Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Wer sind wir – heute?

Weltausstellungen waren die große neue Idee im 19. Jahrhundert. Zum ersten Mal 1851 in London ausgerichtet, zeigten sich die Nationen der Welt (naja, die eigeladenen) von ihren besten Seiten. Leistung war das Stichwort, Zukunft die Blickrichtung. Wer sind wir – wo kommen wir her – wohin sind wir unterwegs? Diese Fragen wollten beantwortet werden. Und […]

Etwas nicht können

Ich gehöre zu den Autor/innen, die ihre eigenen Text nicht (vor)lesen können. Was nicht weiter schlimm ist, weil ich weder Gedichte noch Bücher schreibe, und deshalb auch kaum darum gebeten werde. Dennoch stört es mich. Warum kann ich das nicht? Und warum kann ich auch andere auf Papier gedruckte – noch so schöne – Geschichten […]

1000 Fragen, die letzten 20

Ich habe gesehen, dass Schlussspurt ist im Fragenmarathon, und weil ich eben erst meinen Rechner vom Computer-Doktor zurückbekommen habe, und es zu spät für einen eigenen Text ist (bzw. ich zu müde dazu), gibt es hier meine letzten Antworten. Wer auch immer jetzt am Ende die Fragen gestellt hat: Das war, auch wenn ich nicht […]

Echt jetzt?

Ich habe keine große Begabung für Glück. Nicht, dass ich nicht gelegentlich welches hätte. Großes sogar. Nicht, dass ich es mir nicht gerne vor die Füße fallen sehe. Im Gegenteil. Mein Leben ist oft eng. Glück ist darin wie eine Lichtung, ein Platz zum Ausruhen, eine Picknick-Gelegenheit mit Freund/innen. Ein Feiertag (mindestens). Aber ich bin […]

Bestandsaufnahme

Ich erinnere mich: Jedes Jahr im Januar verschwand meine Mutter zwei ganze Tage im Betrieb (sie arbeitete ansonsten halbtags) zur Inventur. Als Kind klang das Wort für mich sehr abgehoben, als etwas, was nur berufstätige Erwachsene taten. Und jetzt, wo ich mich erinnere, merke ich, dass das Wort einen Beiklang hat, den ich nur als […]

Luft holen

Kaum hat das neue Jahr begonnen, mache ich blau. Einen Tag frei, obwohl sich die Arbeit stapelt. Nein. Gar nichts habe ich nicht mal heute gemacht. Irgendeine E-Mail muss immer geschrieben, ein Telefonat gemacht werden. Aber ansonsten, heute alles mal ohne mich. Ich schaue in den (zum Teil sogar blauen) Berliner Himmel und gut ist. […]

Reset

oder: Gehen Sie zurück auf Los! Puh, nee. Das ist kein schöner Moment, wenn einem das gesagt wird oder mit großen Leuchtbuchstaben hinter der eigenen Stirn erscheint. Nochmal von vorne, nochmal neu anfangen. Alles, was bis hierher schon fertig schien, über den Haufen werfen. Bääähhhh! Warum eigentlich? Ich meine Bääähhhh. Mal vom ewigen Zeitverlust abgesehen, […]

Nachtrag

Was ist eigentlich in uns gefahren?, möchte ich immer wieder fragen, wenn ich die aktuellen politischen Debatten und immer härter werdenden Auseinandersetzungen sehe. Weltweit – naja, soweit meine Augen da so reichen (die Sicht ist begrenzt). Der Streit wird schon länger nicht mehr mit rationalen Argumenten ausgetragen, so lese ich heute auf Spiegel-online im Zusammenhang […]

Die Sprache der Wirklichkeit

„Das neue Alphabet“, so heißt das aktuelle Ausstellungsprojekt am Haus der Kulturen der Welt, das dieses Jahr startet und bis 2021 nach neuen Sprechhaltungen sucht und neuen Darstellungsformen für eine sich rasant veränderte Wirklichkeit. Ein enorm anregendes, wenn auch anstrengendes Projekt: ich war gestern dort und habe gemerkt, dass interaktive Ausstellungen – und im HKW […]