Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Kommen lassen oder einfordern?

Als Rheinländerin bin ich mit der Lokalweisheit „et kütt wie et kütt“ großgeworden. Auf englisch heißt das so viel wie „wait and see“, und gehört zu den Lebensregeln im Allgemeinen, nach der, wer zu viel fordert oder zu viel voraussieht, nicht nur zu viel Wind macht, sondern sich möglicherweise auch umsonst verausgabt. Aber. Natürlich kennt […]

Sich unsichtbar essen

Das 2017 in den USA erschienene Buch „Hunger. A Memoire of (my) Body“ von Roxane Gay ist dieses Jahr in deutscher Übersetzung auf den Markt gekommen. Zeitgleich mit „Bad Feminist“, einem Buch, das Gay 2014 veröffentlichte, und das – so zumindest verstehe ich das Rosa auf dem Cover – mit einem Augenzwinkern hier noch einmal […]

Alltägliches wieder neu sehen

Es ist schon verrückt: Kaum habe ich eine neue Kamera, sehe ich die Welt noch einmal neu. Als hätte das Gewicht in meiner Hand – und fast mehr noch das Geräusch des Auslösens selbst eine Magie, Dinge anders zu sehen. Allein die Farben! Und wenn ich jetzt verrate, das ich dieses Foto direkt neben einer […]

Dienstreise II (Halle/Saale)

Manche Dienstreisen machen dann aber doch Spass. Vor allem, wenn man vorab schon einmal die Nase in eine im Aufbau befindliche Ausstellung stecken darf. So geschehen kürzlich im Kunstmuseum Moritzburg in Halle, wo gerade die große Sonderausstellung „Bauhaus Meister Moderne. Das Comeback“ eingerichtet wird. Direktor Thomas Bauer-Friedrich freut sich schon, 60 Bilder, die von den […]

Schauen wie gedruckt

Ich hatte hier im Blog schon mal geschrieben, dass mich mit einem Mal (und noch gar nicht so lange her) Schwarz-Weiß-Fotografien interessieren. Nicht, dass ich sie nicht immer schon bei anderen, vor allem bei Profi-Fotograf/innen sensationell gefunden hätte. Aber ich traute mich einfach nie ran. Beziehungsweise: alles, was ich in schwarz-weiß fabrizierte, war ziemlicher Mist. […]

Den eigenen Gefühlshaushalt strukturieren

Wer schon seit der Kindheit aus eher konventionellen Beziehungsmodellen ausbrechen wollte, hat mit regelmäßigen Restrukturierungmassnahmen (haha) zu tun. Denn ein Verlassen des Üblichen verlangt unendlich viel Flexibilität: Wo nichts festgelegt ist, muss immer wieder nachjustiert werden. Für jede Gefühlslage braucht es einen neuen Ausdruck, für jeden Freund, jede Freundin eine eigene Balance. Wobei. Das ist […]