Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

So gesehen

auf einer Hauswand in Tübingen. Könnte auch von Hölderlin stammen… (obwohl der natürlich noch keine Hamster im Käfig kannte, sondern nur die freien auf dem Feld).

Die Wahl haben

So viele Vorfahren haben dafür gekämpft. Und auch wenn es am Ende fast immer nur Kompromisse sind. Wer sich augenblicklich auf der Welt umschaut, weiß, es ist keine Bürger*innenpflicht, es ist ein Privileg.

Geduld

gehört zu den Fähigkeiten, die ich in einer nur sehr kleinen Portion mitbekommen habe. Wenn ich eine Lösung vor mir sehe, muss sie JETZT umgesetzt werden. Umgekehrt: Ohne Geduld kommt man nicht weit. Alles abbrechen, was nicht bei Drei erledigt ist? Und wenn man in einer Sackgasse landet, flennen und Rückwärtsgang einschalten? Keine erfolgsversprechende Aussicht. […]

reminder

So gesehen auf (ja) dem Berliner Bahnhof Südkreuz. Für meinen Geschmack noch ein bisschen versteckt. Würden wir öfter dran denken, hach, das könnte fast wie Urlaub im Alltag werden. Dreimal weniger Streit. Mindestens. Einen herzlichen Dank an den Himmel – der den perfekten Hintergrund gezaubert hat.

Wie schreibt man jemandem,

der nicht gestört werden will?… Vielleicht mit fast durchsichtiger Tinte – damit die Buchstaben nicht so laut aufs Papier knallen? Fast durchsichtig? Das kann doch kein Mensch lesen –  das ist viel zu umständlich … Lesen ist immer umständlich. Zumindest was die Zeit angeht, die zu verwenden ist. Es müsste einen Buchstabenduft geben. Oder einen […]

„All mein Gedanken…“

Verblüfft stelle ich fest, dass gerade die Liebe mir mein Alleinsein auf der Welt besonders deutlich macht. Denn wenn „Du“ mein Innigstes bist auf dieser Welt, bleibst du eben doch mein Gegenüber, immer wieder der andere, auf den ich zwar setze, aber – eben. Insofern dreht sich mir gerade die Richtung. Bislang dachte ich, man […]

Stärke

Früher – und das heißt eigentlich: bis gestern – dachte ich, stark sei man, wenn es einem nichts ausmacht. Heute weiß ich: Stark bin ich, wenn es mir etwas ausmacht, ich aber trotzdem stehen bleibe. Und weiter meine Angelegenheiten verfolge, trotz schlafloser Nacht oder zu Beton erstarrter Gedanken.