Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Statt zu arbeiten…

Doch, ja, kann ich auch: Alles andere machen, als das, was als Arbeit auf dem Schreibtisch auf mich wartet. Und ich bin da auch nicht zimperlich. Wie oft ich schon die Wohnung geputzt habe, nur um nicht texten zu müssen… – Aber auch solche Dinge machen Spass: Etwas selber zu machen, statt darüber zu schreiben. […]

Froh sein

Heute dachte ich mitten in der Nachmittagshitze, was ich doch ein Glück habe mit meinen Hausnachbar/innen und mit meinen Bürokolleg/innen. Sie machen meinen Alltag oft überraschend schön. So stand heute Pflaumenkuchen in der Büroküche. Am Samstag hatten wir ein Hausfest. Mit meinem Nachbarn Carsten esse ich oft so gute Sachen zu Abend, dass ich nur […]

Plötzlich in Amerika

Das Tempelhofer Feld ist immer wieder für Überraschungen gut. Geschenkt dass ich mich mit einem meiner Lieblingskollegen im Büro regelmäßig über das Areal streite: Er ist Architekt und findet es fast schon skandalös, dass Berlin sich mitten in der Stadt ein so großes für Wohnungsbau ungenutztes Areal leistet. In Klammern – und das meine ich […]

Am Rand

Ich lese gerade parallel – na, es war die letzten Tage wohl eher so ein Brüten von Seite zu Seite – in dem Gedicht-Kapitel von Ulrike Draesners Poetikvorlesung „Grammatik der Gespenster“(2018)  und in dem Buch „Die Grenzen der Sprache“ von Anna Migutsch (2013), dessen erstes Kapitel sich um die Gedichte von Emily Dickinson entfaltet. Unendlich […]

Nicht mehr einhegen

Unter dem augenblicklichen Arbeitsdruck und der Hitze zerbröseln viele Selbstverständlichkeiten wie von selbst. Seit einigen Wochen schon bin ich mir auf der Spur: mein Verdacht, mich zu sehr in einer zurechtgezimmerten Welt eingerichtet zu haben, wurde von meiner Ärztin angestoßen. Mein Herz klappert zu viel und zu unregelmäßig, kurz, es ist aus dem Takt geraten. […]

Blau im Herzen

Von Berlin aus gesehen ist es an der Ostsee deutlich kühler, d.h. mindestens 5°C, und die Meeresbrise tut ihr übriges. Jetzt sitze ich wieder im Kreuzberger Backofen und halte mich mit der Erinnerung frisch. Und jajaja. Nachdenken muss. Schließlich habe ich nicht umsonst einen Kopf. Aber eins hat mich doch bedenklich gestimmt: Wie viel „Gedöns“ […]

Ins Blaue fahren

Ja, das machste, wenn die Ärztin strenger guckt als sonst. Rucksack packen, früh aufstehen, ab auf den Zug, seek out new live forms. Naja, fürs Erste geht es an die Ostsee. Über die Rechte der Frauen nachdenken mit einem Text aus der Zeit kurz vor der Französischen Revolution und einem Sommerschmöker. Und mit einem Artikel […]

„Man sieht nur mit dem Herzen gut“

Ich weiß noch, wie ich mich als Schülerin über diesen Satz aufgeregt habe: „Dieser Kitsch soll eine Erkenntnis sein? Dass ich nicht lache! Der Kleine Prinz: so ein Kinderkram!“ Mittlerweile denke ich öfter über Herz und Verstand nach – ohne bislang weit zu kommen. Dass ich auf Verstand getrimmt bin, weiß ich. Herzensangelegenheiten sind für […]