Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Vergessen ist der böse Bruder

oder die böse Schwester des Erinnerns. Erinnerungen sind die Bausteine unseres Selbst. Auf Hochglanz poliert, arrangiert umflirren sie uns, Duftstoffen gleich. Wer vergisst, stürzt in ein schwarzes Loch. Das auch die Umstehenden zu erfassen droht.

Ich habe noch nie einen Liebesbrief geschrieben

Verliebte Briefe schon. Aber nie so einen, wo klipp und klar drinsteht: Du – und kein anderer. Ja, zugegeben, ich runzele gerade auch die Stirn. Erstens: Warum fällt mir das gerade heute Abend ein? Und zweitens: Was tun? Bedauern? Einen schreiben? Oder schon mal üben? Wäre doch mal was! Und vor allem die Überraschung bei […]

Entweder/Oder?

Ich bewundere intelligente Menschen. Und, ja, von ferne, wenn man so will. Ich bin nicht völlig stulle, aber unter intelligent stelle ich mir was anderes vor, als das Chaos, das in meinem Kopf herrscht. Nein. Ich will nicht schmollen. Mit meiner Intelligenz komme ich schon durch. Alles im grünen Bereich. Aber so auf Intelligenz-Gipfel klimmen, […]

Ihr Artikel ist in der Zustellung

So war es gestern Abend online zu lesen gewesen. Ich habe den Wecker gestellt, und die Augen zugemacht. Im Traum war ich mit David Bowie im Bett. ECHT! Und dann klingelte der Wecker (07:24), und als ich mich noch an Details erinnern wollte, ich meine, David Bowie! – klingelte es an der Tür. Autsch. 07:25! […]

Gesund?

Als Argument gegen eine Corona-Impfung habe ich jetzt häufiger den Satz gehört: „Ich bin doch gesund. Wozu also impfen?“ hm. – ? – ! Ich bin nicht gesund. Mir wurde vor 12 Jahren die Schilddrüse entfernt. Ohne Tabletten würde ich nicht mehr leben. Außerdem halte ich Gesundheit nicht für einen stabilen Zustand. Da kann jeden […]

Morgendlicher Besuch

Stelle mir vor, dass das eine winzige Raumkapsel ist, in der jemand sitzt, todesmutig. – Denke weiter, wie wenig ich die Natur kenne. Selbst große Hitze oder Kälte ist in der Großstadt fast nur eine Kulisse (wenn man ein Dach über dem Kopf hat).

Meine Gretchenfrage:

Sag, wie hältst Du’s mit dem Hund? Soll ich oder soll ich nicht? Meine Wohnung ist klein, andererseits habe ich ein hundefreundliches Büro (in Laufnähe), viele Parks rundherum (mit ausgewiesenen Hundespielplätzen) und ja, ich mag die Tiere nun mal seit ich Kind bin. Meine Mutter hatte eine Allergie, aber wahrscheinlich vor allem keine Lust – […]

Ich durch andere

An der eigenen Person – Persönlichkeit zu basteln, ist ein Lebensthema. Früh fangen wir damit an, so zu sein, wie Mama uns mag, und doch anders als die Geschwister oder Papa oder wer noch alles. Im Kindergarten schauen wir uns schon Gesten ab, Sprüche, später Klamotten, Styles, Frisuren, Lektüren, Filme und, und, und. Langsam wächst […]

Nachtleben

Vielleicht die größte Überraschung nach dem Kauf meiner Kamera: Ich fotografierte jetzt auch nachts. Nein. Nicht im Dunkeln. In meinen Träumen. Tagsüber ist die Kamera mein Gedächtnis. Weil ich kein Tagebuch schreibe, fotografiere ich. Atmosphäre. Denn auch wenn sich Katze oder Maus, Kind und Kegel, Haus, Baum, Strauch auf den Fotos zeigen, sind es Farben, […]