Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Enjoy

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen. Vielleicht ist es wegen meiner Kalifornienreise. Vielleicht ist es nur, weil ich älter werde. Aber der Sommer erscheint mir so hinreißend, so strahlend, als wäre es der erste meines Lebens. Und das, obwohl im Wetterbericht dauernd von Unwettern die Rede ist. Ich bin auch unendlich unter Termindruck. Vielleicht […]

Freiheit

ist in jedem noch so eng gepackten All-Tag. Warum tun wir immer so, als wenn es nicht so wäre. Oder als wenn gerade wir so gestresst seien, diesen Moment nicht zu finden? Zumindest eine berühmte Zigarettenlänge. Eine Freiheit, die ich mir nehme (auch ohne Glimmstängel).

Transit

Im Büro ist eine neue Einrichtung fällig. Meine beiden Kolleginnen und ich, Nutzerinnen einer gemeinsamen „Koje“, müssen Tische besorgen. Und? Drei Frauen, drei Tische, drei Herangehensweisen. Soweit, so undramatisch. Was mir auffiel, dass mir ein Büro eher eine Art Transitraum ist. Ich komme dort mehrmals die Woche hin, um zu arbeiten. Während andere eher ein […]

Oh!

Frau Jaeckel war gestern Abend sehr müde. Da hatte sich das A erboten, als erster in der Reihe der Buchstaben mal was zu klunkern. Und dann krachte die Internetleitung zusammen… Dennoch, war so nett, wird heute nachgereicht, weil: Oh! Wer hätte das gedacht: Buchstaben sind gefräßig. Zumindest wenn sie als Graffitis auf den Wänden hocken. […]

Muss Schreiben kreativ sein?

Ich schreibe jeden Tag. Meist für Geld. Da gilt es Termine einzuhalten, Perspektiven zu finden, Meinungen zu generieren und so nah wie eben möglich an der Wahrheit zu bleiben. Die meisten Texte, die so entstehen sind keine Literatur. Es sind Gebrauchstexte für Zeitungen, für wissenschaftliche Publikationen, für Audioguides oder andere Hörerlebnisse. Nicht zuletzt für die […]

Make the world a better place

Heute morgen habe ich gelesen, dass es in Australien ein Restaurant gibt, in dem Frauen für ihre Bestellungen 18% weniger zahlen als Männer. Weil sie im Schnitt in Australien 18% weniger verdienen als ihre Kollegen. Mir hat das gefallen. Weil es eine Ungleichheit sichtbar macht, von der hier alle so tun, als gäbe es sie […]

Blau

Blau ist die Sehnsuchtsfarbe schlechthin. Auf diesem Foto ist schön zu sehen, wie auch die Berge blau werden, wenn sie weit genug entfernt sind (und es geht noch viel blauer). Ich bin vor Sehnsucht ganz durchlässig. Ich wünschte, ich könnte leicht werden wie ein Geist und durch die Nachtluft den Flug noch einmal machen, der […]

Schweigen

„Willst Du Dein Herz mir schenken, so fang es heimlich an.“ Diese ersten beiden Zeilen der Aria im Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach rühren mich jedesmal fast zu Tränen. Weil ich ahne, was es heißt, eine große Liebe und Leidenschaft selbst vor dem geliebten Menschen – nun, vielleicht nicht zu verheimlichen, aber zumindest auch nicht […]

Der doppelte Blick

Manchmal hätte ich gerne noch ein zweites Paar Augen. Nur, um eine leicht andere Perspektive zu haben. Denn wo ich etwas klar vor Augen habe, kann es trotzdem ganz anders sein. Ich weiß. Ich kann noch so laut quengeln. Dieses zweite Augenpaar bekomme ich nicht. Vielleicht kann ich mir eins mit eigener Anstrengung wachsen lassen. […]