Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Papiertiger

Briefe gelten als weitgehend überholt – man möchte von einer aussterbenden Art sprechen – oder zumindest ich, wo im Briefkasten kaum noch Handschriftliches, und wenn, dann auf kleinem Postkartenformat, anlandet. Dass das einmal anders war, wissen wir, aber wie es war, einen Brief zu schreiben, die Verfassung, die einem zum Stift greifen ließ, die Dringlichkeit, […]

Es war einmal,

eine Zeit – und Fotografien bestätigen das – als Diaprojektoren und Haartrockner noch die gleichen Eltern hatten. Muss lange her sein… – prächtig anzuschauen!

Kindertraum

Das war vorgestern ein Hallo! Auf dem Weg zum Hermannplatz kam ich an einem Schaufenster vorbei, in dem zwei kleine Wasserstrudel in Weckgläsern strudelten. Ich konnte es nicht fassen! Waren solche kleinen Wasserstrudel doch eine Lieblingsfantasie meiner Kindheit. Ich stellte mir vor, wie aufsehenerregend solche Objekte im Regal wären. Und welche Freude, dem Wasser (gerne […]

Pünktlichkeit

Für einen Beitrag über Pünktlichkeit habe ich auch Bekannte und Freundinnen interviewt. Ich wollte der Sache auf die Spur kommen, weil es so ein heikles Thema ist. Um ehrlich zu sein, bin ich heute nicht wesentlich schlauer – aber zumindest weitgehend pünktlich. Dass das Erscheinen zum verabredeten Zeitpunkt eine Tugend der König/innen ist, hat mich […]

Kunst oder Künstler?

So lautete die Frage, um die sich dieses Interview drehte, das ich im Februar 2001 mit einem Kunsthistoriker führte. Wie ich beim Abtippen gemerkt habe, ist es trotz vieler Pointen auch theorielastig, so dass vielleicht einige von Euch oder Ihnen die Augen verdrehen werden. Ich verspreche, dass es demnächst auch entspanntere Auszüge geben wird, aber […]

Interviews

Ich mache sie gerne, bin aber vor jedem Termin halbtot. Weil mir selten so sehr die Beschränkung von Zeit vor Augen steht und ich fürchte die „falschen“ Fragen zu stellen oder – noch schlimmer – keinen Draht zum Gegenüber zu bekommen. Die meisten Gespräche zeichne ich auf, um mich auf die Antworten und die nächsten […]

Abtauchen

Wie der Fischschwarm am Göteborger Poseidonbrunnen – das brauche ich, um neue Ideen zu haben. Wie gerne wäre ich heute ins Kino gegangen. Aber ich wollte auch endlich mal wieder an dem schon so lange im Kopf herumgehenden Hörstück weiter schneiden und mir Gedanken über ein Hörspiel machen, das mindestens ebenso lange auf der Ablage […]

Kunst für die Wohnung?

Ich schreibe gerade etwas über ein Sammlerehepaar aus der Schweiz, er ein angesehener Augenarzt, sie eine ausgebildete Malerin, die Anfang des letzten Jahrhunderts zeitgenössische Grafik und Malerei sammelten. Aus Liebe zur Kunst, um junge Maler und Bildhauer zu fördern, um etwas für den erschlafften Geschmack in der Provinz zu tun. Mit Erfolg. Die kleine Heimatstadt […]