Karneval

Doch, ja. Ich wollte das Thema dieses Jahr übergehen. Man will als Rheinländerin ja nicht immer nur mit „Frohsinn“ in Verbindung gebracht werden. Aber Karneval ist etwas anderes, als dieses auf Kommando lustig – oder wahlweise betrunken – sein. Und mir fehlt dieser Ausnahmezustand, seit ich in Berlin lebe. Karneval ist für mich mehr als lustig. Es ist eine Zeit des „Was-wäre-wenn“, ein scherzhafter Aufstand, eine Demonstration der Gemeinsamkeit in neoliberalen Zeiten, ein Hoch auf die Kreativität und das Feiern. Eine Woche frei für nix. So ist es in Köln. Und das soll spießig sein? Nein und noch mal nein, das ist cool für mich. Und wird es wahrscheinlich bleiben, bis ich ins Grab kippe.

Auf zeit-online gibt es einen schönen Artikel, mit einem noch schöneren Bild von Jakob Struller über den diesjährigen Rosenmontagszug. Er schreibt:

„Es ist ein Klischee, aber die Kölner lassen sich ihren Karneval einfach nicht verderben. Nicht vom Wetter, das deutlich schlechter vorhergesagt war, als es dann wurde. Nicht von der politischen Weltlage, und auch nicht von der Tatsache, dass seit Silvester 2015 der Name der Stadt Köln eng verknüpft ist mit der Angst, auf Großveranstaltungen Opfer von Übergriffen oder Schlimmerem zu werden. Auf den Straßen und in den Kneipen ist von alledem nichts zu spüren. Wer auf der Straße fragt, findet kaum jemanden, der Angst hat. Aber natürlich kann man diejenigen, die nicht gekommen sind, nicht fragen.“  

Und nur das wäre für mich schon Grund genug, den Karneval hochleben zu lassen. In diesem Sinne: Alaaf und genießt den letzten Tag bevor es in die Fastenzeit geht!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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