Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

still alive

Heute ist der 1. Todestag von David Bowie. Wenn ich eins im letzten Jahr begriffen habe: man kann die Menschen auch weiter lieben, wenn sie gestorben sind. Can you hear me…?

Anders, als man denkt…

ist wahrscheinlich öfters als man meint… Wer eine Arbeit ein letztes Mal in die Hand nimmt und abschließt, kennt wohl die ganze Bandbreite der Gefühle: Ist es das, was ich wollte? Ist es die beste aller Möglichkeiten? Gefällt es mir? Gibt es Fehler? Wenn ja, sind sie noch zu beheben oder kann ich damit leben? […]

Das Wissen der Kranken

Die Vorlesungen, die Michel Foucault in seiner Zeit am Collège de France hielt, sind teilweise als Manuskripte, teilweise als Tonbandmitschnitte erhalten. Ich lese gerade diejenigen, die Foucault Anfang 1976 hielt. Er fängt sehr sympathisch damit an, den Sinn und Zweck der Vorlesung zu untersuchen. Er will mit seinen Veranstaltungen, so sagt er, weg vom Lehrbetrieb […]

Januar-Kinder

Ja, es ist etwas Besonderes, gleich zu Anfang des neuen Jahres ins Leben hinein zu spazieren. Aber es hat auch verdrießliches, wie schlechtes Wetter (und ich meine damit keineswegs Kälte sondern Regen), nach der Weihnacht und Silvester heruntergefahrene Feierlaune der Freund/innen oder die ganzen Rechnungen, die einem gleich in den ersten Neujahrswochen auf den Tisch […]

Reisen gegen die Alltagsroutine – ?

Ich habe nie wirklich verstanden, was Menschen in den Urlaub treibt. Wahrscheinlich ist es Abenteuerlust gepaart mit einem schlechten Gedächtnis (das einen doch früh genug an die Unpässlichkeiten von langen Fahrten, harten Betten, grauenhaften Insekten oder ungenießbarer Speisen erinnern müsste)… Vielleicht ist es auch der Wunsch, den Planeten, den wir bewohnen, etwas besser kennenzulernen. Nein, […]

Überstürze nichts!

Na toll! Glückskekse haben ja so den Hang zum Rätselhaften. Nichts überstürzen? Ja wie denn? Hat denn dieser Neujahrskeks mal in meinen Terminkalender geschaut? Mich wie ein alter Lastkahn mal am Kanalrand parken und von den anderen Schiffchen überholen lassen – ??? Nee, halt, von Pause ist ja (leider) nicht die Rede. Eher von Eile […]

Tief tauchen

Aufmerksamkeit lohnt sich, so ist es zumindest heute auf „zeit-online“ zu lesen, denn wem beim Musikhören ein wohliger Schauer über Rücken, Arme oder Beine läuft, gehört zu den akustischen Tieftauchern, also zu den Menschen, die sich – wahrlich mit Haut und Haar – auf das Hören einlassen. Gänsehaut, die unsere Haut Wellen schlagen lässt, kennen […]

Blinde Zeugen

Als Historikerin bin ich mit dem Phänomen häufig konfrontiert: Das der blinden Zeitgenossenschaft, das sich durch grandiose Fehleinschätzungen und – natürlich rückblickend gesehen – durch ebenso kuriose Weitsichtigkeit auf falschen Prämissen auszeichnet. Wenn ein neues Jahr beginnt und wie ein leeres Blatt vor mir liegt, denke ich an diese merkwürdige Verzerrung, die sich einschleicht, sobald […]