Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

To whom it may concern

Keine Ahnung. Ich habe heute eine Büchersendung ohne Absender bekommen. Auch im Umschlag und im Buch war kein Hinweis zu finden, wer mir das Buch geschenkt hat. Sorry, aber anonyme Post landet im Müll. Und sorry, dass ich das hier poste – aber vielleicht erreiche ich die gemeinte Person hier.

Brief an das frühere Ich

Nein. Damit konnte ich lange gar nichts anfangen. Warum sollte ich mir einen Brief in eine Zeit schreiben, aus der ich mit Ach und Krach entkommen war? Ich hatte es geschafft, was würde es bringen, nachträglich gute Ratschläge zu erteilen? Kokolores. Oder noch schlimmer. Jedenfalls nix für mich. Aber dann wird man noch älter und […]

Arising – a call (Yoko Ono)

Wie ich gestern schon schrieb, war ich letzte Woche in der Retrospektive von Yoko Ono, die noch bis zum 07.07. im Leipziger Museum der bildenden Künste gezeigt wird. Wer durch die riesigen Räume geht, sieht vor der Hand eine luftige Hängung – nichts wirkt gequetscht oder zu voll, es ist angenehm übersichtlich (nicht leer), fast […]

Ein glücklicher Tag

Wer morgens in einem sterilen Hotelzimmer mit ersten Zeichen von Migräne aufwacht, hat sicher keinen glücklichen Tag auf dem Schirm. Durchkommen, mag das Beste sein, was man sich ausmalt, wenn man zur Dusche schleicht, mir ging das nicht anders, im Spiegel sah ich ein Gespenst, das mir nur entfernt ähnelte, draußen war es drückend schwül, […]

Echt jetzt?

Wer in Touristenhochburgen lebt, braucht sich nicht wundern. Wir haben den vegetarischen Metzger auf der Straße, eine analoge Schnittstelle (Friseur) und einen Laden für Männergeschenke. Meist laufe ich einfach dran vorbei. Offensichtlich sind Männergeschenke schon mal deutlich zu teuer für mich. Aber heute kam ich dann doch ins Grübeln. Was bitte sind überhaupt Männergeschenke? Der […]

Der Reisehund

Man sieht ihn nie. Aber er ist immer da. Und wenn man GUP-py glauben darf, sitzt er in unseren Herzen. Der Reisehund. Wer zum Beispiel glaubte, von sich aus Lust auf Urlaub oder überhaupt Fernweh zu haben, hat die Sache noch gar nicht gewittert: Denn klar, es ist der Reisehund selbst, der an der Leine […]

Vielleicht ist es nur ein Symptom,

aber ein deutliches: In den ersten Stunden der Auszählung der Europa-Wahlergebnisse gab es – zumindest schien es mir so – nur deutsche Ergebnisse und Analysen aus deutscher Sicht. Erst eben, und auch da erst nach einigem Stöbern, fand ich gesamteuropäische Daten und Kommentare. Ich denke, hier zeigt sich die neue Herausforderung: nicht nur Europa zu […]

Was ist denn

mein Herz für ein Tier? Eine große Frage, die ich meinem Freund Dirk aus einem seiner Gedichte geklaut habe. Und? Ein Sonntag ist auf jeden Fall eine gute Zeit, darüber nachzudenken…