Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Zum Ende kommen

Wer schreibt, kennt diesen Moment nur zu gut. Man hat alles im Text ausgebreitet, und jetzt geht es darum, die Kurve zu kratzen, das Ding zu einem guten Ende zu bringen. Aber auch im Alltagsleben gibt es Momente, die ein Ende verlangen. Etwas braucht einen Abschluss und einen Neuanfang. Oder eher: Ich selbst muss mich […]

Federball

Der Spatz hat seinen Stammplatz vor meinem Fenster. Wenn ich am Schreibtisch sitze, schaut er rein und ich raus. Mit dem Thema, über das ich heute schreiben will, hat er nicht viel zu tun. Denn wahrscheinlich ist weder er neidisch auf mich, noch (und hier kann man sicher statt wahrscheinlich schreiben) ich auf ihn (ist […]

Zwischen den Zeiten

Klassischerweise ist die letzte Dezemberwoche die „zwischen den Zeiten“: Das alte Jahr neigt sich seinem Ende zu, das neue hat noch nicht angefangen. Dieses Mal erwischt es mich in der ersten Herbstwoche, die einer letzten strahlenden Hochsommerwoche mit Regen und deutlich niedrigeren Temperaturen folgt. Ich werde langsam gesund – fühle mich aber noch schlapp und […]

Weiblich sein

Erst mal herzlichen Dank für alle Genesungswünsche. Ich liege zwar noch im Bett, aber mir geht es schon um Längen besser (kein Wunder, ich kann Cola trinken…). So blieb mir heute Zeit, die letzte Woche Revue passieren zu lassen. Noch ganz nah ist ein Ereignis von der Rückreise gestern im Zug, wo sich zwei Männer […]

Wenn es anders kommt…

Auf Reisen krank zu werden, ist Mist. Man kann nicht zur rechten Zeit los. Verpasst den Zug, und einmal im falschen Film, geht es gerne mit anderen Hindernissen gleich weiter. Straßenbahn bleibt hängen, weil ein Lastwagen die Oberleitung geschreddert hat, eine genervte Passantin rennt mich um, hilft mir nicht mal auf, drängelt sich dann am […]

Gar keine Opa-Party

Das war eigentlich das größte Kompliment der Gäste nach dem Geburtstagsfest meines 90jährigen Vaters, das wir gestern gefeiert haben. Hier ist der Moment zu sehen, wo mein Vater Lorbeer bekommt, um sich daraus einen Kranz zu flechten. Klar, dass alle bei diesem Besuch direkt vom kurfürstlichen Barockschloss in Brühl gute Laune bekamen. Dazu war das […]

Als Mensch in der Welt

So sahen die Menschen sich im aufgeklärten 18. Jahrhundert: Als diejenigen, die Ordnung, und damit vollendete Schönheit in die göttliche Natur brachten. Wer genau hinschaut, kann sehen, dass Gottes Schöpfung bröselt. Und gleich mehrere Fragen stellen sich… Haben wir Antworten?

Bei Freunden zu Hause sein

Seit meine Mutter an Alzheimer erkrankte (und das ist jetzt schon über 10 Jahre her), wohne ich regelmäßig bei meiner ersten Schulfreundin, wenn ich meine Eltern (mittlerweile nur noch meinen Vater) besuche. Gestern Abend bin ich mal wieder angekommen und dachte heute nach dem Aufstehen: Was für ein Glück, sich bei Freunden wie zu Hause […]

Der Reisehase nimmt Witterung auf

Wie immer. Wo ich Angst habe oder mir ein Vorhaben plötzlich schon fast unmöglich erscheint, hilft ein erster Schritt. Alleine den Weg vom Flughafen zu meinem Hostel zu notieren, hat mir (einmal mehr) die Augen geöffnet: Auch anderswo gibt es U-Bahnen, Fahrzeiten und Umsteigemöglichkeiten. Kein Problem also, und wahrscheinlich nur etwas mehr als eine Stunde […]