Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Sag‘, wie hältst Du’s mit der Kunst?

Sicher keine neue Gretchenfrage, aber eine, mit der ich mich gelegentlich rumschlagen. Wie jede gute Frage taucht sie immer wieder auf, im eigenen Leben, aber auch in meiner Arbeit als Kunsthistorikerin. Tatsächlich bin ich gespalten. Auf der einen Seite gefallen mir viele der neuen Museumsbauten. Wie Paläste sind sie gebaut, aus edelsten Materialien mit riesigen […]

Wie klingt ein Traum?

Jetzt habe ich den Salat: da wollte ich ein Schlaflied basteln, mit dem Audioschnittprogramm, an dem ich seit knapp einem Jahr lerne, aber Schlaflieder sind gar nicht so einfach. Ohne Melodie geht da gar nix und die muss auch noch gut klingen. Nix für mich. Außerdem fallen mir immer nur Schlaflieder ein, die es schon […]

Kaum bohren die Sonnenstrahlen

wieder Löcher in die gefiederten Wolken, brennen die Bäume noch einmal lichterloh, wie letzte Grüße des Sommers, die der graue Niesel mit herbstlichem Eifer ertränken wird, morgen, übermorgen, die ganze nächste Woche. Zieh‘ Dich warm an, und vergiss‘ den Bademeister bis zum nächsten Jahr.

Ein Nachzügler…

Gestern Abend habe ich noch ein ziemlich zerknittertes Reclam-Bändchen aus den Kulissen meiner Regale gezogen, gekauft in den 1980er Jahren und während einer Konferenz in Wiesbaden gelesen – ich war damals Studentin und völlig überfordert. Aber das kleine gelbe Heft hat mir geholfen: La Rochefoucauld, Maximen und Reflexionen. Haut einen echt um, der Typ. Abgebrüht […]

Wenn der Herbst

seinen grauen Regenmantel umhängt, lohnt es, den Blick auf den Boden zu senken: Lauter lichtdurchflutete Sommererinnerungen: Ein schönes Wochenende!

Ausstellungstipp

Hier einer meiner eher seltenen Tipps, den ich mir nicht verkneifen will, weil es um eine der wenigen „Großausstellungen“ geht, die ich – ausnahmsweise – empfehlen möchte. Meistens halte ich solche Museums-Megaevents für mehr als überflüssig, vor allem für die Exponate, die zum Teil weite Reisen auf sich nehmen und davon nicht wirklich profitieren. Oft […]

Den Mut haben,

anders zu sein, denke ich manchmal, woher den nehmen? Und woher wissen, dass es nicht bloß Trotz ist oder Überheblichkeit? Ein unscheinbares Anders hinbekommen. Nicht laut, nicht schrill – aber dann: für wen? Nur um der Genugtuung willen: ich bin nicht so wie die? Nein. So kann es nicht sein. Anders zu sein, um nicht […]

Oder was ein ewiger Buddha sagt:

„Es gibt die Zeit, auf dem höchsten Gipfel zu stehen. Es gibt die Zeit, auf dem Grund des Ozeans zu gehen.“ So fängt eines der Jugendbücher an, die gerade an meinem Bettrand liegen. Ein Satz, den ich schon so oft gehört und vermeintlich verstanden habe, bis ich gestern vor allem so deutlich vor Augen hatte, […]

Ein sehr blauer und sehr merkwürdiger Montag

Montage gab es schon ziemlich viele in meinem Leben, auch so einige blaue. Aber heute – !? Der war schon speziell mit einem strahlenden Himmel, einem eiskalten Wind und einem Blau, in dem sich jeglicher Wille zum Arbeiten augenblicklich verflüchtigte. Ich gab mich schnell und nicht ungern geschlagen. Mittags auf dem Weg zu einer Freundin […]

Kindermund tut Wahres kund…

Klar, auch ich sprach als Kind ganz selbstverständlich von den „Muskeltieren“, wenn es um die französischen Mantel- und Haudegenkerle ging, die ich aus dem Fernsehen kannte. Mit Federn geschmückte Hüte, altmodische Uniformen, spitze Bärte und noch spitzere Degen, so kannte ich sie – dass sie immer gewinnen würden, war ausgemacht. Als ich ihnen neulich nach […]