Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Gespenster

Sie kommen nicht nur nachts. Und sie bevölkern längst nicht nur die Außenwelt. Sie können durch Wände gehen, und sie geistern auch durch uns selbst, durch unsere Körper und Gedanken und wer schreibt, so die These von Ulrike Draesner, stellt sich den Gespenstern. Weil jede/r Schreibende Grenzen überschreitet, also dort unterwegs ist, wo Gespenster sich […]

Blogparade: „Was bedeutet das Meer für mich?“ #DHMMeer

Ich lebe in Berlin Kreuzberg. Den einzigen Zugang zu Meer habe ich dort in einem kleinen Lokal keine 200 Meter von meiner Wohnung entfernt. Es heißt „Café AM MEER“ und – doch, ja, das funktioniert – zumindest, wenn ich die Augen schließe und bei Sonne draußen auf der kleinen Straßenterrasse sitze. Ich habe sogar mal […]

Freie Liebe

Eben lief im Deutschlandfunk ein sehr schönes Feature über den russischen Anarchisten Michail Bakunin und seine sehr junge Frau Antonia. Schön erstens, weil sehr schön gemacht, und zweitens, weil mir die Gedanken Bakunins, vor allem das Zusammendenken von privat und politisch stimmig erscheinen und mir sein absoluter Freiheitsdrang sehr imponiert. So aber, denke ich, möchte […]

Wo kommst Du her?

Die Frage nach Rassismus treibt mich um. Ich bin mir meiner europäischen Herkunft und der entsprechend eingeschränkten Sicht auf die Welt bewusst, seit ich – und das ist noch gar nicht so lange her – 2007 zum ersten Mal wirklich bewusst auf einem anderen Kontinent war (Kanada), und begriff, wie verschieden Lebenswelten sein können. Ich […]

Gedanken-Smoothie

Dachte ich heute, wie es wohl aussehe, wenn alle Gedanken, die täglich durch unsere Köpfe strömen, in Flaschen konserviert würden. Manchmal werde ich ganz groß durch Gedanken kluger Menschen, die ich lese oder in meine Arbeit einbaue. Manchmal bleibe ich reduziert aufs bloße Atmen. Oder ich träume. Was den Gedankenraum ins Unbekannte öffnet. Denke ich […]

Nichtstun

Die meisten von uns freuen sich auf den Feierabend, das Wochenende und auf die Ferien. Endlich machen, wozu man Lust hat! Entspannen! Wohlfühlen! Aber, nichts tun? Kaum jemand, der oder die darin ein Vergnügen sieht – geschweige denn, es mehr als 10 Minuten hinbekommt. Doch, ich konnte das schon immer. Und habe mich immer geschämt. […]

Es gibt so Tage,

da guckt einen sogar der Gurkensalat an. Und: könnte sein, dass wir unsere Schlaflosigkeit oft nur träumen. Zumindest legen Forschungen nah, dass, wenn wir uns wach wähnen, wir gelegentlich oder möglicherweise längst eingeschlafen sind, und davon träumen und schlaflos im Bett zu wälzen. Macht natürlich auch keinen Spass. Ist am Ende aber vielleicht doch eine […]

Wasser trägt

Wie hatte ich das 30 Jahre lang vergessen können? Weil es etwas mit Vertrauen zu tun hat, das mir früh verloren gegangen war? Auch Selbstvertrauen. Jetzt warte ich auf die halben Stunden, in denen ich ins Wasser kann. Vielleicht träume ich, aber mir scheint, die Schmerzen überall im Körper würden weniger.   P.S. Vorsicht! Schwimmen […]

Auch nur eine Frage der Zeit: Kinder

oder anders formuliert: wir kommen halt alle zu verschiedenen Zeiten als Gäste auf die Welt. Nur weil jemand später dran ist, habe ich doch nicht das Recht, dem oder der was beizubiegen – ? Naja. So einfach ist es natürlich nicht. Wir Älteren übernehmen Verantwortung für die Jüngeren, manchmal müssen wir etwas verbieten oder wegnehmen, […]