Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Der Sound meines Lebens

Bilder von Gerhard Richter begleiten mich, seit ich mich für Kunst interessiere. Es gefällt mir, wie er sich weigert, zu wissen, wie es geht. Dass er unsicher bleibt, Banalität vor Bedeutung setzt und Bilder vom Rheinland malt – letzteres natürlich auch nur, weil ich ebenfalls daher komme. Wie er sich Aufgaben stellt: Zum Beispiel ein […]

Januar

Für alle, die denken, das Jahr hätte gerade erst angefangen: Es ist schon Februar! Und der Januar längst wieder Geschichte. In meiner wird er als enorm grauer Monat in Erinnerung gehen, mit einigen Neuanfängen – ich denke ans barocke Tanzen und an meine Kärtchen, die mir einen abwechslungreichen Monat beschert haben. Lustigerweise unterstrichen die jeweils […]

Die schwere Kunst des Sehens

So stöhnte Anfang des 20. Jahrhunderts Museumsdirektor Max Sauerlandt über seinen Job, beziehungsweise die Absicht, „sein“ Museum, die Moritzburg in Halle, zu einer Schule des Sehens zu machen. Ja. Bleibt schwierig. Zumal das Sehen heute abgekoppelt von der Realität stattfindet – zumindest zu einem Großteil der Zeit. Wir sehen alles Mögliche und mittlerweile auch Unmögliche […]

Coming out

Ich habe seit einiger Zeit das Gefühl, dass sich mein Leben – und nein, noch konkreter: dass ich mich – noch einmal verändere. Ich habe lange darüber nachgedacht. Es ist, als ob sich eine neue Person aus mir herausschält, fast wörtlich, ich hatte hier schon erwähnt, dass ich letztes Jahr ein paar Kilos losgeworden bin […]

Die Leserin…

Die nächste Woche des nicht mehr ganz so jungen Jahres fängt an, und ich kann über meine „Vorsatz-Maschine“ von Silvester schon etwas berichten. Kärtchen müssen dazu am Anfang jeder neuen Woche gezogen werden, darauf ein Aspekt von mir, den ich die nächsten 7 Tage besonders berücksichtigen möchte. Meine Idee ist dabei vielleicht viel weniger „vorsätzlich“ […]

Endlich Drache!

Es war die ewige Enttäuschung. Januarkinder hinken im Chinesischen Kalender hinterher. Sie sind die Schlusslaterne des vorigen Jahres, der und die Letzte, der oder die die Tür leise, oder mit einem festen Wumms! zumacht. Aber es gibt ja nicht nur China. In Japan, traditionell westlicher orientiert, beginnt das neue Jahr im Januar. Und also: Aus […]

Verblassen

Es gibt Freundschaften, Lieben, die mit einem lauten, völlig unerwarteten Knall enden. Spektakulär, bodenlos. Sie reißen Löcher tiefer Enttäuschung. Manchmal ziehen sie auch Gräben durch die sozialen Landschaften. Und dann verblassen sie. Schnell und restlos. Nicht schön. Aber tröstlich.

Feiern

alleine? Scheint sich auszuschließen. Aber mein Morgen war bislang eine große Sause. Im Radio – ich dachte noch, egal was kommt, das höre ich – Punk. Danach Soft Rock aus den 80ern. Ich hab‘ mich geschüttelt und getanzt, was das Zeug hielt – als „Belohnung“ gerade, im Ernst!, „Happy Birthday“ von Stevie Wonder (Martin Luther […]

Geburtstagsdämmerung

(„wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät“… – !?) – immerhin hat Dortmund gewonnen. Aber es ist Regen angesagt: Das ewig graue Geburtstagswetter (früher war wirklich mehr Lametta, zumindest mehr eiskalte sonnenklare Schneetage im Januar). Aber dann: Ich habe am Donnerstag zum ersten Mal barock getanzt. Eine Gigue, wer es […]