Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Also gut, Pflaumen

Sie sind ziemlich klein und haben diese traumschönen roten Mäntelchen… Sie schmecken süß, zart, fruchtig, sie riechen so gut, dass ich sie eigentlich gar nicht essen mag (weil sie dann ja nicht mehr weiter duften können). Der Geschmack ist sehr fein, deshalb denke ich fast, es müsste eine Kreuzung mit einem anderen Obst sein, mit […]

Im Bienenschwarm

Meinen Vater zu sehen ist das Eine. Aber wenn ich zu Hause im Rheinland bin, übernachte ich bei meiner Freundin, deren Mann neben seinem Hauptberuf Imker ist. Vor dem Gästezimmer stehen viele der Bienenkästen und beim Aufwachen schwebe ich – zumindest akustisch – in einer Wolke fliegender Bienen. Und während ich mir viele Sorgen um […]

Es regnet

Und was letztes und vorletztes Jahr ein heißersehntes Ereignis war, wird jetzt – ich bin gerade im Rheinland – eine echte Bedrohung. Für alle Nachfragen noch einmal herzlichen Dank: Mir geht es ganz gut, die Beule am Kopf wird kontinuierlich kleiner und ich habe in zweieinhalb Wochen noch einmal einen kompletten Gesundheitscheck, so dass hoffentlich […]

Notaufnahme

Natürlich ist es schlimmer als im Fernsehen. Und verrückter als jede Stand-up-Comedy. Wer bei halbwegs funktionierendem Verstand dort hinkommt, erlebt alle Vorurteile, die er oder sie so mitbringt. Mit Nuancen dazwischen, die nachhängen. Im Berliner Urbankrankenhaus (heute mit aufgehübschtem Namen „Klinik am Urban“ immer noch abendliche Endstation vieler über Tag Gestrandeter und Obdachloser und Opfer […]

Imagewechsel

Wer bin ich? Diese Frage treibt Menschen wahrscheinlich einen großen Teil ihres Lebens um. Manche finden früh eine Antwort. Manche experimentieren. Es gibt Leute, die wollen sich nicht festlegen. Andere vertun sich, wieder andere sind lange auf der Suche. Es ist ja auch schwierig. Auf der einen Seite wünschen sich viele ein konstantes Selbst, so […]

Vergessen ist der böse Bruder

oder die böse Schwester des Erinnerns. Erinnerungen sind die Bausteine unseres Selbst. Auf Hochglanz poliert, arrangiert umflirren sie uns, Duftstoffen gleich. Wer vergisst, stürzt in ein schwarzes Loch. Das auch die Umstehenden zu erfassen droht.

Ich habe noch nie einen Liebesbrief geschrieben

Verliebte Briefe schon. Aber nie so einen, wo klipp und klar drinsteht: Du – und kein anderer. Ja, zugegeben, ich runzele gerade auch die Stirn. Erstens: Warum fällt mir das gerade heute Abend ein? Und zweitens: Was tun? Bedauern? Einen schreiben? Oder schon mal üben? Wäre doch mal was! Und vor allem die Überraschung bei […]

Entweder/Oder?

Ich bewundere intelligente Menschen. Und, ja, von ferne, wenn man so will. Ich bin nicht völlig stulle, aber unter intelligent stelle ich mir was anderes vor, als das Chaos, das in meinem Kopf herrscht. Nein. Ich will nicht schmollen. Mit meiner Intelligenz komme ich schon durch. Alles im grünen Bereich. Aber so auf Intelligenz-Gipfel klimmen, […]