Blau im Herzen

Von Berlin aus gesehen ist es an der Ostsee deutlich kühler, d.h. mindestens 5°C, und die Meeresbrise tut ihr übriges. Jetzt sitze ich wieder im Kreuzberger Backofen und halte mich mit der Erinnerung frisch.

Und jajaja. Nachdenken muss. Schließlich habe ich nicht umsonst einen Kopf. Aber eins hat mich doch bedenklich gestimmt: Wie viel „Gedöns“ mir da im Kopf rumging, endloses Geplapper, das ich offensichtlich gut ausblenden kann, wenn ich am Schreibtisch sitze. Aber meine Vermutung ist, dass es dann da, quasi im Untergrund, fröhlich Urstände feiert und sich wie die Blaualge im Sommer vermehrt. Pausenloses Gequatsche im eigenen Kopf ist ganz schön anstrengend. Ich habe Fotos gemacht, damit ich mich wenigsten ein bisschen ablenken konnte, außerdem mache ich Fotos gerne und die Klunker brauchen dringend Nachschub.

Dafür ist jetzt am Schreibtisch mehr Ruhe. Ich trinke die erste Tasse vom mitgebrachten Kaffee aus der „Alten Rösterei“. Wow! Und ja, die Mitbringsel sind auch schon in Sichtweite ausgelegt. Zwei orange eingefärbte Zipfel der Seegurke. Nö. Die lebt nicht in der Ostsee, aber an der Hafenspitze war Kunstmarkt und den Seegurkenzipfeln verdanke ich den Tipp zur Ostseerundfahrt, die mir größten Spass gemacht hat, weil es zwei Stunden Eintauchen ins sommerwarme Blau (von oben und unten) gewährte, wat willste mehr?

Danach saß ich lange über einem griechischen Salat im Schatten, beobachtete Leute, die in Flensburg anders aussehen als in Berlin. Im Second-Hand-Laden gab es dann noch ein Kleid für mich, was ich auch gleich anbehalten habe. Und Nebendran ein paar sensationell runtergesetzte graue Herbstschuhe.

Zur Bahn lässt sich sagen: Sie war pünktlich. Auf der Hinfahrt habe ich Kaffee im Restaurant getrunken: der war gut (Dallmayr). Wir sind über die Rendsburger Brücke gefahren, was ein Glück, dass ich ausnahmsweise am Fenster saß: Das Ding ist sensationelle sieben Kilometer lang und es ist wirklich komisch, vom Zug aus auf die Hausdächer zu gucken, so als flöge man gerade sehr, sehr niedrig. Die Klimaanlage hat jedoch ihren Tribut gefordert: Mein Kopf ist heute verklebt und weh, Schwimmen ist nicht. Egal, ich muss eh arbeiten. Und die letzte Frage: Wars schön? jajajajaja: Schön wars!

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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