Die Gonzo-Scholle

Bis heute Mittag hatte ich von der auch noch nie gehört. Ich war bei Karstadt in der Dachterrassen-Cafeteria und schaute ratlos auf eine handbeschriebene Tafel. Gonzo-Scholle – what the hell??? Die Lösung war natürlich enttäuschend banal. Da stand etwas von einer ganzen Scholle. Pah. Und jetzt? Ihr werdet schon noch sehen, was eine Gonzo-Scholle ist. Ich bin bereit, eine zu kreieren. haha. Zugleich kommen wir einer ernsten Frage ganz nah – auf die mich und andere Leser/innen Christa Hartwig auf ihrem Blog aufmerksam gemacht hat: Was ist eigentlich Kreativität?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 12

  1. Elisabeth Lindau 2. August 2017

    Sehr amüsant – vielen Dank ! Ich habe in letzter Zeit bemerkt, dass ich mich immer öfter nicht nur ver-höre, sondern auch ver-lese. Wir sind ja auch immer wieder mit neuen Wortschöpfungen, unbekannten Bezeichnungen und einem Mix aus verschiedenen Sprachen konfrontiert. Gerade mit letzterem bin ich sehr schnell überfordert. Mein Hirn hätte es gerne, wenn e i n Ausdruck nur aus e i n e r Sprache käme. So denke ich bei „Back-Shop“ unwillkürlich an ein schmuddeliges Lädchen im Hinterhof und käme nie auf die Idee, dort meine Brötchen zu kaufen.
    Und das Foto? Ich nehme an, es zeigt die bekannte Seestraße zwischen der Insel Gonzo und dem Gantzi-Archipel, durch die die Schwollenschärme (äh, na, du weißt schon) ziehen, besonders bei Mondlicht, wie man auf dem Bild deutlich erkennen kann. Sehr schöne Strukturen, die du da festgehalten hast, mag ich sehr ! Besonders gut finde ich , dass du diese Strukturen durch den Schatten der Pflanze (ich vermute: Bambus) noch sozusagen verankert hast.
    Wünsche einen schönen Tag und – last, but not least – guten Appetit !

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    • Stephanie Jaeckel 2. August 2017

      Ach, ich muss ja erst mal eine Scholle finden! Pffff. – Ansonsten: ja, meine Verlese- und Verhör-Kapazitäten sind vor allem nach dem Aufstehen enorm. Deshalb bin ich morgens lieber noch nicht in der Öffentlichkeit aktiv. Ein Restaurator hat mir mal erklärt, dass die menschlichen Augen erst ein paar Stunden nach dem restlichen Körper aufwachen. Deshalb dürfen Restauratoren gar nicht aus dem Bett sofort an ihren Arbeitsplatz springen (oder sollten es zumindest nicht). – Back-Shop ist toll. Hatte ich so noch nicht gelesen, kann ich mir aber sofort vorstellen!

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      • Elisabeth Lindau 3. August 2017

        Verstehe – die „heimatliche“ Scholle ist dir zu wenig. Es sollte schon Kalifornien sein, oder auch gänzlich unerforschtes Neuland wie auf deiner schönen Seekarte. Im übrigen scholl die Solle (na, was ist da jetzt wieder los – ich bin jetzt doch wirklich seit Stunden wach !) im Mai am besten sein. Aber so lange würde ich auch nicht warten.
        Sehr interessant, das mit dem Nacheinander-Aufwachen. Ich hatte schon oft das Gefühl, dass nicht alle Teile von mir richtig wach und „ganz da“ sind. Fühlte mich partiell verpennt, sozusagen. Nun bin ich richtig froh, dass es eine wissenschaftliche Erklärung gibt.
        Einen schönen und ziemlich wachen Tag wünscht
        Elisabeth

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    • Stephanie Jaeckel 3. August 2017

      Kreativität ist wahrscheinlich mehr und weniger in einem. Mein Verdacht: Kreativität wird zu hoch gehängt. Auf der einen Seite. Ohne Kreativität wäre allerdings auch nix. Auf der anderen. Ich denke im Moment, dass es mehr in der Imagination (wo auch immer das jetzt ist) stattfindet (also auf so einer Art virtuellem Schreibtisch, Raum im Gehirn), als aus einer wie auch immer gearteten Individualität. Ich bin nicht meine Kreativität. Ich habe sie. Und vielleicht nicht mal für immer. Es ist eine Fähigkeit, die sich trainieren lässt. Aber es muss wahrscheinlich eine Art Begabung vorhanden sein, sonst wird’s nichts. Wobei sich Kreativität wahrscheinlich weiter fassen lässt, als wir das gemeinhin tun.

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      • papiertänzerin 3. August 2017

        Ich glaube, es gibt eine Kreativität des Denkens (die sich trainieren läßt) & eine der Intuition, eine Art Quelle, an die wir andocken können, deren Zugang aber immer wieder auch verloren geht (und den freizuräumen wir üben können). Erstaunlich ist für mich, dass alle Menschen das Bedürfnis haben, sich schöpferisch auszudrücken (ich kenne kein Kind, das das nicht täte), scheint also universell zu sein. Worin besteht für dich der Unterschied zwischen Kreativität & Imagination? Für mich ist Imagination (als Vorstellungskraft) ein Teil der Kreativität.
        Kreativität hat für mich viel mit Leere & Zurücktreten zu tun, weniger mit Denken & Planen. Ok, du merkst schon, spannendes Thema für mich 😉

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        • Stephanie Jaeckel 6. August 2017

          Ich weiß es nicht. Ich müsste länger darüber nachdenken oder mich selbst beobachten. Kreativität ist vielleicht fürs Erste Kommunikation, Nachahmung und Neuerfindung in einem. Ich habe den Eindruck die Imagination oder Intuition ist so eine Art Kombinationsmaschine, in der verschiedenste Dinge neu oder anders zusammengestellt werden. Oder wie wenn man dauernd die Perspektiven wechselt. Also eher eine große Beweglichkeit und eine Art Vielsprachigkeit. Kreativität ist Ausdruck und will vor allem eins: Gesehen, gehört und verstanden werden. In diesem Sinn also vor allem Kommunikation. Bei mir liegt der Schwerpunkt auf der Kombination. Aber vielleicht ist das eben nur meine Art von Kreativität – und es gibt da noch ganz andere – ?

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  2. christahartwig 2. August 2017

    Oje! Lieber keine Diskussionen darüber, was Kreativität ist. Das ist ja nur noch durch die Frage zu toppen: Was ist Kunst? Und darüber sind schon Beziehungen zerbrochen. – Ich habe doch nur etwas gegen den Abgesang auf die Kreativität.

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