Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Umarmung

Ich hatte davon in der Zeitung gelesen, dass sich – meist junge – Leute auf Plätze stellen oder an andere belebte Orte und den Vorbeieilenden eine Umarmung anbieten. Ich musste schmunzeln, fand es naiv, charmant und komisch zugleich: wer würde sich denn umarmen lassen? – andererseits… Das ist mindestens zwei Jahre her. Anfang letzter Woche […]

Trotzdem.

Nein. Es gibt nichts zu feiern. Und vielen ist es mulmig. Dennoch: Anstoßen und weitermachen. Allen ein schönes Wochenende!

Sich wehren

Früher (und das ist noch gar nicht so lange her) dachte ich, wenn ich mich nur richtig verhalte, kann mir nichts passieren. Dem ist nicht so. Die allererste Konfrontation machte mich hilflos. Ich kam und kam nicht damit klar, dass sich jemand nicht nur nicht richtig verhielt, sondern offensichtlich mit völliger Absicht. Das war zuallererst […]

In Berlin rappt

witterungsbedingt der Eisbär. Ja, doch. Wir haben Winter. Und wieder einen kleinen Knut (solange er noch keinen eigenen Namen hat). Und Mode, die der Kälte trotzt. Viel gute Laune heute auf den Straßen. War richtig schön.

Ich sehe was, was Du – ?

Bildbeschreibungen. Wenn ich meinen Beruf in einem Wort erklären sollte. Eigentlich eher Übersetzen. Es sind ja nicht immer nur Bilder. Aber oft. Am Ende übersetze ich auch Bilder. Manchmal kommen mir Zweifel. Weil – wozu eigentlich übersetzen? Und: was sehe ich überhaupt. Und wie viel nicht. Nicht bloß, weil meine Augen schlechter werden. Oft lasse […]

Gemeinheit?

Selbst der (kleine) Wahrig gibt sich wortkarg. Gemeinde, Gemeinplatz, Gemeinschaft und Gemeinsprache. Von Gemeinheit keine Rede. Auch sonst ist das nicht grade ein Thema. Obwohl man ja immer wieder mit großen und kleinen Gemeinheiten konfrontiert wird. Eine amerikanische Forscherin will entdeckt haben, dass Frauen auf Männerfang gemein sind, um potentielle Konkurrentinnen auszuschalten. Frauen gehen schließlich […]

Einsam

Manchmal überkommen mich Momente der Einsamkeit. Wie heute Abend, als ich an dieser Bushaltestelle vorbei kam, und den abgeschmückten Tannenbaum dort stehen sah. Vielleicht ist es so einem Baum ja egal. Aber ich habe mich irgendwie geschämt. Bäume für ein paar Tage ins Zimmer zu stellen, um sie dann lieblos zu entsorgen. Januare können ganz […]

Lieblingsdinge

Ich kann aufräumen, so viel ich will. Es gibt einfach Dinge, die ich behalte, auch wenn sie eigentlich nur rumstehen. – Das Foto mag in die falsche Richtung weisen. Doch so ein praktischer alter Nussknacker ist für mich tatsächlich ein „Staubfänger“, denn ich bin allergisch gegen Nüsse. Ich habe noch mein allererstes Kuscheltier. Ich habe […]

Edelstein

Nein. Kiesel gehörten nie zu den Preziosen. Sie sind die Masse der Steine, das Fuß- oder wohl eher das Rollvolk. Dennoch: als Kind habe ich sie mehr als alle anderen geliebt. Und dieser ist – mit Verlaub: perfekt. Von ihm aus, so stelle ich mir gerade vor, könnte ein ganzer Roman seinen Lauf nehmen…