als Kunsthistorikerin beschäftige ich mich immer wieder mit der Frage des Selbstverständnisses von Künstler*innen, was natürlich am Ende nichts anderes ist, als das Selbstverständnis per se, mit dem sich Menschen über die Jahrtausende hinweg betrachteten.
Indigene Künstler*innen (und damit vermutlich auch die anderen Menschen ihrer Kultur) haben bis heute ein viel größeres Ich, was nicht mit einem größeren Ego verwechselt werden darf, sondern allein der Tatsache geschuldet ist, dass sie sich als eine Art Recycling ihrer Vorfahr*innen verstehen.
Der Unterschied ist verblüffend: Im Westen sehen wir uns auf den Schultern derjenigen, die vor uns lebten. Anderswo auf der Welt verstehen sich Menschen als Patchwork derjenigen, die vorher da waren, als immer neue Mischungen, und damit als etwas Neues, aber immer auch in die Vergangenheit hineinreichendes. Ich dachte: Im Sinne der Nachhaltigkeit sind sie eindeutig die langlebigeren Modelle…









