Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Hörspielkinder

Eltern lernen sich oft auf dem Spielplatz kennen, wo die Kleinen miteinander Spass haben. Man trifft sich regelmäßig, kommt immer öfter ins Gespräch, bis man sich einlädt und anfreundet. Mütter von „virtuellen“ Kindern dagegen lernen sich im Tonstudio kennen oder sonst wo bei der Arbeit. Birge Tetzner habe ich in Berlin kennen gelernt. Sie schreibt […]

Stolz

Da steht er, golden, stattlich, prächtig anzuschauen, aber ziemlich allein. Klar doch, wir haben verstanden, er hat den höheren Status, nein, nicht mal in hundert Jahren hätte ich so ein Geweih – ach so, ja, ich sowieso nicht (es gibt eben keine Hirschinnen, gell Sieglinde?). Ich habe flache Schuhe und umrunde den Stolzen durch Matsch […]

Wer heute an Natur denkt,

kann den Menschen nicht außen vor lassen. Denn alles, was uns wild und natürlich erscheint, ist längst vom Menschen geformt oder beeinflusst. Seit unsere Spezies die Erde betreten hat, hinterlässt sie ihre kleineren oder größeren Fußspuren. Erst kürzlich wurde Archäologen klar, dass unter den riesigen Tropenwäldern des Amazonas ganze Kulturlandschaften liegen. Von wegen: Urwälder… – […]

Erinnerungen

Vielleicht sind es überwucherte Mauern. Fest gefügt aus Erlebnissen, aber versteckt unter dichtem Grün. Vielleicht sind es verwunschene Stellen im Park, die man lange nicht mehr aufgesucht hat und die im Schatten versinken. Traumbilder, die – und da durchfährt mich ein Schreck – womöglich doch einmal Wirklichkeit waren. Unscharfe Gesichter, verzerrte Proportionen, merkwürdige Farben. Aus […]

Für Neugierige, Stöberer und Leserinnen

Seit der Leipziger Buchmesse gibt es ein neues Literaturmagazin, und zwar eins mit laufend neuen Artikeln und keinen festen Ausgaben: Eine Netzzeitschrift für begeisterte Leserinnen, Leser und Zeitgenossen, denn wer liest, tut gut daran, die Grenzen zwischen Literatur und Leben auch am eigenen Körper zu testen. Sieglinde Geisel hat sich nach der Debatte um die […]

Hurra!

Manchmal reicht auch Geduld. Mein WordPress-Account geht wieder. Es wird also  weiter geklunkert!

Karfreitag

Nicht, dass ich es habe kommen sehen, aber heute hat sich mein WordPress-Blog selbst zerschossen. Oder mein Rechner hat einen großen Anteil. Ich habe ihn schon länger im Verdacht, sich langsam in die Ewigen Computer-Jagdgründe zu trollen. Das heißt, ich stelle diese Seite heute ab und versuche, eine neue zu öffnen. Entweder, wenn das geht, […]

Zeitverschiebung

Wer trauert, findet sich in einer Art Schockzustand wieder. Der Körper reagiert sofort, manche bekommen Kopfschmerzen, frieren und können nicht schlafen. Das Herz rast, andere haben keinen Hunger, keinen Durst, wieder andere bekommen einen trockenen Mund oder Kreislaufprobleme. Unkörperlich, aber nicht wesentlich weniger spürbar ist die Zeitverschiebung, die mit der Trauer einsetzt. Phasenweise scheint die […]