Sich wehren

Früher (und das ist noch gar nicht so lange her) dachte ich, wenn ich mich nur richtig verhalte, kann mir nichts passieren. Dem ist nicht so. Die allererste Konfrontation machte mich hilflos. Ich kam und kam nicht damit klar, dass sich jemand nicht nur nicht richtig verhielt, sondern offensichtlich mit völliger Absicht. Das war zuallererst eine unglaubliche Kränkung. In die ich mich tage- sogar wochenlang festbiss. Es müsse ja nur „die Wahrheit“ ans Licht kommen, damit ich zu meinem Recht käme. Überflüssig zu sagen, dass die Hasen so nicht laufen. Zum Glück schlug ich irgendwann einen Haken. Es ging nicht mehr ums Unrecht. Sondern um eine Art Hindernis, das ich aus dem Weg räumen musste. Ich machte erste Bekanntschaft mit Rechtsberatungen und Anwälten. Und lernte dort eine neue Art der Argumentation. So auch die Notwendigkeit, erst mal die Lage zu analysieren, um dann für den eigenen Fall zu argumentieren. Das nahm aus manchem Fall ganz schnell die Luft. Und es eröffnete zum Beispiel auch Einsicht ins Gegenüber. Es gab nämlich plötzlich die Möglichkeit eines Missverständnisses. Oder eines puren Interessenkonflikts, der aber eben oft genug verhandelbar ist. Nein. Natürlich bekommt man auf dieser Welt nicht immer Recht. Und oft sind Verhandlungen langwierig. Und unfair. Aber ich habe gelernt, dass ich mich wehren kann. Und das Recht nicht automatisch ist. Sondern auch von mir abhängt.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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