Ein Lob auf die Zärtlichkeit

Heute ist Frauentag. Und ich kann mich nicht entscheiden. Einerseits gäbe es zum Frausein so einiges zu schreiben. Wie sehr ich – vor allem im Beruf – in den alten Klischees  festhänge, und mir fast jeden Tag die Prinzipien von Gleichberechtigung vorbeten muss, um am Ende doch wieder einzuknicken. Ich verhandele immer noch zu defensiv. Ich behalte das Gefühl, dankbar sein zu müssen, statt zu begreifen, was ich zu bieten habe. Und schnell schlägt der Ärger um auf mein Gegenüber, statt zu begreifen, dass ich für mich einstehen muss (kein Auftraggeber ever). Und quasi in Folge dessen stellt sich für mich eine Frage, die vielleicht gar keine ist, sondern eine Art „Generationsschaden“: Soll ich mich als Mensch jenseits der Geschlechtlichkeit fühlen oder verstehen, wenn ich arbeite. Oder lässt sich mein Frausein mit meiner Arbeit verschmelzen, ohne eben ins Klischee zu fallen und in alte Ansprüche (Perfektion zum Beispiel scheint mir aus dieser Frauenecke zu kommen).

Ein anderes Thema, das mich gerade auf fast allen Ebenen beschäftige, ist Vertrauen. Wie weit kann ich anderen Menschen vertrauen, ohne mich in Gefahr zu begeben. Das geht natürlich viel weiter. Wie weit zum Beispiel darf ich mich einem Kunstwerk hingeben, ohne den Verstand zu verlieren? Mich manipulieren zu lassen? Tja. Große Themen. Und deshalb:

Erst mal ein Lob auf die Zärtlichkeit. Die wird nämlich viel zu oft neben den großen Aufregen vergessen. Und auch wenn Mr. Spock auf diesem Foto ziemlich überrumpelt wird von der zärtlichen Geste seiner Kollegin Nurse („Ich heiße Christine“), es gibt ja auch Zärtlichkeiten im Umgang, die über Gesten hinausgehen. Allen einen schönen Frauentag, mit oder ohne Ansage.

Einsortiert unter: Allgemein

von

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s