ein Mensch auf der Flucht bin. Fast schon lächerlich angesichts aller Menschen, die […]

Gesund werden

kann auch schon mal ziemlich lange dauern. Das passt so gar nicht in unsere schnelllebige Zeit. Und verlangt einem eine dicke Portion Geduld ab. Mir geht es langsam besser. Heute gehe ich zur Ärztin und hoffe, dass sie mir sagen kann, dass ich ganz bald (vielleicht schon Ende der Woche) wieder gesund bin. Bis dahin […]

Gestört sein

Meine Eltern waren als Kinder, bzw. Teenager im Zweiten Weltkrieg auf der Flucht. Meine Mutter kehrte beim Vorankommen der russischen Soldaten im Osten des Landes mit dem großen Flüchtlingsstrom zurück ins Rheinland. Mein Vater desertierte als Flugschüler des Regimes mit seinem unglaublich mutigen und klugen Lehrer aus Leipzig über Ungarn und Österreich ebenfalls zurück nach […]

Am Ende,

und als es dunkel wurde, habe ich mich doch getraut: Eine Runde schwimmen, während die Partygäste an ihren von Kerzen beleuchteten Tischen saßen und von mir beim besten Willen keine Notiz nahmen. Trotzdem: ich war die einzige Erwachsene, die sich getraut hat. Die Kinder hatten natürlich überhaupt keine Bedenken (und zum Glück). Happy End? Ja. […]