Nicht mehr einhegen

Unter dem augenblicklichen Arbeitsdruck und der Hitze zerbröseln viele Selbstverständlichkeiten wie von selbst. Seit einigen Wochen schon bin ich mir auf der Spur: mein Verdacht, mich zu sehr in einer zurechtgezimmerten Welt eingerichtet zu haben, wurde von meiner Ärztin angestoßen. Mein Herz klappert zu viel und zu unregelmäßig, kurz, es ist aus dem Takt geraten. Und möglicherweise – so meine weitere Vermutung – eingesperrt in einem Konstrukt, statt dem eigenen Rhythmus zu folgen.

Eine beängstigende Erfahrung: Die endlosen nächtlichen Träume, in denen ich umherirre und nirgends ankomme. Sie sind sicher nicht neu, kommen zur Zeit jedoch leichter an die Oberfläche, bzw. ich erinnere sie besser. Sprachlich ist diesen Reisen nicht beizukommen. Ich ahne, alle Versuche, schreibend überhaupt an etwas zu kommen, könnten hier am Ende sein. Weil Realität und Nicht-Realität möglicherweise weniger zu trennen sind, als mir lieb.

Eine schöne Erfahrung: Wenn ich zulasse, meine eigene Sicht auf mich mal fallen zu lassen, kommt auf eine Art etwas besseres raus, als ich gedacht hatte. Für mich habe ich das neulich so formuliert: Was wäre, wenn sich hinter dem Blinden Fleck nicht, wie ich immer vermute, ein großes Manko verbirgt, sondern eine große Stärke?

 

Dieser hinreißende Farbdruck hing in Flensburg in einem Schaufenster. Leider war geschlossen, kein Name stand da und dummerweise habe ich mir auch den Laden (eine Art freier Kunstverein oder so) nicht gemerkt. Selbstverständlich lösche ich das Foto sofort, falls es diesbezügliche Wünsche gibt! Aber ich finde die Arbeit so toll, dass ich sie zeigen möchte.

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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