Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Do you read me?

Die Art Week in Berlin geht heute in die letzte Runde, und obwohl bestes Wetter ist: Hingehen! Nicht dass ich denke, die Kunst sei dieses Jahr unbedingt besser als sonst. Aber das tolle, kühle und strahlende Wetter regt an, mein Kopf jedenfalls war frei und mein Blick frisch. Und was es nicht alles zu sehen […]

„Blond Poison“ in der Brotfabrik

Mutti, Vati, Pünktchen (wahlweise Prinzessin) – es ist eine kleine, behütete Welt in die für die Familie Goldschlag die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten mit voller Wucht einschlägt. Der Vater, Journalist und Komponist, glaubt sich nicht in Gefahr. Man hört abends „Lieder“ (vornehmlich die von Schubert), lebt als „Deutsche jüdischer Herkunft“ ein gutes Leben. Mutti und Pünktchen […]

Zurück zur Natur?

Wir Menschen in den Großstädten stehen am bisherigen Ende einer Entwicklung, die Fortschritt heißt, und die uns weiter und weiter in Richtung Zivilisation hat gehen lassen. Vielleicht ist das Bild, das Chamisso im Peter Schlemihl verwendet, nämlich den Verkauf des Schattens, dafür eine gute Illustration. Wir haben auf Vernunft und Rationalität gesetzt, wir haben unsere […]

Den Drachen satteln

Heute ist nicht nur Montag. Heute habe ich einen Berg zu besteigen. Die wachsen gelegentlich auch aus dem Kreuzberger Alltag heraus und wollen bezwungen werden. Aloa! sagt meine Freundin Antje dann gern. Und: Euch allen einen guten Start in die neue Woche!

Darauf muss man erst mal kommen:

Orkan Handel. Da sehen sie beim Geoengineering schon alt aus. Ich meine: Gibt’s alles schon. Gestern war in Berlin so eine Panik vor dem Wettereinbruch, dass es gegen 19:00 keine Taxen mehr gab – dabei regnete es nicht mal… Ansonsten: Das Foto als Erinnerung an den gigantischen Sommer. Willkommen Herbst!    

Werden, wer man ist

Es mag altmodisch klingen, was eine alte Dame zu sagen hat, es mag sich unseren Vorstellungen von Autonomie und Ego entgegenstellen oder – schlimmer noch – moralisch klingen. Aber was Ágnes Heller sagt, speist sich nicht nur aus einem langen Leben. Sie ist Philosophin und politisch wach, sie musste mehrfach vor unerträglichen Umständen in Europa […]

Aufstand der Sticker/innen

„Created in the USA“ – klar, so eine verrückte Idee kann ja wohl nur aus Amerika kommen! Mit Nadel und Faden die Welt verbessern? Wo ich seit der Schulzeit nie mehr gestickt habe??? Um das vorwegzunehmen: Meine Handarbeit sah – wie schon zu Schulzeiten – gewöhnungsbedürftig aus. Aber natürlich fanden das alle „Great“ und ich […]

Erwarte das Unerwartete!

Gesellschaftliche Probleme haben oft so viele Aspekte, dass man gar nicht weiß, wo mit den Verbesserungen anfangen. Eine wesentliche – und bislang, wenn auch nicht grundsätzlich, so doch immer wieder unterschätzte – Rolle spielen dabei die öffentlichen Räume in Städten. Jeden Sommer aufs Neue kommen die Freibäder auf die Titelseiten der Berliner Tageszeitungen: Es gibt […]