Hörspielkinder

Eltern lernen sich oft auf dem Spielplatz kennen, wo die Kleinen miteinander Spass haben. Man trifft sich regelmäßig, kommt immer öfter ins Gespräch, bis man sich einlädt und anfreundet. Mütter von „virtuellen“ Kindern dagegen lernen sich im Tonstudio kennen oder sonst wo bei der Arbeit.

Birge Tetzner habe ich in Berlin kennen gelernt. Sie schreibt und produziert mit ihrem Mann Rupert Schellenberger die Kinder-Hörbuchreihe „Fred“. Mittlerweile ist ihr Fred, ein ziemlich cleverer Junge (und so hübsch!), der die Fähigkeit besitzt, durch die Zeiten zu reisen, schon zum sechsten Mal unterwegs. Er war bereits bei den Skythen, den alten Griechen, er hat die Wikinger besucht, die altägyptische Metropole Achet-Aton und die aramäische Stadt Guzana. Als er eine Höhle in der Schwäbischen Alb besichtigt, ahnt er nicht, dass es ihn diesmal auch in Deutschland aus der Zeit reißt und ihn in die Eiszeit 35.000 Jahre vor unserer Zeit katapultiert.

Zum Glück kann sich Fred schnell anpassen und zum noch größeren Glück hat er kein Heimweh. Denn er ist neugierig und findet schnell Anschluss in längst vergangenen Zeiten. Stets sind es gleichaltrige Kinder, die ihn, den Fremden, ganz selbstverständlich aufnehmen und in ihre Familie oder ihren Clan integrieren. Hier lernt Fred rasch den Alltag kennen und erlebt, was seine Mitschüler/innen in langweiligen Geschichtsstunden auswendig lernen. Was damals den Menschen wichtig war, wie es roch, wie es schmeckte, was sie aßen, welche Gefahren drohten, alles bekommt Fred am eigenen Körper zu spüren. Dabei ist er nie schlauer, als unsere Vorfahren, im Gegenteil, er lernt von ihnen Dinge, die wir heute längst vergessen haben. Dass die Abenteuer gut ausgehen, dafür sorgt Birge Tetzner, die ihn, wenn es zu brenzlig wird, wieder in unsere Gegenwart zurück holt. Und auch hier: Zum Glück, denn sonst könnte er nicht wieder zu neuen Abenteuern aufbrechen! Auf die nächste Reise bin ich jedenfalls schon gespannt!

Infos und Hörproben: http://www.ultramar-media.com

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 3

  1. Mion 10. April 2016

    Genau meins. Ich liebe Geschichten über Vergangenes, vorallem Alltäglich vergangenes.
    Mich interessiert dabei, genau, wie dich, was wir vergessen haben und doch so einfach ist! Danke für die Inspiration und die sehr liebenswürdige Vorstellung von Fred.
    Gute Nacht
    MION

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