Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Was machen wir zusammen?

Reden natürlich, essen, tanzen, Sport, Ausflüge. Das fällt mir als Erstes ein, wenn ich an Dinge denke, die ich mit Freund*innen mache. Reisen, wenn man enger befreundet ist, ins Kino gehen, ins Theater, ins Konzert. Alles schön. Dennoch denke ich manchmal: zu wenig. Warum? Weil vieles von dem mit Konsum zu tun hat. Und kein […]

Die Wahrheit gibt es nicht

Aber Wahrheiten, die seit Menschengedenken überliefert werden. Wer in Berlin ist, sollte sich unbedingt die Ausstellung „Songlines – tracking the Seven Sisters“ im Humboldt-Forum anschauen, die bis zum 30. Oktober gezeigt wird. Denn da gehen einem so einige Lichter auf… Die Songline der Sieben Schwestern ist eine von vielen Erzählungen, die in Australien seit Jahrtausenden […]

Beste Freundinnen

Simone de Beauvoir? Ich dachte, ich wäre fertig mit ihr. Eine wichtige Lektüre während der Studienzeit, gewiss. Ich habe Romanistik studiert und ja, natürlich wollte ich mir meinen Platz im Leben erobern. Als Frau. Da war Simone eine wichtige Stimme. Die mir vor allem anderen von Dingen erzählte, die um mich herum Gang und Gäbe […]

Wenn schon,

dann richtig. Jedes Kind weiß doch, dass Mona eine italienische Lady ist, und landestypische Pasta allem anderen vorzieht! Lasagne wäre das Wurfgeschoss der Wahl gewesen. Aber wer achtet denn heute noch auf die Wünsche anderer… Das Bild habe ich 2019 im New Yorker Central Park bei einem Straßenverkäufer erstanden. Er wies ganz stolz darauf hin, […]

Wo der Brokkoli wächst

Berlin übertrifft sich gerade wieder selbst. Bäume, Sträucher, Blumen explodieren (zum Glück sehr geräuscharm und friedlich), Museen zeigen, was sie haben, oder wo sie gerade rankommen, Bühnen öffnen, Kinos gehen nach draußen. Vagabundierende Spaziergänge haben längst wieder mehr als ein Highlight. Großstadt at its best. Natürlich ist es kein Brokkoli. Wir sehen drei gestandene Bäume […]

Luft, zu atmen

Kunst schafft im besten Fall auch das: ein Angebot zum Verweilen, zum Gespräch. Lustig, dass es gerade bei Barbara Krugers Medien-Hypnose gelingt. Aber eben: die Neue Nationalgalerie kann weit mehr, als bloß Kunst ein Dach bieten. Highlight an einem tollen verregneten Sonntagsspaziergang.

In Kunst verlieben?

Was ist es, das uns für Bilder, für Skulpturen oder Bauwerke begeistert? Ich fühle mich vor einem Kunstwerk stets wie eine Art Echoraum oder Resonanzkörper, oder so ein Lackmus-Streifen, der reagiert: ja/nein/ein bisschen/gar nicht… Das hat mit Gefühlen zu tun. Auch wenn viele Kunstwerke den Intellekt ansprechen: ernst manchmal, verspielt, überheblich oder auch wie desinteressiert […]

Sie sind zurück!!!

Völlig vertieft in die Lektüre über den vergeblichen Versuche einer Fliege, im Februar 1801 im Schweizerischen Hauptwil eine Fensterscheibe hochzuklettern durchströmte mich plötzlich die pure Euphorie. Das hat echt eine Weile gedauert. Aber dann habe ich sie nicht nur gehört, sondern auch erkannt: Die Schwalben sind wieder da. Der Sommer kann beginnen!