Stroh im Kopf

Seit ein paar Monaten versuche ich, großen Arbeitsstress zu akzeptieren. Mir bleibt nicht viel anderes übrig, die Amerika-Reise war teuer und Schreiben ist nicht gerade eine Tätigkeit, mit der man reich wird. Also nehme ich mehr Aufträge an als sonst. Die Idee: Den Stress, der dabei „normalerweise“ entsteht, konsequent zu ignorieren. Also Überlastung als Normal-Null zu begreifen. Es ist ein Experiment. Und es ist eine Notwendigkeit. Ich merke: Es geht. Aber mich nicht stressen zu lassen, ist ganz schön schwierig. Und hoffentlich ein Anfangsphänomen. Es macht mich auch etwas ratlos. Denn so viel mehr Geld kommt bei alledem nicht raus und ich habe das Gefühl, einen großen Teil der letzten Wochen gar nicht mitbekommen zu haben. Was mir richtig dabei erscheint: Stress als weitgehend selbstgemacht zu begreifen. Oder auch: Das Chaos, das dadurch entsteht, auszuhalten. Wenn ich nicht dauernd frage, wer was schon wieder verdaddelt hat oder wie ich das jetzt bitte schaffen soll, ist schon viel gewonnen. Es scheint auch so zu sein, dass ich weniger darüber nachdenke, ob ich etwas kann oder nicht, oder nicht so gut oder vielleicht doch ganz sensationell. Was immerhin den Vorteil hat, weniger angreifbar zu sein. Im Kopf ist zudem ein Strohstrudel. Komischerweise nicht mal das schlechteste Gefühl.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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