Do you read me?

Die Art Week in Berlin geht heute in die letzte Runde, und obwohl bestes Wetter ist: Hingehen! Nicht dass ich denke, die Kunst sei dieses Jahr unbedingt besser als sonst. Aber das tolle, kühle und strahlende Wetter regt an, mein Kopf jedenfalls war frei und mein Blick frisch. Und was es nicht alles zu sehen gibt!

Tatsächlich habe ich zwei Künstler für mich entdeckt, ich werde hier später noch darüber berichten. Gleichzeitig war es ein vergnüglicher Rundgang, weil viele der Besucher/innen so schön angezogen waren (mir gefällt das), weil Schulklassen durch die Messe oben im Tempelhofer Flughafen (von dort ist auch das Foto) rumwuselten, und mit großer Selbstverständlichkeit Galerist/innen mit ihren noch (!) ungelenken Fragen bombardierten – sie gucken so unverstellt und sagen gleich, was sie denken, hach.

Ja, davon sich drei Scheiben abschneiden, und dann mal unbefangen loslaufen. Was gefällt mir? Und warum? Vergleichen. Schauen, was meine Kollegin sich anschaut, was sie fotografiert. Sich notiert. Mit meinen Highlights vergleichen. Am Ende ist so ein Messerundgang ja auch eine Tour durch eine Art vielstimmigen Chor von Angeboten. „Do you read me?“ scheinen einem die Kunstwerke zuzurufen – siehst du, hörst du mich? Verstehst du, was ich meine?

Doch, ja, und immer wieder: Kunst hält den Blick frisch. Was für ein Unterschied von vorher und nachher. Ich meine, Ich habe die Welt nach dem Rundgang wieder mit anderen Augen gesehen – und wurde nicht nur mit dem „ozeanischen Himmel“ vom letzten Eintrag belohnt.

 

Das Foto zeigt einen Blick durch die Messehalle, von der Berliner Galerie Guido Baudach über die ebenfalls in Berlin ansässigen Galerie neugerriemenschneider rüber zum Leipziger „Kleindienst“. Das strahlende Wetter kam aus Berlin.

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

    • Stephanie Jaeckel 30. September 2018

      Berlin ist ein wichtiger Ort für Künstler/innen aus Ost und West. Hier ist so eine Art Knotenpunkt entstanden – natürlich auch für Künstler/innen aus anderen Kontinenten. In Berlin gibt es Galerien, die nicht mehr in den USA oder in Großbritannien oder Frankreich ihre Dependancen haben, sondern in Australien, in Afrika oder Indien. Hier entstehen ganz andere Kontakte, kulturelle wie wirtschaftliche.

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    • Stephanie Jaeckel 6. Oktober 2018

      Ja/Nein. Das Atelierproblem ist zur Zeit akut. Ich würde es aber nicht mit dem Galerie-Standort Berlin in Verbindung bringen. Zumal die Galerien hier auch nicht gerade goldene Zeiten haben. Nach wie vor sind Köln, London, Basel wichtigere Zentren. Klar ist dennoch, dass es einen enormen Unterschied gibt zwischen den oft prekären Künstler/innen-Existenzen und denen der Kunstkäufer/innen.

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