Reisen gegen die Alltagsroutine – ?

Ich habe nie wirklich verstanden, was Menschen in den Urlaub treibt. Wahrscheinlich ist es Abenteuerlust gepaart mit einem schlechten Gedächtnis (das einen doch früh genug an die Unpässlichkeiten von langen Fahrten, harten Betten, grauenhaften Insekten oder ungenießbarer Speisen erinnern müsste)… Vielleicht ist es auch der Wunsch, den Planeten, den wir bewohnen, etwas besser kennenzulernen.

Nein, es ist kein Geheimnis, ich bin ein Reisemuffel. Dennoch werde ich dieses Jahr gleich zwei Mal auf Reisen gehen. Unternehmungen, die ich so lange aufgeschoben habe, bis sie sich fast in die Quere gekommen sind. Und ich bemerke zuallererst, dass schon das Vorhaben die Routine aus dem Takt bringt, denn wo hier und da noch Zeitreserven sind, wenn ich heute nicht und morgen auch nicht, muss ich jetzt vom Reisedatum her zurück denken, um nicht kurz vor Abflug in Stress zu geraten. Außerdem spüre ich seit kurzem doch ein leichtes Kribbeln bei dem Gedanken, an einem (hoffentlich schönen) Tag im Mai nicht gleich mit dem ersten Kaffee an den Schreibtisch zu tappen, sondern zum Flughafen (Tegel!) zu fahren, um von dort aus den Atlantik zu überqueren.

Tatsächlich sind es noch fünf Monate hin, und ich kleiner Reiseangsthase fange schon an, meinen Koffer im Geist zu packen und was weiß ich. Mal sehen. Ein Ausflug scheint also wirklich so einiges auf den Kopf zu stellen. Auch mein Selbstbild bewegt sich. Denn es ist ja nicht bloß eine Frage des passenden Outfits, ob ich mich für bequeme Hosen, einen leuchtenden Rock, für Regenmantel oder/und Sonnenbrille entscheide. Es ist die Frage, als wer ich in die Fremde aufbreche. Und es ist noch eine ganz andere, als wer ich zurückkehre. Doch, Fernweh ist mir seit ich Kind bin ein Begriff. Reisen passte bislang nicht so recht zu mir. Nun, wir werden ja sehen – und, nichts überstürzen…

 

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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