Ausstellungstipp

Hier einer meiner eher seltenen Tipps, den ich mir nicht verkneifen will, weil es um eine der wenigen „Großausstellungen“ geht, die ich – ausnahmsweise – empfehlen möchte. Meistens halte ich solche Museums-Megaevents für mehr als überflüssig, vor allem für die Exponate, die zum Teil weite Reisen auf sich nehmen und davon nicht wirklich profitieren. Oft wird dann auch nicht wirklich etwas interessantes/neues gezeigt, nur eben viel von einem, was dann meist eine große Berühmtheit der Kunstgeschichte oder des Kunstmarktes ist. In diesem Fall geht es auch um weite Reisen, um Megastars der Kunstgeschichte, aber eben auch um die seltene Möglichkeit, diese hinreißenden Bilder (ca. 100) gemeinsam für eine Weile in Europa zu sehen (und also ein richtig großes Plus für das Publikum):

„Japans Liebe zum Impressionismus“ heißt die Schau, die letzte Woche eröffnet hat und noch bis zum 21. Februar nächsten Jahres in der Bonner Kunsthalle zu sehen ist. Tatsächlich läuft hier der Hase einmal andersherum (und es wird also mal eine neue Lesart geboten): nicht der Einfluss Japans auf die impressionistischen Künstler steht im Vordergrund, sondern der Einfluss westlicher Ölmalerei auf die japanischen Maler. Ein wirklich großartige Zusammenstellung hochrangiger Werke, auch ein schöner Katalog, mit biografischen und historischen Darstellungen und Details, allerdings fehlen mir wirklich tief gehende kunsthistorische Analysen: Was denn jetzt auf die Japaner so besonders wirkte, aber auch umgekehrt, was die Japaner mit nach Europa brachten, kurz, wie diese gegenseitige Liebe auf den ersten Blick tatsächlich funktionierte. Aber beim Betrachten der Bilder wird sich die eine oder andere Frage sicher klären lassen. Unbedingt anschauen! Achtung: Montags ist die Butze zu.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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