Die Aufregung um das Buch „Stella“ von Takis Würger ist noch gar nicht so lange her. Im Kern ging es um die Frage, wie man über den Holocaust einen Roman schreiben kann. Fiktion und historische Gegebenheiten miteinander zu mischen, ist heikel. Weil die Frage nach dem Warum laut dröhnend im Raum steht: Warum hält ein […]
Kategorie: Rezension
Abschied nehmen
Frauen altern anders als Männer. Schneller, möchte man vorschnell rufen, aber die Sache verhält sich anders. Was wir Wechseljahre nennen, ist tatsächlich eine Art Kippschalter, mit dem Frauen von jung zu alt wechseln, allein wegen der Möglichkeit und darauf folgenden Unmöglichkeit, Kinder zu bekommen. Die Wechseljahre sind ein gefürchtetes Alter. Sie beenden einen Zustand, den […]
Beethoven, stupid!
Antwort auf die Frage, welches Stück denn nun das Zeitgenössische war. – Nein, so ist es natürlich nicht zu verstehen, und wenn ich ehrlich bin: Heute kriege ich das auch nicht mehr wirklich nachvollziehbar auf die Reihe. Dafür habe ich jedoch gesehen, dass Albrecht Selge gestern auch im Berliner Kammermusiksaal war, um das sensationelle Konzert, […]
Klimt sehen
Gustav Klimt gehört für mich zu den schwierigen Künstlern. Nicht, weil seine Werke rätselhaft sind oder unzugänglich. Ganz im Gegenteil. Die Bilder strahlen Schönheit, Vollkommenheit, Zartheit aus, sie beweisen Können, den Sinn für Nuancen, für alles, was unsere Augen erfreut, und sie sind voller Liebe für Menschen (meist in Gestalt schöner Frauen) und die Natur. […]
Science-Fiction-Kunst
Wer gerne ins All reist, ist bei der aktuellen Ausstellung „Crash“ der südkoreanischen Künstlerin Lee Bul im Berliner Martin-Gropius-Bau gut aufgehoben. Ihre allesamt futuristisch anmutenden Gebilde (Aliens und Cyborgs sind für sie noch die einfachste Übung), scheinen aus ihren Träumen direkt in die Wirklichkeit verwandelt, sehr genau, sehr kühl, sehr schlüssig. Und auch unvollkommen, hier […]
„Blond Poison“ in der Brotfabrik
Mutti, Vati, Pünktchen (wahlweise Prinzessin) – es ist eine kleine, behütete Welt in die für die Familie Goldschlag die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten mit voller Wucht einschlägt. Der Vater, Journalist und Komponist, glaubt sich nicht in Gefahr. Man hört abends „Lieder“ (vornehmlich die von Schubert), lebt als „Deutsche jüdischer Herkunft“ ein gutes Leben. Mutti und Pünktchen […]
Gespenster
Sie kommen nicht nur nachts. Und sie bevölkern längst nicht nur die Außenwelt. Sie können durch Wände gehen, und sie geistern auch durch uns selbst, durch unsere Körper und Gedanken und wer schreibt, so die These von Ulrike Draesner, stellt sich den Gespenstern. Weil jede/r Schreibende Grenzen überschreitet, also dort unterwegs ist, wo Gespenster sich […]
Reiselektüre für Daheimgebliebene
Viel ist schon über den scharfen Blick und die noch schärferen Analysen von Joan Didion geschrieben worden. Wo sie hinschaut, mögen andere Leute auch beim zweiten Blick nichts – oder zumindest kaum etwas – bemerken. Joan Didion jedoch brennt ein Loch in die Realität, sie sieht klar, was los ist und schreibt es ebenso klar […]
Leerlauf
Wir müssen reden. Einmal mehr über Kunst. Die Journalistin Nicole Zepter hat aus Enttäuschung ein Buch geschrieben, laut Klappentext „eine furiose, klug und witzig formulierte Polemik gegen den Kunstbetrieb“, mit dem Titel „Kunst hassen“ – ein schöner Titel für einen Inlandsflug, ein kleines Bändchen, leicht und nicht allzu teuer. Vorab: Kunstinteressierte zu ermuntern, die eigenen […]
Wenn es grau bleibt,
fotografiere ich mir die Sonne eben selbst. Ein UFO wäre natürlich noch besser. Zum Beispiel eins mit Mr. Spock an Bord. Aber seit ich gelesen habe, dass Stephen Hawking sich vor Außerirdischen fürchtete, bin ich skeptisch geworden. Vielleicht kann man sich nur in großer Unwissenheit solche Naivität leisten? Gerlind Reinshagens Gedichtband „Atem anhalten“ liegt jetzt […]








