Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Licht für alle

Zur Zeit schreibe ich meinen ersten Text in „Leichter Sprache“. Diese sehr vereinfachte Form des Sprechens und Schreibens wurde für Menschen entwickelt, die Verständnisschwierigkeiten haben. Sei es aus gesundheitlichen Gründen, oder weil sie noch nicht so lange Deutsch sprechen. „Leichte Sprache“ ist dabei eine Verständnishilfe. Es gilt ausdrücklich, dass sie zur Ergänzung da ist, nicht […]

Was auch passieren kann.

Gerade neulich erst. Da tauchte ein Mann aus meiner Vergangenheit wieder auf, in den ich einst heftig verliebt war. An sich nichts Außergewöhnliches. Aber es hat mich eben auch wieder mal erwischt. Ich bin verliebt. In jemanden, den ich damals noch nicht kannte. Und ich staune: Dort der Mensch, für den ich damals alles stehen […]

Leben

„Wir praktizieren fortlaufend Lösungen für Probleme, die wir durch nachdenken niemals aus der Welt schaffen könnten.“ Bilal Tanweer stellt dieses Motto seinem Roman „Die Welt hört nicht auf“ voran, der letztes Jahr in einer Übersetzung aus dem Englischen bei Carl Hanser erschienen ist. Mir gefällt die Idee dahinter. Denn viel zu lange glaubte ich, in […]

Der schweifende Blick

Zugegeben: Das Buch liegt seit Wochen, Monaten auf meinem Nachttisch. Aber es ist auch nicht irgendein Buch. Es ist eine Art Reiselektüre unserer Zivilisation. Generationen vor uns haben den Geschichten, die es beherbergt, gelauscht – ja, es ist wie die Märchenbücher, die alten Sagen  und Lieder, die Bibel – eine Vorlesebuch. Und wer es genauer […]

Ein Lob auf die Zärtlichkeit

Heute ist Frauentag. Und ich kann mich nicht entscheiden. Einerseits gäbe es zum Frausein so einiges zu schreiben. Wie sehr ich – vor allem im Beruf – in den alten Klischees  festhänge, und mir fast jeden Tag die Prinzipien von Gleichberechtigung vorbeten muss, um am Ende doch wieder einzuknicken. Ich verhandele immer noch zu defensiv. […]

Leben als Vagabundin

Auf der Suche nach guten Kinderbüchern bin ich auf Paula Fox aufmerksam geworden. „Ich bekomme normalerweise nichts vorgelesen“ – war der erste Satz, den ich von ihr las. Und der saß. – Jede/r liest schließlich sein eigenes Leben mit, wenn er oder sie ein Buch aufschlägt. Wie in – fast (!) – alle Bücher von Paula […]

Vielleicht erzählen wir deshalb so gerne,

weil wir am liebsten von allem unsere Stimmen hören. Manche – zugegeben – die eigene. Andere vielleicht die vom Gegenüber, die von Fremden oder den nächsten Freundinnen. Ich habe gestern kurz vor einem Lokal gewartet und dort ein Ehepaar und eine Freundin reden hören. Ich habe kaum etwas verstanden. Sie sprachen Englisch und ich hatte […]

Den eigenen Namen behalten,

auch wenn man noch so sehr verliebt ist. Lächeln, wenn einem vor Trennungsschmerz das Herz wegschmilzt. Schreiben, rechnen, lesen, quatschen, essen, trinken, schauen. Und plötzlich wird das Leben reicher denn je. Gilt unbedingt auch in einer Beziehung. Und nein. Es geht nicht um den Nachnamen im Fall einer Heirat.

Karneval

Doch, ja. Ich wollte das Thema dieses Jahr übergehen. Man will als Rheinländerin ja nicht immer nur mit „Frohsinn“ in Verbindung gebracht werden. Aber Karneval ist etwas anderes, als dieses auf Kommando lustig – oder wahlweise betrunken – sein. Und mir fehlt dieser Ausnahmezustand, seit ich in Berlin lebe. Karneval ist für mich mehr als […]