Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Im Schlaf weiterschreiben

Das wäre was. Dabei ist es immer dasselbe Desaster. Wenn ich tagsüber (zu) viel vertexte, passiert es nämlich tatsächlich, dass ich nachts weiterschreibe. Aber wehe! das geht meistens schief. Denn irgendwann nehme ich fast immer einen Abzweig, von dem mein schlafendes, oder noch halb waches Ich denkt: Autsch, völlig falsch! Und dann schreibe ich weiter […]

Kreisbewegung

Vorgestern dachte ich, dass ich die Hoffnung aufgegeben habe. Zu viel Schweigen ertrage ich nach wie vor nicht gut. Obwohl ich weiß, wie unterschiedlich Frequenzen sein können. Es fühlte sich wie eine Niederlage an. Ich habe weiter gearbeitet. Heute denke ich, vielleicht muss man manchmal bis zur Niederlage durchhalten, um ein Happy End zu bekommen. […]

hören und sehen vergehen

Zu viele Farben, zu viel Bewegung, die Augen nicht mehr schließen können, weil Träume nahtlos anschließen an die heran prasselnden Bilder. Geschwindigkeit von außen und innen, wenn das Herz nicht aufhört zu rasen oder Zeit explodiert, weil Gleichzeitigkeit in Wahrheit der Sprung durch die Zeit ist, und wir eins, keins und verbunden für immer, Kreise […]

Warp factor 8

Am Ende ist es immer wieder die Frage nach der Zeit. Als ob man je genug hätte. Aber warum eigentlich nicht? In der Vermeer-Schmonzette „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ (doch, habe ich mit Vergnügen gesehen), sagt Vermeer zu dem neuen Dienstmädchen, es könne doch seine Farben mischen. Das Mädchen möchte nur zu gerne. Denn die […]

Vorurteile

Ich war heute in Dresden. Und habe dort eine Lektion gelernt. Gleich auf dem dicken Einkaufsboulevard ging es los. Überall AfD Plakate. Eins nach dem anderem. Alle hirnrissig und dann noch irgendwas mit trau‘ dich Deutschland oder so, dass ich diese Ofenhocker gut und gerne sofort in der Hölle wüsste. Zugegeben, auch Plakate von den […]

Enge

An manchen Tagen hat man wenig Spielraum. Oder das Gefühl, von allen Seiten bedrängt zu werden. Wer frei sein will, muss mit Widerstand rechnen. Und Enge aushalten. Es wird schon wieder einen Ausgang geben. Denke ich und dann sehe ich so ein kleines Unkraut an der Hauswand mit leuchtend gelben Köpfchen (wo ich meinen doch […]

Über Ausstellungen nachdenken

Oft genug fühle ich mich eingesperrt, kaum dass ich drin bin. Am schlimmsten ist es, wenn gepflegte Dunkelheit herrscht. Ich weiß. Viele Exponate hassen Licht. Aber dieses geheimnisvolle Aufleuchten der Exponate. Nö. Muss nicht. Vor allem nicht in Kombination mit Geräuschen, Musiken und was sonst noch seit Neustem akustisch in die Ausstellungsarena geschickt wird. Ich […]

Stroh im Kopf

Seit ein paar Monaten versuche ich, großen Arbeitsstress zu akzeptieren. Mir bleibt nicht viel anderes übrig, die Amerika-Reise war teuer und Schreiben ist nicht gerade eine Tätigkeit, mit der man reich wird. Also nehme ich mehr Aufträge an als sonst. Die Idee: Den Stress, der dabei „normalerweise“ entsteht, konsequent zu ignorieren. Also Überlastung als Normal-Null […]