Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

An den Nachwandler

Also, wenn Du schon nachmittags um kurz vor vier geheimnisvoll über rosa verschwimmst – wie soll ich nach so viel Dunkelheit noch wach sein? Heute keine weiteren Klunker – schlaft gut.

Schönheit

ist wohl das, was Menschen am meisten berührt. Und auch, wenn sich nicht einmal zwei auf eine Schönheit einigen können, gilt:  großes Schönes kann uns begeistern und mehr noch – uns neue Wege weisen. Ein Lob auf die Schönheit! Und dass wir sie nie aus den Augen verlieren. Denn am Ende ist unser Blick für […]

Ein sehr persönlicher Lobgesang auf den Computer

Nee, eigentlich habe ich von Anfang an Rechner gesagt. Dass ich so früh einen hatte (einen Atari!), war Zufall, oder – ehrlicher gesagt – Geldnot. Es hätte eine elektrische Schreibmaschine auf den Tisch gemusst. Aber auch die waren Mitte der 80er Jahre noch sauteuer. Und dann war der Schritt zum Rechner nicht ganz so groß. […]

Träume: Romane unserer Wirklichkeit?

Als ich gestern aus einem Traum wie einem 1000-Seiten-Wälzer aufwachte, dachte ich, es würde Monate dauern, das Geträumte auch nur annähend aufzuschreiben. Vorausgesetzt die Unmöglichkeit, dass ich mir die Details des Traums allesamt bis zum Ende der Notiz würde merken können. Der Traum verdichtet und verrätselt und ist dabei voll wie das Leben selbst. Manchmal […]

Die Generation mit dem Lenor-Schatten

Da kann die Wäschen noch so blütenweiß sein, die Wohnung geputzt und die Arbeit erledigt. Wohin ich in den letzten Wochen gehört habe – und ich meine damit verschiedenste Telefonate mit verschiedensten Freundinnen – überall wacht das schlechte weibliche Gewissen über zu viel der guten Laune. Was ist denn da los, dachte ich mir? Winterdepression […]

quecksilbrig

Klar – oder? Die Sache ist eine für Quacksalber. Wer verquickt (weder rührt noch schüttelt), mischt für alle Zeiten. Einmal zusammen geschüttet geht nichts mehr auseinander, und: entweder gibt’s eine feine Legierung oder einen verquollenen Mischmasch. Frage jetzt besser keiner, was ich damit sagen will. Dass es manchmal zu übereilten Verquickungen kommt? Dass es Meister/innen […]

Dauer oder Intensität?

Grundsätzlich messen wir das Leben in der von uns gemachten Zeit, in Jahren, Monaten, Wochen. Doch wenn wir ehrlich sind, ficht uns die Zeit selten an. Ein Tag kann so oft er will 24 Stunden zählen. Kein Tag mag uns vorkommen wie der andere, auch wenn wir in schlimmen Hamsterrad-Zeiten genau das behaupten. Vílem Flusser […]

Vor 100 Jahren

wurde sie aus der Taufe gehoben, beziehungsweise patentiert, wie für neue Gegenstände üblich. Etwas runder in den Hüften und gedrungener (hej, unsere Modells messen mittlerweile auch einsneunzig und haben kaum noch Kurven) – die gläserne Coca-Cola-Flasche. Schön ist sie bis heute. Warum auf diesem schwedischen Exemplar „Polaren“ steht, konnte ich nicht herausfinden. Immerhin gab es […]

„Gedichte eichen unseren Kompass“,

so schreibt Christoph Buchwald, seit 30 Jahren Herausgeber des „Jahrbuchs der Lyrik“, in dem aktuellen Band für 2015. Zusammen mit Nora Gomringer hat er aus knapp 7.000 Einsendungen diese Ausgabe zusammengestellt und in 6+1 Kapitel verteilt. +1, weil das letzte sich um die (gelungene) Übersetzung ausländischer Gedichte ins Deutsche dreht. Ich habe mich schwer getan, […]