Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Kunst und Leben

Im Alltag hatte ich – zumindest in letzter Zeit – kaum noch Muße für Museumsbesuche. Zu anstrengend schienen mir die Exkursionen, zu bildungslastig. Die weit und breit einzige Ausstellung, die ich in den letzten Monaten gesehen habe, war die Otto Freundlich-Werkschau im Kölner Museum Ludwig. Auch da war ich unruhig. Kaum drinnen, wollte ich schon […]

Souvenirs

Ein Erinnerungsstück oder Mitbringsel, meist käuflich erworben. So definiert Wiki das Souvenir. Also ja, auch ich habe Souvenirs gekauft und aufgesammelt. Schnöde Urlaubserinnerungen. Oder doch mehr? Oder – was eigentlich? Meist bin ich immun. Kleinigkeiten gerne. Aber meine Wohnung gleicht keinem Basar. Am Ende reise ich dafür auch zu selten. In Kalifornien jedoch hatte ich […]

Was denn,

wenn wir den Tieren und Pflanzen viel mehr verdanken als Nahrung und Kleidung? Rebecca Solnit erwähnt in ihrem Buch „A Field Guide to Getting Lost“, dass es offensichtlich einen Zusammenhang gibt zwischen der Anzahl von verschiedenen Sprachen in einem Gebiet und der Menge der dort ansässigen Tiere und Pflanzen. Dass also Tiere und Pflanzen unsere […]

Was bleibt.

Oder: bleibt was? Wer eine Reise tut, kann hinterher was erzählen. Was war das Überraschendste, was ich erlebt habe? Was das Schönste? Was das Unangenehmste? Was ist unterschwellig passiert? Habe ich mich verändert? Neu kennengelernt? – Eine Überraschung: Meine kleine Wohnung kam mir größer vor bei der Rückkehr. Dafür habe ich keine Erklärung. Ich habe […]

Dornröschen

wohnte nicht hier. Dafür hat Marilyn Monroe ihre letzte Zeit hier verbracht, ein friedlicher Ort, heute zumindest. Auch hier duftet es. Auch hier scheint man mitten im Wald, wo doch nur ein paar Straßenecken weiter der Verkehr tobt. Ihr Villa steht gerade zum Verkauf. 6 Millionen – falls jemand Interesse hat… Das war gestern meine […]

Das Beste zum Schluss

Der letzte Tag ist wie der erste: ein Museumstag. War ich in San Francisco vom De Young Museum hingerissen, bin ich es heute vom Getty Center. Das Haus ist eine Mischung aus Klagemauer und Filmkulisse, der Ausblick fantastisch und dazu angetan, Los Angeles zumindest ein wenig zu begreifen, bzw. zu begreifen, warum man als Europäerin […]

Historische Momente

Heute war der Los Angeles Pilgertag. Ich habe Mister Spock an seinem Grab besucht und dort Sternenstaub verstreut, dann ging es zur Thomas Mann Villa, in die ich mehr durch Zufall auch hinein gekommen bin (es wurde dort gearbeitet, deshalb stand das Haus auf). Ein schöner Ort übrigens, und wie es dort duftet! Überhaupt. Die […]

Verloren gehen,

um dem Unbekannten auf die Spur zu kommen. So könne man es zumindest versuchen, habe ich heute gelesen. Ob ich das wirklich schaffe. Dauernd suche ich meine Sachen im Rucksack, im Koffer, im Badezimmer, auf dem Nachttisch. Was mir das ungute Gefühl gibt, immer noch zu nervös und auf eine Art zu sehr mit mir […]

Ich schaue Dich an

Was passiert, wenn wir uns anschauen? Nichts weiter als atmen, mag man manchmal denken, ich schaue Dich an, wenn ich mit Dir rede. Erst wenn ein Mensch, oder das Porträt eines Menschen durch die Jahrhunderte mich anschaut, wird mir wieder bewusst, dass wir uns anblicken. Oder dass die Augen als Fenster unserer Seele gelten. Wer […]

Reiseblues

Ich bin jetzt an der letzten Station meiner Reise angekommen. Irgendwo in diesem riesigen Los Angeles. Nein. Der Blues kommt nicht vom Himmelblau. Sondern von zwei unangenehmen Gefühlen. Dem ersten, hier doch sehr verloren zu sein und dem zweiten, bald wieder abreisen zu müssen. Das ist weiß Gott keine Stadt für fünf Nächte. Aber jetzt […]