Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Winter ist nicht so meins

… und spätestens im Dezember frage ich mich irritiert, wieso ich dann immer noch in Berlin lebe. Aber das Leben ist kein (hier jetzt je nach Gusto was reindenken) – und ich lebe in Berlin und liebe es, doch immer wieder überrascht zu werden. In der Vorweihnachtszeit jedenfalls hat die Stadt einige Überraschungen auf Lager […]

Am Freitag,

auf dem Weg ins Büro. Zum Glück habe ich es noch gesehen – erst nur aus den Augenwinkeln, im Kopf die To-Do-Liste für den Wochenabschluss. Was für ein schönes Bild! Und ich mittendrin. Rilke sagt, wir seien auf der Welt, um die Schönheiten des Alltäglichen zu sehen. An manchen Tagen gelingt es tatsächlich.

Ein stilles Vergnügen

Es ist selten, Menschen bei ihren Gesprächen zuhören zu können. Entweder gehört man selbst zur Gruppe der sich Unterhaltenden oder man belauscht sie eher zufällig. Auch in den seit 2018 erscheinenden Gesprächsbänden des Kampa-Verlags lesen wir meist Interviews, in dem sich eine prominente Person den Fragen eines gut vorbereiteten Gegenübers stellen, und damit in den […]

Stille Zeit

Eigentlich fängt für mich im Advent die Stille Zeit an, aber meist beginnt sie schon im November, wenn die Dunkelheit Überhand nimmt und ich viele Stunden alleine bei mir zu Hause verbringe. Die Gedanken, die sich sonst an den Boden krallen, um in der Hektik der Tage nicht weggeweht zu werden, schütteln vorsichtig ihre Flügel. […]

Ich sehe was

Je älter ich werde, desto mühsamer wird es mir, in Ausstellungen zu gehen. Das wäre nicht weiter schlimm, wäre ich nicht Kunsthistorikerin. Aber klar, als ältere Kunsthistorikerin weiß ich auch, Dinge ändern sich – manchmal sogar zum besseren hin. Um doch in Ausstellungen zu gehen, erlaube ich mir, auf alles Vorwissen zu verzichten, wenn es […]