und viele (gute) Ideen noch keinen Text, kein Musikstück und auch keine schön eingerichtete Wohnung. Dies ist ein ganz persönlicher Knoten im Taschentuch: Viel ist nicht alles – und oft nicht genug. Alles klar?
Autor: Stephanie Jaeckel
Rosen
waren die Lieblingsblumen meiner Oma. Bis zum Schluss humpelte sie auf ihr kleines Gartenstück im Innenhof einer großen Nachkriegssiedlung, um ihr Rosenspalier zu pflegen. Ich kann erst heute einschätzen, wie viel Arbeit das bedeutete. Und wenn ich überlege, kenne ich niemanden mehr, die oder der sich solch hochwachsende Rosenstöcke antut. Dabei sind Rosen schon toll, […]
Im Schatten der Melancholie
kann man wahrscheinlich nur sitzen, wenn es draußen so strahlend sonnig ist wie heute. Kein Zahnweh, das stört, keine Sorgen, kein Terminengpass, kein Streit, kein – nein, weit und breit kein Ungemach. Dennoch fühle ich mich wie unter einer Wolke. Ich denke daran, dass es das Kind, das ich einmal war nicht mehr gibt, obwohl […]
Das Leben im Griff haben
davon sprachen Erwachsene gerne, als ich Kind war. Doch während sie das gut und wünschenswert fanden, sah ich immer so ein armes Leben wie ein schlaffes Handtuch im Würgegriff eines (meist gesichtslosen) Menschen – klar, dass mir das Leben Leid tat. Heute verstehe ich zumindest den Wunsch nach dem festen Griff. Aber da bleibt mir […]
Gänseblümchenparade
Weil heute ein einfacher Dienstag war, dachte ich, muss ich mir mal was ausdenken. Also gab es am Mehringdamm kurzfristig eine Gänseblümchenparade, die waren spontan und flexibel und haben flugs mitgemacht, und danach musste ich noch durch zwei brennende Ringe springen: Alle Sprecher/innen für den Studio-Termin im Oktober benachrichtigen. Habe ich telefonisch gemacht und siehe […]
Verzeihen
Was für ein großes Thema. Und meine mal keiner, einmal verziehen sei alles schon wieder vergessen. Es gibt so eine Art Verzeihungs-Schluckauf, der mich gelegentlich befällt, wenn ich denke, dass alles „für die Katz“ war oder schlimmer noch, dass mein Verzeihen eh im Dunkeln bleibt, weil es die, die es betraf, gar nicht interessiert. Selbstmitleid, […]
Tag der Arbeit
Und schon durften alle Putzmittel auch mal duschen. Gebügelt und gewaschen, gekocht und gespült, geputzt, gegossen und geschrieben. Höhepunkt: Lesen in der Sonne. Nick Cave: The sick bag song. Zeit zum Träumen. Und. Doch, jaja, Popstars arbeiten auch. Ein Hoch auf den Ersten Mai. Und jetzt ist die Sonne dran.
Hexentanz
Lust auf Randale, fragt, wer in Berlin lebt, doch eigentlich war die letzte Aprilnacht auch mal Lust auf mehr, auf mehr Aufregung, Liebe, Leidenschaft. Da gibt es den bürgerlichen „Tanz in den Mai“ neben den teuer verkauften Abenteuer-Veranstaltungen, in denen der Teufel los ist oder zumindest laute Rockmusik tobt. Ich hätte schon Lust auf eine […]
Maul mit Schwanz dran
Man möchte fast meinen, dass ein/e Dreijährige/r die Blaupause für dieses Lebewesen gezeichnet hat. Ein Tiefseefisch aus ewiger Dunkelheit und Kälte, war vielleicht nicht so wichtig, wie so eins aussieht, durfte auch mal der oder die Praktikant/in ran. Fast so fühle ich mich heute, habe zwei Bücher gelesen (eins zu Ende und eins von vorne […]
Ein Buch, wie ich lange keins gelesen habe:
„Unser Leben“ von Stefan Schütz, erschienen im wundervollen Verlag Mattes & Seitz. Ein unglaublich sperriges Lese- ja jetzt aber echt -abenteuer, mit täglich fortgesetzten Bewegungen durch Denk-, Vergangenheits- und Wirklichkeitsräume, die bis in die Paranoia ausgreifen. Ein Kammerspiel zwischen Greis und Greisin, wörtlich, ein Theater des ausgehenden Lebens ohne Licht am Ende des Tunnels. Gerade […]








