Monster

Reste unserer letzten Hausparty schmücken nach wie vor den Hof. Sie erinnern an einen ausgelassenen Abend. Aber der Dinosaurier gibt mir zu denken. Er hockt da zwischen exaltierten Farbgirlanden, Blumen und lachenden Liegenden, unfähig mitzutanzen oder sich nur irgendwie in seinem Körperberg auszudrücken. Starrer Blick und – ja, wer hat je schon einen Dinosaurier oder Drachen lachen sehen?

Irgendwo zwischen allen Sommergefühlen, den lauen Abenden mit Sternschnuppenparaden und den strahlenden Mittagen im Schwimmbecken lauert ein weiteres Monster. Ich habe heute endlich seine Spur aufgenommen. Es hat etwas mit dem Erfüllen von Pflichten zu tun. Nix dagegen. Im Gegenteil. Aber wo geht ein Leben hin, wenn man alles nur noch abhakt? Wo bleibe ich, wenn ich für dich und dich und dich alles mitdenke, um dir Freude zu machen oder dir Arbeit zu ersparen? Wie laut muss ich eigentlich „ich“ schreien (und wie oft), um mir nicht immer wieder verloren zu gehen?

 

 

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 7

  1. mannigfaltiges 22. August 2018

    Hmm…die letzten Sätze geben viel Stoff zum Nach – denken. Nein, nicht über dich, über mich. Solle man in Zukunft (also nie) nicht lieber Vorher – denken?
    Am schlimmsten finde ich dieses voreilige erledigen, man macht etwas, bevor jemand anderes überhaupt auf die Idee kommt, dass etwas zu tun ist.

    Gefällt 1 Person

    • Stephanie Jaeckel 22. August 2018

      Mir geht dieses Zuviel im Voraus schon seit Wochen durch den Kopf. Im Neuen Testament gibt es dazu eine irrwitzige Geschichte. Die von Maria und Martha. Wenige Zeilen, aber eine jedesmal wieder wachrüttelnde Erkenntnis:

      Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte ihm zu. Martha hingegen machte sich viel Arbeit, um für das Wohl ihrer Gäste zu sorgen.

      Schließlich stellte sie sich vor Jesus hin und sagte: „Herr, findest du es richtig, daß meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun läßt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“

      „Martha, Martha“, erwiderte der Herr, „du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.“

      Gefällt 2 Personen

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