Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Feste feiern, wie sie kommen

Als ich jünger war, bin ich Festen zwar nicht aus dem Weg gegangen. Aber sie waren mir auch nicht besonders behaglich. Vielleicht, denke ich heute, weil ich nichts so richtig zu feiern wusste. Heute freue ich mich besonders über spontane Feiern. Das müssen keine großen Partys sein, eher mal der Cidre mit Freundinnen im Garten […]

Die Einsamkeit schöner Dinge

Manchmal geht mir der Anblick schöner Dinge unter die Haut. Um so mehr, wenn sie einsam sind. Dieser kleine Blumenstrauß hat so viel „leere Luft“ um sich herum, dass sie fast greifbar wird. Wie eine Skulptur wirken die Blumen, die zwar liebevoll, aber doch auch etwas zufällig arrangiert wurden. Und die Leere um sie herum […]

Wenn eine/r eine Reise tut…

bislang habe ich eine Reihe neuer Entschuldigungen bei Verspätung gelernt. Ich bin mit der Bahn unterwegs… – Immerhin habe ich mein Pensum geschafft, dank des funktionierenden WLANs, es gab unterwegs einen formidablen Wolkenbruch (das habe ich seit Monaten nicht mehr gesehen!) und der Kaffee  war ordentlich und sogar ordentlich heißt. Jetzt wird anstrengend, eine Woche […]

Monster

Reste unserer letzten Hausparty schmücken nach wie vor den Hof. Sie erinnern an einen ausgelassenen Abend. Aber der Dinosaurier gibt mir zu denken. Er hockt da zwischen exaltierten Farbgirlanden, Blumen und lachenden Liegenden, unfähig mitzutanzen oder sich nur irgendwie in seinem Körperberg auszudrücken. Starrer Blick und – ja, wer hat je schon einen Dinosaurier oder […]

Berlin ist –

„ganz gut“ ist da noch weiträumig untertrieben, zumindest was überraschende Graffitis oder sonstige Interventionen im gewöhnlichen Straßenraum angeht. Dieses wundervolle Stück – und gleich ein ganzes Rudel dazu – habe ich letzten Freitag unter einer ollen Eisenbahnüberfahrt entdeckt. Da waren schonmal schöne Stencil-Sachen. Wahrscheinlich habe ich nur wegen denen an die Betonwand geguckt. Die alten […]

Im Auge des Löffels

Ja: Es ist Sonntag. Ich habe frei. Und kann meinen Kaffeelöffel so lange anstarren, bis er zur Kunst wird. Oder einfach nur rot. Euch ein schönes Rest-Wochenende!

Hitzefrei

Von wegen! Im Büro hockten wir Daheimgebliebenen reglos an unseren Tischen – manchmal kam ein Stöhnen aus einer der vielen Ecken des T-förmigen Raums, die Luft war kompakt wie Gelee, Bewegungen (außer leises Einknicken oder Zusammensinken) kaum möglich. „Ich gucke seit einer Stunde nur auf den Bildschirm“ – die Stimme kam eines Nachmittags von weiter […]

Statt zu arbeiten…

Doch, ja, kann ich auch: Alles andere machen, als das, was als Arbeit auf dem Schreibtisch auf mich wartet. Und ich bin da auch nicht zimperlich. Wie oft ich schon die Wohnung geputzt habe, nur um nicht texten zu müssen… – Aber auch solche Dinge machen Spass: Etwas selber zu machen, statt darüber zu schreiben. […]

Froh sein

Heute dachte ich mitten in der Nachmittagshitze, was ich doch ein Glück habe mit meinen Hausnachbar/innen und mit meinen Bürokolleg/innen. Sie machen meinen Alltag oft überraschend schön. So stand heute Pflaumenkuchen in der Büroküche. Am Samstag hatten wir ein Hausfest. Mit meinem Nachbarn Carsten esse ich oft so gute Sachen zu Abend, dass ich nur […]