Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Stärke

Früher – und das heißt eigentlich: bis gestern – dachte ich, stark sei man, wenn es einem nichts ausmacht. Heute weiß ich: Stark bin ich, wenn es mir etwas ausmacht, ich aber trotzdem stehen bleibe. Und weiter meine Angelegenheiten verfolge, trotz schlafloser Nacht oder zu Beton erstarrter Gedanken.

Das Unbewusste guckt mit

Das ist ja eigentlich der größte blinde Fleck in meiner Zunft, nicht daran zu denken, dass alles Gesehene auch unbewusst wahrgenommen, gefühlt und gedeutet wird. Wenn ich als Kunsthistorikerin ein Bild betrachte und beschreibe, kann ich zwar nach allen Regeln vorgehen und sorgfältig alles, was ich sehe nennen, zueinander in Beziehung setzen, deuten (oder auch […]

Spätsommer

Der Wetterfrosch tiriliert sozusagen, wenn es um die Spitzenwerte in der nächsten Woche geht: 27°C! Also noch ein Sommerkleid im Schrank lassen! Wer aber heute aus dem Fenster schaut, sieht einen schönen Spätsommertag heraufziehen. Zeit für melancholische Gefühle. Die Träume drehen sich sowieso schon wieder seit ein, zwei Wochen. Nach ruhigen Nächten kommen morgens regelmäßig […]

Himmel und Hölle

Und die Einsicht – je älter ich werde – dass (zumindest zu Lebzeiten) beides gleichzeitig ist, sich also keineswegs die Frage von „entweder/oder“ stellt. Daraus ergibt sich einiges. Früher war es klar: sobald etwas schief ging, oder auch nur eine Unpässlichkeit meinen Alltag trübte, ging es nicht gut oder gleich schon schlecht. Die Einstellung dahinter: […]

Überraschung!

Und dazu noch eine richtig gute. Denn dass ich echte Papier-Post auf einen Blog-Beitrag übers Briefschreiben bekomme, damit hätte (und habe ich auch) nicht gerechnet! Statt Verträgen, Rechnungen oder Werbung tatsächlich mal handgeschriebene Post auf dem Büro-Schreibtisch: Wow! Das hat mir einen tollen Arbeitstag beschert und also: herzlichen Dank! Tatsächlich überlege ich seit dem Blog-Beitrag […]

Stabil und fließend

Als Kind schon hatte ich die Idee, später vielleicht nicht – also, jedenfalls nicht so in der üblichen Reihenfolge: Studium, Hund, Mann, Haus, Kinder, Segeljacht. Mit 30 fühlte ich mich als Looser, mittlerweile verstehe ich, dass ich tatsächlich nicht das Talent dazu hatte. Aber dafür vielleicht ein anderes. Nämlich mehrere Stimmen zu haben (nein, nicht […]

Willst du mein/e Briefpartner/in sein?

Vielleicht gibt es am Ende keine innigere Liebeserklärung, als diese – vorab nicht besonders sexy klingende – Anfrage. Denn im Schreiben dessen, was ich sehe und erlebe, wie ich meine Zeit verbringe, um dann alles in einzelne Texte zu packen, die wie Überraschungen Absatz auf Absatz folgen, entspinnt sich vielleicht die intimste Art aller uns […]

Zwei sind nicht einfach nur mehr als eins…

Ich bin daran gewöhnt, vor allem berufliche Treffen alleine zu absolvieren. Da ich kürzlich unglücklich gestürzt bin, habe ich mir für zwei Events diese Woche eine Begleitung auserbeten: Wer fällt schon gerne bei einem Treffen mit weitgehend Fremden ins Buffet oder schlimmer…? Und was für ein Unterschied! Wer nämlich schon mit jemandem im Gespräch ist […]

Es gibt so Tage,

tatsächlich oft Montage, an denen ich mit Realitäten konfrontiert werde, die ich gar nicht unbedingt kennen lernen wollte. Aber da fragt ja keine*r. Dann sind mir Menschen so was von fremd, ja sogar über. – Zum Glück gab es heute noch gute Überraschungen. Und ab Morgen hoffentlich wieder mehr hier auf den Klunkern…