Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Das letzte Geleit

Patrizia – „Trisha“, die Perlenzauberin – hat sich heute Gedanken um Beerdigungen gemacht. Auf die Frage, ob oder wie ich meine Beerdigung geplant habe, gibt es noch keine Antwort. Ich weiß weder wo, noch wie ich bestattet werden möchte. Geschweige denn, wer sich darum kümmern soll. Aber eins wurde mir beim Lesen und Mich-Selbst-Fragen klar: […]

Manchmal

kommt man einfach nicht ins Gespräch. Da kann man noch so viele Anläufe nehmen. Es stellt sich partout kein Dialog ein (von Übereinkommen ganz zu schweigen). Kein Grund zu Selbstzweifeln, wie diese Aufnahme zeigt. Manchmal versteht der andere einfach nicht, was ich sage. Aber! Kein Grund, den Mut zu verlieren. Übermorgen noch mal versuchen. Wer […]

Tiere?

Natürlich kenne ich welche. Als Kind habe ich in einer kleinen Stadt gewohnt mit Land drumrum. Meine Freundinnen hatten Hunde und Katzen, es gab Mäuse im Garten und später eine Schildkröte. Igel, Vögel (vor allem im Winter am Vogelhäuschen), einmal ein Reh im Wald, später sogar ein Hirsch im Wannseebad (ich schwöre), Windschweine, einen raschelnden […]

Rückkehr der guten Geister

Einige kamen über das Telefon. Andere zeigten sich einfach am Wegesrand. Außerdem hatten wir einen Sonnentag. Und dann gibt es immer noch den Fotoapparat. Wie sagte mal eine Freundin: Fotografieren kann auch Stress reduzieren. Weil: also bei dem Bild (s.o.) hat eine Frau, die hinter mir die Straße überquerte, gelacht. Schon ein paar Schritte weiter […]

Karneval

Nein. Es geht mir heute nicht ums für oder wider. Auch nicht um die Gefahrenlage in Köln. Ich möchte daran erinnern, dass Karneval aus alter Tradition eine Zeit der Subversion und der Umkehrung ist. Und eine Zeit der Ausgelassenheit. Wie wäre es? Mal was wirklich anderes, aufmüpfiges tun? Mal den Alltag auf den Kopf stellen? […]

Gar nicht so einfach!

Es gibt eine Menge Bäume – sogar hier, mitten in der Stadt – die es mir angetan haben. Große mächtige, schlanke hohe, buschelige, üppige, großzügige, eingeklemmte, starke und fast alle sehr eigenwillig. Sie haben übrigens kein Zu Hause, oder vielleicht ist ihr zu Hause unterirdisch, da, wo Wurzeln und Erde sich durchmischen. Vielleicht. Aber wenn […]

Was bedeutet Dir Wohnung?

Die Frage kommt aus zwei Richtungen. Zum einen, weil ich immer wieder an die denke, die hier in der Stadt ohne Wohnung leben. Sei es draußen, sei es in Notunterkünften oder in Turnhallen. Könnte ich das? Würde ich es unter bestimmten Umständen sogar etwas anderem (aber was?) vorziehen? Zum anderen, weil ich gerade immer wieder […]

Ohne Netz leben

Früher kam ich mir benachteiligt vor. Noch heute werde ich gelegentlich wütend, wenn andere Leute aus ihrem sicheren Nest argumentieren. Natürlich braucht es weniger Zukunftsangst, wenn ich auf einem Erbe sitze. Oder eine große Familie habe. Oder reich verheiratet bin. Aber heute weiß ich, was ich ohne Netz habe. Vor allem Freiheit (was simpel klingt, […]