Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Paradox im Krieg

Wir gehen arbeiten, einkaufen, nach Hause, der Frühling fährt mit vorsichtigen Fingern über die Gärten und Wiesen, Coronainfektionen steigen und werden gefühlt trotzdem weniger, Alltag halt. Gleichzeitig sind die Medienkanäle voll von Kriegsnachrichten, wer Freund*innen oder Verwandte in der Ukraine hat, bekommt direkte Nachrichten, wir sind wütend über die Russen oder bekommen nur noch das […]

Mein Respekt

gilt gerade auch den zahlreichen Journalist*innen, die aus den Kriegsgebieten berichten. In der letzten Zeit hatten viele sehr schnell das Wort „Lügenpresse“ oder auch nur „Presse“ mit verächtlichem Unterton im Mund. Ich war auch immer wieder enttäuscht, wie häufig auf „falschen“ Themen rumgekaut, indem der vermeintliche Publikumsgeschmack nach Skandalen und Skandälchen bedient wurde. Aber wie […]

Was tun?

Der Kultur- und Museumskomplex Mystezkyj Arsenal oder nur Mystetskyj Arsenal  ist ein multifunktionaler Kunst-, Kultur- und Museumskomplex im Rajon Peschersk in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, in dem die erste internationale Biennale für zeitgenössische Kunst in der Ukraine, die Arsenale 2012, die von Mai bis Juli 2012 stattfand, durchgeführt wurde (Wikipedia). Von dort kommt ein Aufruf an alle Kulturschaffenden, das Thema […]

1352 Km bis zum Krieg

Ich habe bis zuletzt nicht damit gerechnet. Vielleicht auch, weil wir im Westen dachten (vielleicht), dass wir Kriege endgültig, wenigstens bei uns, wenigstens,… – ich bleibe dabei, auf eine Lösung zu hoffen, auf genug menschliches Gehirnschmalz (nein, nicht Einsicht), auf eine gemeinsame und damit größere Antworten, wobei es beim „gemeinsam“ wieder wackelig wird. Was mache […]

Blinder Fleck

Ich denke immer wieder über diesen hilfreichen, aber eben auch schmerzhaft störenden Schutzschild in unserem Innern nach, der Erlebnisse, die zu verstörend sind, unsichtbar macht. Wir könnten vielleicht, und so funktioniert dieser Mechanismus, das Erlebte nicht ertragen. Wir würden beim Anblick blind. Das ist die Furcht, die den Mechanismus auslöst. Gleichzeitig werden wir blind, weil […]

Der Sound meines Lebens

Bilder von Gerhard Richter begleiten mich, seit ich mich für Kunst interessiere. Es gefällt mir, wie er sich weigert, zu wissen, wie es geht. Dass er unsicher bleibt, Banalität vor Bedeutung setzt und Bilder vom Rheinland malt – letzteres natürlich auch nur, weil ich ebenfalls daher komme. Wie er sich Aufgaben stellt: Zum Beispiel ein […]

Januar

Für alle, die denken, das Jahr hätte gerade erst angefangen: Es ist schon Februar! Und der Januar längst wieder Geschichte. In meiner wird er als enorm grauer Monat in Erinnerung gehen, mit einigen Neuanfängen – ich denke ans barocke Tanzen und an meine Kärtchen, die mir einen abwechslungreichen Monat beschert haben. Lustigerweise unterstrichen die jeweils […]