Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Basteln?

Als Kind bin ich bei dem Vorschlag meist in Deckung gegangen. Zumindest, wenn er von Erwachsenen kam. Denn die hatten immer zu komische Vorstellungen von dem, was Kinder gut finden. Scheint ja bis heute nicht viel besser geworden zu sein: Schneemänner aus Klopapier- oder Küchentuchrollen. Wie bekloppt ist das denn? Weiß doch jeder, dass Schneemänner […]

Ich sehe was…

Das war wirklich eine Überraschung. Ich meine, man sieht es ja kaum hinter den Bäumen, dass das jemand – oder gleich mehrere – zum sehen auffordern. Um was zu merken, musste man tatsächlich die Augen offen halten. Nur die Kamera kommt so nah ran. Für den menschlichen Blick war der Abstand größer. Seht. Ja. Was? […]

Nur noch das:

Ein Baum wie ein Wald. Ich komme alle paar Wochen an ihm vorbei und will ihn fotografieren. Aber er ist zu groß für die Straße, in der er steht. Kaum dass man ihn sieht, weil sämtliche Hausfassaden viel zu unruhig sind, ihm die Konturen zu lassen. Bleibt nur der Blick nach oben. Und jetzt ab […]

Im falschen Film

Wer wie ich meist nur parkende Autos, Bäume und Himmel fotografiert, kann sicher meine Hektik verstehen, als ich den kleinen Püschel möglichst schnell und vollständig aufs Bild kriegen wollte – von Umgebung, Bildausschnitt und allen anderen künstlerischen Feinheiten mal abgesehen. Der Hund ist tatsächlich drauf (weitgehend), aber der Hintergrund fehlt fast vollständig: Die Schmuckabteilung bei […]

Es sind doch die Apfelbäume,

die die Weihnachtskugeln „erfunden“ haben! Wer die letzten hängen gebliebenen Früchte in den Ästen sieht, kann sich denken, was sich unsere Vorfahren dachten, zumal Äpfel zum Winterobst gehörten, schön im kühlen Keller ausgelegt oder zu Mus verkocht. Ich habe mal einen Weihnachtsbaum gesehen, nur mit Äpfeln und Kerzen darin. Er war ernst und sehr festlich. […]

Ein solches Gewebe

aus Fiktion und Wirklichkeit, Vergangenem, Gelesenem, Erlebten. Und heute trifft sich alles, hier, im kühlen Kreuzberger Zimmer, wo ich lese und Erinnerungen nachgehe. Wie ich gelacht habe, vor Jahren, als ich aus der Metro stieg, gleich neben dem Central Park und als erstes Gesicht Alexander von Humboldt mich weise anschaute – sein viel zu großes […]

Queenie kann auch Hund

Queenie heißt eigentlich Lady. Sie ist meine Nachbarin aus dem Vorderhaus-Souterrain. Dort sitzt sie gelegentlich mit königlicher Nonchalance und schaut kühl die vorbeikommenden Zwei- und Vierbeiner an. Majestätisch, anders ist das nicht zu beschreiben. Doch gelegentlich – und jetzt endlich habe ich sie mal dabei erwischt – scheint sie doch etwas zu interessieren. Und sie […]