Wie war denn mein Jahr? Eben habe ich mich endlich hingesetzt, Kerzen angezündet und versucht, mich zu erinnern. Es gibt erstaunliche Lücken. So weiß ich beim besten Willen nicht mehr, wie der letzte Silvesterabend war. Nein, kein Filmriss. Wahrscheinlich war es so unspektakulär, dass nix hängen geblieben ist. Außer, dass ich nachmittags bei Sonne spazieren war und es am 2. Januar ein frisches Brot gab.
2021 war für mich in der ersten Hälfte merkwürdig kurz, in der zweiten sehr anstrengend. Dabei hielten sich für mich die guten und die nicht so guten Dinge die Waage. Die schwierigste Zeit hatte ich im Februar, danach wurde es besser. In der zweiten, mühsamen Jahreshälfte hatte ich tolle Wiedersehen. Freundschaften, die beendet schienen, gehen jetzt weiter.
Gefehlt hat mir auch dieses Jahr das Schwimmbad. Ich bin eine notorische Hallenbad-Schwimmerin und habe mich bislang noch nicht getraut. Eine brandneue Erfahrung ist das Tragen von Kleidern und Röcken. Das habe ich mich früher nie getraut, bin aber jetzt mit einem seit Frühjahr abgespeckten Körper richtig süchtig danach.
Ich bin sehr unsicher, was die nächsten Monate angeht. Es ändert sich einiges, und es geht auch um größere Entscheidungen für mein Leben. Ungeduld, so muss ich einmal mehr erfahren, ist eine meiner lästigsten Eigenschaften. Aber ich bin dennoch froh, weil ich meine Neugier auch im jetzt gleich beendeten Jahr nicht verloren habe. Und meinen Glauben an die Menschen. In diesem Sinne: Euch allen einen guten Start ins neue Jahr!