Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Generationswechsel

Irgendwann ist es wohl in jeder Familie so weit. Jedenfalls wenn die Eltern alt werden. Und wenn die Kinder den Kontakt nicht abbrechen – oder anderweitig verschwinden. Der Vater – oder Großvater, die Großmutter – sie werden alt und können nicht mehr alleine zurecht kommen. Oder sie können sich nicht mehr in der Weise über […]

Heiter bis wolkig

Als ich jünger war, hatte ich mir das nicht so vorgestellt: Fünfzig zu sein und noch immer – oder immer wieder – durch alle möglichen Gefühlsregungen durchzurasen, manchmal drei oder vier an einem Tag. Ich dachte in dem Alter weiser zu sein, entspannter und abgeklärter. O.K. wahrscheinlich ist da was dran. Ich möchte es nicht […]

Zu Grabe tragen

Gestern war ich nur kurz in der Küche, einen neuen Kaffee holen. Und ZACK, ist es passiert: Mein guter alter Rechner ist gestorben. Ohne Ton, ohne Vorwarnung, weg war er. Und ich in einem Panikzustand sondergleichen. Passiert mir jedesmal, wenn ein Computer kränkelt oder final ausfällt. Ich verliere völlig die Peilung. Nicht gut. Am nächsten […]

Bilderparade

Wer an einem lauen Sommerabend über den Columbiadamm fährt, hat was zu sehen. In einem fort und auf beiden Fahrbahnseiten parken Lastwagen, Wohnwagen, Anhänger und die meisten von ihnen haben vom langen Stehen an der gleichen Stelle Farbe angenommen. Nicht, dass sie braun geworden sind. Sie sind eher bunt, denn hier tummeln sich offensichtlich Menschen […]

Die Gonzo-Scholle

Bis heute Mittag hatte ich von der auch noch nie gehört. Ich war bei Karstadt in der Dachterrassen-Cafeteria und schaute ratlos auf eine handbeschriebene Tafel. Gonzo-Scholle – what the hell??? Die Lösung war natürlich enttäuschend banal. Da stand etwas von einer ganzen Scholle. Pah. Und jetzt? Ihr werdet schon noch sehen, was eine Gonzo-Scholle ist. […]

Zeitgenössische Stillleben?

Wenn ich richtig geschaut habe, heißt so die aktuelle Ausstellung im co berlin (zumindest im Untertitel): contemporary still life. Na – wie stelle ich mir denn ein zeitgenössisches Stillleben vor? (Ohne gleich auf die Internetseite des co berlin zu gehen)? Kann ein Stillleben überhaupt zeitgenössisch sein, oder hat es sich längst schon überlebt? Und was […]

Gleitzeit

Vielleicht ist das ein Geheimnis gelungener (Arbeits-)Tage: Durchgleiten. Auch – oder gerade – wenn es ein festes Terminprogramm gibt. Und die guten Momente genießen.

„extreme beauty is always disturbing…“

Dieses Kompliment machte Mister Spock einst Droxine, jener hochwohlgeborenen Tochter der Wolkenstadt, die nur deshalb existierte, weil Sklaven am Boden und Untertage die notwendigen Rohstoffe besorgten. Ich habe das Kompliment heute Abend an meinen Eames-Stuhl weitergegeben. Und an Spock gewendet: nicht nur „disturbing“, sondern außergewöhnlich bereichernd. Allen einen guten Start ins Wochenende!

Hinschauen

Jetzt bin ich schon eine Reihe von Jahrzehnten auf dieser Welt. Was mich verblüfft: Wie wenig ich doch wirklich kenne. Stockrosen zum Beispiel. Hunderte Male schon gesehen. Aber erst letzte Woche vor Ehrfurcht fast umgekippt. Wo, frage ich mich, bin ich eigentlich unterwegs, wenn ich durch die Straßen gehe, über die Wiesen, Brachen und was […]